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Der Spion
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Familienvater Greville Wynne (Benedict Cumberbatch) hat eigentlich keine Ahnung vom Spionagegeschäft.

Wahre Begebenheit

„Der Spion“: Krimi-Drama mit Benedict Cumberbatch

Benedict Cumberbatch spielt einen einfachen Geschäftsmann, der sich auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges von britischen und amerikanischen Geheimdiensten als Kurier einspannen lässt.

London - Als einer der gefragtesten Charakterdarsteller der Gegenwart bewegt sich der Brite Benedict Cumberbatch mühelos zwischen Hollywood-Blockbuster, Politdrama und Krimiserie.

In seinem neuen Film spielt der vielseitige Londoner einen Geschäftsmann, der in den 60er Jahren vor dem Hintergrund der Kubakrise in eine riskante Spionage-Affäre gerät und als Kurier für die Geheimdienste arbeitet. „Der Spion“ basiert auf wahren Ereignissen und Personen.

Kalter Krieg

Nachdem die USA im Oktober 1962 ihre Mittelstreckenraketen auf einem NATO-Stützpunkt in der Türkei stationiert hatten, entschied die Sowjetunion, ihrerseits auf Kuba Raketen zu stationieren. Der Kalte Krieg zwischen den Supermächten drohte in einem Atomkrieg zu eskalieren. Der hochrangige sowjetische Geheimdienst-Oberst Oleg Penkowski ließ dem britischen MI6 und der amerikanischen CIA damals streng geheime Informationen aus dem Kreml zukommen, die maßgeblich dazu beigetragen haben sollen, eine Eskalation zu verhindern.

Die Handlung von „Der Spion“ beginnt noch vor der Kuba-Krise. Um von ihrem Doppelagenten abzulenken, wollen MIG6 und CIA einen möglichst unauffälligen Kontakt für ihn rekrutieren. Dass der Geschäftsmann und Familienvater Greville Wynne (Benedict Cumberbatch) keine Ahnung vom Spionagegeschäft hat und damit auch eigentlich nichts zu tun haben will, macht ihn in den Augen der Geheimdienste ideal für die Aufgabe. Er soll bei Geschäftstreffen in Moskau und London die heiklen Informationen von Penkowski (Merab Ninidze) in Empfang nehmen.

Nach einer Weile werden aus den beiden Männern gute Freunde. Man trifft sich regelmäßig und lernt auch die Familien kennen. Doch selbst Zuschauern, die mit den tatsächlichen Ereignissen von damals nicht vertraut sind, wird bald klar, dass die riskanten Aktivitäten von Wynne und Penkowski auf Dauer nicht unbemerkt bleiben. Gerade als Wynne seinen russischen Freund warnen will, greift der KGB zu.

Krimi-Drama im Retro-Look

Der Originaltitel „The Courier“ (der Bote) passt besser als der deutsche Titel, der wohl etwas spektakulärer klingen soll. Aber „Der Spion“ bietet kein Spektakel. Der routiniert und ruhig inszenierte Film ist eine solide Mischung aus Krimi und Drama, die inhaltlich und durch ihren Retrolook an Steven Spielbergs „Bridge of Spies - Der Unterhändler“ mit Tom Hanks und Mark Rylance erinnert.

Die Stärke des Films sind die unterschiedlichen Protagonisten und die gute Besetzung. Hauptdarsteller Cumberbatch nahm für die Rolle nach eigener Aussage rund zehn Kilo ab. Der „Dr. Strange“-Star wirkt in einigen Szenen fast abgemagert und sieht gezeichnet aus. Jessie Buckley spielt Wynnes Ehefrau, die nichts vom Auftrag ihres Mannes ahnt und eine Affäre vermutet.

Der eigentliche Star des Films ist der georgische Schauspieler Merab Ninidze, bekannt aus Caroline Links oscarprämiertem Drama „Nirgendwo in Afrika“. Ninidze überzeugt als innerlich zerrissener Patriot Penkowski, der sich gezwungen sieht, sein Land zu verraten. Der Film setzt ihm und Wynne ein Denkmal. Im Abspann sind Bilder der echten Männer zu sehen.

Regie führte Dominic Cooke. Der Brite war bislang vor allem als preisgekrönter Theaterregisseur bekannt. Nach der Literaturverfilmung „Am Strand“ ist „Der Spion“ erst sein zweiter Kinofilm. Der Pole Abel Korzeniowski, eine Art Geheimtipp unter den Komponisten in Hollywood, lieferte die wunderbar atmosphärische Filmmusik dazu.

„Der Spion“ hat zwar dramaturgisch leichte Schwächen, weil die erste Hälfte deutlich spannender ist als die zweite. Sehenswert ist der Film aber allein schon wegen zu Grunde liegenden Ereignisse.

Der Spion, USA 2020, 112 Min., FSK 12, von Dominic Cooke, mit Benedict Cumberbatch, Merab Ninidze, Jessie Buckley, Angus Wright, Rachel Brosnahan dpa

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