ZDF-Talk

Dunja Hayali im ZDF: Hessen hat ein Problem mit Rassismus

Nicht zum ersten Mal steht Hessen im Blickpunkt rechtsextremer Aktivitäten. Darüber und über die mögliche rechtsextremistische Unterwanderung der Sicherheitsbehörden ging es bei Dunja Hayali.

  • Titel der Sendung im ZDF: „Hessens Polizei und die rechtsextremen Morddrohungen“
  • Mit Dunja Hayali diskutieren unter anderem Joachim Herrmann (CSU) und Cem Özdemir (B90/Die Grünen)
  • Die Frage in der ZDF-Talkrunde lautet: Warum wurde nach den Drohmails in Hessen so spät gehandelt?

Frankfurt - Mehr als 70 Morddrohungen mit der Unterschrift „NSU 2.0“ sind in den letzten Wochen und Monaten verschickt worden. Vor allem Frauen sind betroffen, mittlerweile hat sich die Taktzahl der Drohungen erhöht und der Personenkreis Betroffener drastisch erweitert. Dunja Hayali diskutiert die rechtsextremen Morddrohungen in ihrer Talkshow (ZDF). Dabei nimmt sie auch Bezug auf den nunmehr fünf Monate zurückliegenden rassistischen Anschlag von Hanau und Rassismus in Deutschland.

Dunja Hayali im ZDF: Thema sind die Morddrohungen gegen Seda Başay-Yıldız

Zwei Jahre ist es nun her, dass die Frankfurter Anwältin Seda Başay-Yıldız Morddrohungen von „NSU 2.0“ erhielt. Darin enthalten: persönliche Informationen, die nur der Polizei zugänglich sind. Mittlerweile ist bekannt, dass von drei Polizeicomputern in Hessen Informationen abgerufen wurden, die sich in kurz darauf verschickten Morddrohungen finden. Die hessischen Polizeibehörden stehen im Zentrum der aktuellen Ermittlungen, Innenminister Peter Beuth schließt ein rechtsextremes Netzwerk innerhalb der hessischen Polizei nicht aus. Wie kann es sein, dass der oder die Täter noch immer nicht gefasst sind und wieso hat es zwei Jahre gedauert, bis Maßnahmen innerhalb der Polizei eingeleitet wurden? Fragen, die auch bei Dunja Hayali gestellt werden.

ZDF-Talkrunde mit Dunja Hayali: Christian Hein (CDU) kann Fragen nicht beantworten

Beantworten kann sie der hessische Landtagsabgeordnete und Vorsitzender des Innenausschusses Christian Heinz (CDU) im ZDF-Talk nicht zufriedenstellend. Auch die nun eingeleiteten Maßnahmen scheinen zumindest in einigen Punkten fraglich. So ist beispielsweise der eingesetzte Sonderermittler selbst aus dem Frankfurter Polizeipräsidium. Dass darüber hinaus erst zwei Jahre nach dem Bekanntwerden der ersten Morddrohung ein strikterer Datenschutz innerhalb der Behörden eingeführt wird, ist eine Farce. Dunja Hayali merkt zurecht an, es entstehe der Eindruck, „dass der Wille zur Aufarbeitung fehlt.“

Dass aus Worten Taten folgen, dafür ist nicht zuletzt der rassistische Anschlag von Hanau trauriger Beweis. Ajla Kurtović verlor bei dem Anschlag ihren Bruder Hamza Kurtović. Bei Dunja Hayali (ZDF) äußert sie ihr Unverständnis über die Ermittlungsbehörden. Zwei Wochen stand das rassistische, antisemitische und frauenfeindliche Manifest des Täters im Netz, er besaß außerdem legal zwei Waffen. „Wie kann es sein, dass er unter dem Radar geblieben ist?“ Ebenso wie die weiteren Angehörigen der Mordopfer wünscht auch sie sich vor allem eine lückenlose Aufklärung der Geschehnisse.

Dunja Hayali (ZDF) über Hessen: Eindeutig ein Problem mit Rassismus

NSU 2.0“, der Anschlag von Hanau, der Mord an Walter Lübcke, das Attentat in Wächtersbach, der Mord an Halit Yozgat in Kassel – Hessen hat ein Problem mit Rassismus und Rechtsradikalismus. Die mantraartige Wiederholung von „Einzelfällen“ und „Schwarzen Schafen“ in den Behörden, wie es Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) in der ZDF-Sendung von Dunja Hayali bemüht, bringt niemanden weiter. Den Betroffenen zuhören – und handeln, das fordert Hadija Haruna-Oelker. Die Dekolonisierung der Polizei nennt die Politologin und Moderatorin dabei als einen wichtigen Schritt. (Von Josephine von der Haar)

CDU-Politiker Friedrich Merz war zu Gast im ZDF bei Dunya Hayali. Er spricht über die Zustände im Camp Moria und humane Asylpolitik, wirft dabei aber einiges durcheinander. Zudem musste Dunja Hayali einen Dreh auf einer Corona-Demo in Berlin abbrechen. Sie wurde beschimpft und bedrängt.

Eine Reportage in der ARD belegt: Rechtsradikale Attentäter stehen nicht so allein, wie von den Behörden oftmals angenommen. Oft gehören sie zu einer ganzen Szene. Und sie sind eine Gefahr für uns alle. Die TV-Kritik.

Rubriklistenbild: © Screenshot ZDF

Kommentare