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Disney-Film mit lesbischem Kuss aus Kino verbannt: „Lightyear“ sorgt für Diskussionen

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Von: Fee Halberstadt

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Der Film „Lightyear“ ist ein Ableger von „Toy Story“. In einigen Ländern wird er jedoch aus homophoben Gründen verboten.
Der Film „Lightyear“ ist ein Ableger von „Toy Story“. In einigen Ländern wird er jedoch aus homophoben Gründen verboten. © Disney/dpa

Mehr als ein Dutzend Länder verbieten den Disney-Film „Lightyear“. Der Grund für die Verbannung hat einen homophoben Hintergrund.

Los Angeles – Der Disney-Film „Lightyear“ soll am Donnerstag (16. Juni) weltweit in die Kinos kommen. Zuvor hatten jedoch mehr als ein Dutzend mehrheitlich muslimische Länder den Film aus ihren Kinos verbannt. Der Grund ist eine Szene, in der sich zwei weibliche Charaktere küssen. Wie die Nachrichtenagentur afp aus dem Unterhaltungskonzern nahestehenden Kreisen erfuhr, haben unter anderem Ägypten und Saudi-Arabien den Ableger aus der „Toy Story“-Filmreihe nicht zugelassen. Disney hat es demnach abgelehnt, die Szenen zu entfernen und will den Film auf allen Märkten anbieten, „wie er ist“.

Die Aufsichtsbehörde der Vereinigten Arabischen Emirate hatte bereits am Montag (13. Juni) erklärt, der Film verstoße gegen „die Standards des Landes für Medieninhalte“. Die Vereinigten Arabischen Emirate hatten vor einem halben Jahr noch verkündet, internationale Kinofilme künftig nicht mehr zensieren zu wollen. Stattdessen sollte für bestimmte Filme für Erwachsene eine Mindest-Altersbeschränkung von 21 Jahren eingeführt werden. „Lightyear“ aber wurde nun ganz verboten. Der Konzern hat bereits zuvor einen Disney-Film herausgebracht, in dem der Hauptcharakter gay ist.

Zwei Frauen küssen sich: Disney-Film aus homophoben Gründen aus Kino verbannt

In Malaysia erklärte die Filmzensurbehörde, dass der Film in dem Land nicht gezeigt werden dürfe, wenn keine Kürzungen vorgenommen würden. „Es ist nicht angemessen, die beiden Szenen zu zeigen, und sie sind nicht für Kinder geeignet“, sagte ein Beamter, der nicht namentlich genannt werden wollte, der afp. Zu den weiteren Ländern und Gebieten, in denen der Film nicht gezeigt werden darf, gehören Bahrain, Irak, Jordanien, Kuwait, Libanon, Oman, die Palästinensischen Gebiete, Katar und Syrien.

Indonesiens Zensurbehörde erklärte, sie habe den Film nicht direkt verboten, „aber den Betreibern des Films geraten, an ihr Publikum in Indonesien zu denken, wo eine LGBT-Kussszene immer noch als sensibel gilt“. Demnach habe Disney allerdings keine umgeschnittene Version von „Lightyear“ angeboten. Berichten zufolge war der lesbische Kuss von Disney zunächst herausgeschnitten worden. Nach Protest von Mitarbeitenden des zu dem Unterhaltungskonzern gehörenden Animationsstudio Pixar wurde er demnach aber wieder eingefügt.

Disney-Film darf nicht überall gezeigt werden: Homophobie in etwa ein Dutzend Ländern

In ihrem Heimatmarkt USA steht das Medienunternehmen schwer unter Druck. Der Grund ist der Umgang von Disney mit LGBTQ-Themen und eine Kritik an einem umstrittenen Gesetz, das die Diskussion über bestimmte sexuelle Orientierungen in öffentlichen Schulen verbietet. Einige konservative Politiker im Bundesstaat Florida versuchen seither dem Unternehmen Vergünstigungen zu entziehen. Disney hat in dem Staat rund 75.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. (fh/AFP)

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