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Dschungelcamp 2022: Welcher Z-Promi wird dieses Jahr das Opfer?

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Von: Melanie Gottschalk

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Es geht wieder los: Zwei Wochen lang quält RTL seine Zuschauenden mit Ekel, Angst und Hunger. Das Dschungelcamp ist zurück. Ein Kommentar. 

Es gibt viele Dinge, die Menschen seit Beginn der Corona-Pandemie vermissen. Ein volles Fußballstadion vielleicht oder eine Feier mit Freunden und Familie, Dinge, die es in einer Pandemie zum Schutz aller eben nicht geben kann. Und dann gibt es das Dschungelcamp. Sollten Sie bereits vergessen haben, dass es das noch gibt: Im vergangenen Jahr hatten sich die „Prominenten“ in kleinen Gruppen in ein Tiny House in Köln gesetzt, um das vom Corona-Lockdown geplagte deutsche Publikum aufzuheitern. Dass dieses Format noch größerer Quatsch war als das eigentliche Format sowieso schon, sei nur am Rande erwähnt, schließlich haben wir nicht ewig Zeit.

Nun ist das Dschungelcamp also zurück, allerdings in Südafrika statt in Australien. Die australische Regierung dürfte nur müde gelächelt haben, als die Produktionsfirma mit einer Anfrage um die Ecke kam. Ein Ersatzort war schnell gefunden, die Masterklasse des Trash-TV zieht in ein Camp in der Nähe des Kruger-Nationalparks an der nordöstlichen Grenze Südafrikas. Dort heißt es dann wieder zwei Wochen lang: „Wer wird König oder Königin des Dschungels?“

Ab Freitag (21.01.2022) heißt es wieder: „Wer wird König oder Königin des Dschungels?“
Ab Freitag (21.01.2022) heißt es wieder: „Wer wird König oder Königin des Dschungels?“ © Hanno Bode/Imago

Dschungelcamp: Verzweifelte Menschen auf der Suche nach Ruhm und Bekanntheit

Zu Beginn des Formats im Jahr 2004 dürfte die Sendung ja vielleicht noch ganz witzig gewesen sein, aber mittlerweile? Mittlerweile versuchen dort doch nur noch ein paar völlig verzweifelte Menschen das Dschungelcamp als Sprungbrett für ihren großen Traum von Ruhm und Bekanntheit zu nutzen. Oder eben gefallene bekannte Personen ihre klammen Kassen zu füllen. Das Wort „Stars“ wird im Zusammenhang mit den Menschen in diesem Trash-Format bewusst nicht genutzt, diesen Status muss man sich nämlich verdienen. Und in diesem Feld ist sicher niemand darunter, der in diese Kategorie fällt.

So liest sich dann auch die Liste derer, die sich in Südafrika in das Camp aus Feldbetten und Hängematten setzen werden: Neben Bachelor-Kandidatinnen, Reality-„Stars“ und einem Teppichluder wird sich auch Bodyguard-Legende Peter Althof im Dschungelcamp erniedrigen lassen.

Wie sich die Zuschauenden des Dschungelcamps an der Erniedrigung anderer ergötzen

Denn nichts anderes passiert im Dschungelcamp – und macht das Format bei vielen Zuschauer:innen wahrscheinlich so beliebt. Da ergötzt man sich jeden Abend an der Erniedrigung irgendwelcher Menschen, lässt sie mit Tierabfällen übergießen oder schickt sie in dunkle Räume mit Insekten, Schlangen und anderen Tieren, die viele als eher abstoßend empfinden.

NameBeruf
Tina Rulandhat mal Uschi, die Mutti von Til Schweiger, gespielt
Eric Stehfestträgt viele Tatoos und war mal bei GZSZ
Janina Youssefian„Teppichluder“ ist die Jobbezeichnung, die RTL ihr gibt
Anouschka Renzilebt in einer Welt zwischen Bühne und Hasenohren
Tara Tabithasucht jetzt im Dschungel einen cuten Boy
Peter Althofbeschützt jetzt statt Michael Jackson das Feuer im Camp
Jasmin Herrenkommt von der Ersatzbank, will sich mit ihren Geschichten am Lagerfeuer aber an die Spitze katapultieren
Harald Glööcklerwill im Dschungelcamp ein bisschen umdekorieren – ein bisschen Glitzer, Glitzer eben
Linda Nobatwollte sich wohl mal den Bachelor krallen
Manuel Flickingerscheint ein normaler Kerl zu sein (Justizhauptsekretär)
Filip Pavlovićhält gerne sein Sixpack in die Kameras
Lucas Cordalissingt, wie sein Vater, kann aber erst mal nicht kommen – Corona

Und ist erst mal ein Opfer ausgeguckt, das diese Prüfungen nicht meistert, aus Angst, aus Ekel oder warum auch immer, wird diese Person immer wieder in die Prüfungen gewählt. Der Grund ist einfach: In der Prüfung können Sterne für zusätzliches Essen erspielt werden. Aber ist es nicht viel witziger, wenn die Camper hungernd mit Reis und Bohnen im Dschungel sitzen, während man zu Hause gemütlich mit einer Tüte Chips oder einer Tafel Schokolade immer wieder die Nummer der Person ins Telefon eintippt, die die Prüfung nicht meistern kann?

Vielleicht liegt es auch daran: Studien aus Dänemark zeigen einen erschreckenden Zusammenhang zwischen Langeweile und Sadismus. Das bestätigen nicht nur Experimente.

Dschungelcamp, oder: Die Freude, andere aus der Ferne zu quälen

Mitleid ist nicht angebracht, die Z-Promis wissen, worauf sie sich bei diesem Trash-Format einlassen – oder wie der deutsche Musiker Alligatoah sagen würde: „Will mich ausnahmsweise wieder eine Sendung promoten, muss ich Känguguhoden fressen trotz schändlicher Quoten!“ Trotzdem: 2004, als das Dschungelcamp das erste Mal ausgestrahlt wurde und wahrscheinlich halb Deutschland vor den heimischen TV-Geräten saß, war die Welt doch irgendwie noch ein bisschen angenehmer.

Daniel Hartwich und Sonja Zietlow führen durch das Dschungelcamp 2022.
Daniel Hartwich und Sonja Zietlow führen durch das Dschungelcamp 2022. © Stefan Gregorowius/dpa

Mittlerweile geht es für die meisten Zuschauenden wahrscheinlich nur noch darum, andere Menschen ganz legal aus der Ferne zu quälen. Und das ist eigentlich ziemlich armselig. (msb)

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