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„Dear Evan Hansen“
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Zoe Murphy (Kaitlyn Dever) und Evan Hansen (Ben Platt) in einer Szene aus „Dear Evan Hansen“.

Broadway-Hit

„Dear Evan Hansen“: Teenage-Musicalfilm mit Schwächen

Was kann man tun, wenn man Anerkennung sucht, sie aber nicht bekommt? Sich selbst aufmunternde Briefe schreiben, zum Beispiel. Damit geht die Geschichte los.

New York - Wenn Standuhren zu singen anfangen, dann verdrehen in Deutschland manche Menschen die Augen. Musicals haben hierzulande nicht immer den besten Ruf, sie gelten oft als seichte Unterhaltung.

In den USA, wo sie als Kunstform eine viel höhere Stellung besitzen, dauert es oft Jahre und viele Millionen Dollar, bis ein Stoff bühnenreif für den New Yorker Broadway entwickelt ist. Mit „Dear Evan Hansen“ kommt nun ein Broadway-Megahit in die deutschen Kinos, allerdings als Spielfilm mit Gesangseinlagen inszeniert.

Im Zentrum steht Evan Hansen, ein einsamer Teenager, dem in der Therapie geraten wird, sich selbst Briefe zur Aufmunterung zu schreiben. Einer davon gerät in die Hände des unter Depressionen leidenden Schul-Rüpels Connor. Als dieser sich kurz darauf das Leben nimmt, entdeckt seine Familie einen Brief von Evan Hansen, glaubt aber, dass er von ihrem Sohn stammte und die beiden eine Freundschaft verband. Evan geht die immer komplexere Lüge mit, kommt dabei Connors Schwester näher - und erfährt in der Schule als Freund des Verstorbenen die Anerkennung, die ihm zuvor versagt geblieben war.

Das funktioniert aufgrund kurzweiliger Pop-Songs und klugem Bühnenbild im Musical-Theater überraschend gut. Im Film sind die Songs von Regisseur Stephen Chbosky (der Autor hinter dem Teenage-Film „Vielleicht lieber morgen“) allerdings oft uninspiriert inszeniert und erlauben kaum große Tanzszenen. Stars wie Amy Adams und Julianne Moore singen zwar passabel, werden aber sonst kaum entlang ihrer Stärken eingesetzt.

Die größte Schwäche des Films ist das Alter von Hauptdarsteller Ben Platt. Der ist inzwischen im wahren Leben 28 Jahre alt und deshalb nur noch schwer als Elftklässler vermarktbar. Doch die Rolle hat ihn rund um den Broadwaystart im Jahr 2016 zum gefeierten Theaterstar gemacht, und sein Vater, der Erfolgsproduzent Marc Platt, hat nach „La La Land“ und einer „Aladdin“-Version mit Will Smith nun auch für dieses Film-Musical Geld eingesammelt.

Immerhin schafft es der junge Platt auch in der Filmversion, in den verletzlichen Momenten Rührung auszulösen. Und schließlich war Audrey Hepburn auch schon 31 Jahre alt, als sie in „Frühstück bei Tiffany“ die laut Drehbuch 19-Jährige Holly Golightly verkörperte.

Dear Evan Hansen, USA 2021, von Stephen Chbosky, mit Ben Platt, Julianne Moore, Amy Adams. 137 Minuten, FSK: Ab 12 Jahren. dpa

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