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Jan Rouven
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Der deutsche Magier Jan Rouven (r) bei der Arbeit (2007).

TV-Tipp

Ein Zauberer im Zwielicht: „Skandal in Vegas“

Doku im ZDF: Auf der Bühne war der deutsche Magier Jan Rouven „Der Mann mit den sieben Leben“. In Las Vegas feierte er Triumphe - dort sitzt er nun wegen Vorwurfs des Kindermissbrauchs im Gefängnis.

Berlin - Ein Lebenstraum schien in Erfüllung gegangen, ja sogar übertroffen zu sein. Jan Rouven, ein junger Illusionskünstler aus Frechen bei Köln, war auf dem Olymp seiner Branche angekommen - im amerikanischen Glücksspieler-Paradies Las Vegas (Nevada).

Mit seiner Show „The New Illusions“ begeisterte er von 2014 an im 1200-Plätze-Theater „Tropicana“ sechs Mal die Woche sein Publikum. Er wurde als Nachfolger des legendären Zauberer-Duos Siegfried & Roy gefeiert. Gemeinsam mit seinem Lebenspartner und Manager Frank Alfter erwarb Rouven, der den Typ Schwiegermutter-Liebling darstellte, eine Prachtvilla mit Pool und feierte dort wahrhaft berauschende Partys.

Doch Anfang 2016 platzte die Seifenblase. Die US-Ermittlungsbehörde FBI durchsuchte das Anwesen des damals 38-jährigen Deutschen. Die Polizisten fanden mehr als 3000 Dateien mit Kinderpornografie der nach Aussagen von Mitarbeitern allerbrutalsten Art. Ende 2019 erklärte dann eine Bundesrichterin: „Ihre Show ist hiermit in diesem Gerichtssaal beendet.“ Sie verurteilte Rouven zu 20 Jahren Gefängnis sowie einer hohen Geldstrafe. All das schildert die Doku „Skandal in Vegas - Das dunkle Geheimnis des Magiers Jan Rouven“ von Michael Gärtner. Das Zweite zeigt die ZDFinfo-Produktion zeigt als Wiederholung in der Nacht von Freitag auf Samstag um 0.00 Uhr.

Das Thema geht unter die Haut und schockiert. Ganz besonders in Zeiten, in denen diese sich durch den Datenaustausch im Darknet immer weiter verschärfende Form von Gewalt an Kindern auch in Deutschland in den Schlagzeilen ist. So wie 2019 nach der Entdeckung des Missbrauchsfalls von Lügde und aktuell beim großen Missbrauchsfall in Münster (beides NRW). Der 1967 geborene Filmemacher Gärtner („Metamorphosen - Die Wildnis kehrt zurück“) zeigt das Geschehen von Las Vegas in gewohnter, schnell geschnittener Doku-Mischung von Ausschnitten aus TV-Berichten und Archivmaterial, mit nachgestellten Szenen sowie Zitaten aus Interviews mit Zeugen und Wegbegleitern wie Rouvens Ehemann Alfter.

Auch Polizei und Justiz haben möglicherweise nicht ausreichend Licht in das Dunkel gebracht. Denn Rouven, der die ihm zur Last gelegten Taten zwischenzeitlich zugegeben hatte, beteuert erneut seine Unschuld. „Ich war nie ein Pädophiler. Ich war an sowas nie interessiert“, erklärt er im Januar dieses Jahres in einem in der Sendung abgespielten Telefoninterview. Die Dateien hätten Hausgäste hinterlassen - er selbst habe, da er meist high gewesen sei, keine Kenntnis davon bekommen. Doch die Behörden sind überzeugt, dass es der Illusionist war, der als User „Lars45“ derart abgründiges Bildmaterial angeboten und angefordert hat. „Es bricht dein Herz“, sagt ein Mitglied des FBI über das, was darauf zu sehen ist. dpa

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