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„Égalite“
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Burak Yigit als Attila in einer Szene des Films „Égalité“.

Sensible Studie

Elegisches Drama „Égalité“ von Kida Khodr Ramadan

Ein junger Familienvater fühlt sich diskriminiert, hat Angst um seine Tochter und sinnt auf Rache. Kida Khodr Ramadans neuer Film besticht durch genaue Milieuzeichnung und Empathie.

Berlin - In Deutschland geboren und doch nicht ganz zu Hause in diesem kalten Land: Die Kinder und Enkel der Arbeitsmigranten aus dem Süden Europas finden sich oft zwischen den Welten wieder. Und der Weg von Berlin nach Istanbul kann sehr weit sein.

Von diesem Zwiespalt innerhalb der postmigrantischen Generation erzählt das stille Drama „Égalité“, die zweite Regiearbeit des Schauspielers und Drehbuchautors Kida Khodr Ramadan, der vor allem als Hauptdarsteller aus der Kiez-Serie „4 Blocks“ bekannt wurde. Der 1976 in Beirut geborene, seit seiner Kindheit in Berlin lebende Sohn libanesischer Einwanderer zählt längst zu den bekanntesten Gesichtern der deutschen Filmszene.

Sie fühlen sich an den Rand gedrängt

In seinem neuen Drama erzählt Ramadan von dem jungen Familienvater Attila (Burak Yiğit), der nach einer scheinbar harmlosen Mandel-OP seiner 14-jährigen Tochter Leila völlig aus dem Gleichgewicht gerät. Als Leila nach der Narkose wieder aufwacht, kann sie nichts mehr sehen. Attila und seine schwangere Frau Aya (Susana AbdulMajid) fühlen sich von den Ärzten diskriminiert und im Stich gelassen, stoßen zunehmend auf taube Ohren und fallen immer mehr in ein tiefes emotionales Loch.

„Bin ich ein Mensch zweiter Klasse, bin ich nichts wert“, klagt Attila, als er wieder einmal abgewiesen wird. Als der verzweifelte Vater die beiden verantwortlichen Ärzte schließlich kidnappt und bei sich zu Hause im Keller verhört, scheint die Situation zu eskalieren.

Kida Khodr Ramadans nicht perfekter, aber einfühlsamer Film vermittelt die Unsicherheit seines Protagonisten auf eindringliche Weise. Wie soll man Vater und Vorbild sein, wenn man sich über seine eigene Identität nicht im Klaren ist? Hauptdarsteller Burak Yiğit („Victoria“) zeigt mit fiebriger Intensität, wie ein Mensch aus der Bahn geraten kann, der sich ständig diskriminiert und um seine Rechte betrogen fühlt.

Ein wenig fragmentarisch ist dieser 80 Minuten lange Film schon geraten, manchmal ist die Musik zu dick aufgetragen, aber das Drehbuch von Constantin Lieb („Fabian oder Der Gang vor die Hunde“) hat zum Ende hin noch eine faustdicke Überraschung parat. Und man verrät nicht zu viel, wenn man feststellt, dass es mal wieder die Frauen sind, die auch in dieses düstere Drama Licht bringen. Da ist dann Istanbul mit seinen Farben und Gerüchen plötzlich ganz nah.

Égalité, Deutschland 2021, 80 Min., FSK ab 12, von Kida Khodr Ramadan, mit Burak Yiğit, Susana AbdulMajid dpa

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