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„Tatort“
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Anna Schneider (Milena Tscharntke) ist auf offener Straße tot zusammengebrochen, das untersuchen Leo Winkler (Cornelia Gröschel, l) und Karin Gorniak (Karin Hanczewski).

TV-Tipp

Das perfekte Verbrechen? Psychoterror im „Tatort“

Familientragödie, Sozialdrama, Psychothriller: Die sächsischen „Tatort“-Ermittler kennen viele menschliche Abgründe. Ihr neuer Fall „Unsichtbar“ fordert sie dennoch auf ganz neue Weise heraus.

Dresden – Der Schmerz ist höllisch, das ist Oberkommissarin Karin Gorniak (Karin Hanczewski) anzusehen. Aber sie sagt nichts. „Wir sind fit, Chef“, versichert ihre Kollegin Leonie Winkler (Cornelia Gröschel) am Telefon.

Die nächtliche Observation der Dresdner „Tatort“-Ermittlerinnen ist erfolgreich. „Exzellente Arbeit, gute Intuition“, lobt Kommissariatsleiter Hans Peter Schnabel (Martin Brambach). Gorniak geht nach Hause. Sie ist mitten in einem Alptraum - und nicht nur sie. Der neue Dresden-„Tatort“ - an diesem Sonntag um 20.15 Uhr im Ersten - fordert die Ermittlerinnen und ihren schnell genervten Chef so wie nie: physisch, psychisch und geistig.

Als eine junge Frau schreiend aus ihrem Café rennt und tot zusammenbricht, ist Gorniak geschockt. Anna Schneider (Milena Tscharntke) hatte die gleichen undefinierbaren Symptome wie sie, wurde zudem von einem Unbekannten verfolgt und bedroht, auf perfide Weise. „Jetzt muss ich Dich bestrafen“, hatte die verfremdete Stimme am Telefon noch gesagt. „Aufhören!“, war Annas letztes Wort. Vom anderen Ende kam, nach langer Pause, ein „Nein!“, trocken und bestimmt.

„Klick, klick“ - auch von Gorniak macht jemand Fotos, als sie am Fenster ihrer Wohnung steht. Ihre Muskeln brennen, jede Bewegung wird zur Tortur, wie bei der Toten. Vor der Tür zu ihrer Wohnung lag ein Geschenk, ein USB-Stick. Auf das Video kann sie sich keinen Reim machen, so sehr sie sich anstrengt. Und auch der neue und junge Gerichtsmediziner ist keine Hilfe: „Herzstillstand“, sagt er. Keine Hinweise auf Fremdeinwirkung, die Tests auf 24 Gifte verlaufen negativ, aber Rötungen an Händen, Rücken und Gesäß fallen auf.

Gorniak kennt das – und die Angst in ihr wird größer. „Warum genau soll ich ihren Tod weiterhin als Mordfall führen?“, fragt Schnabel. „Intuition“, antwortet Gorniak. „Da stimmt was nicht, ich bin ganz sicher, es war Mord.“ Sie und Winkler bekommen 48 Stunden. Die Kollegin der Toten berichtet von einem Stalker, ratlosen Ärzten und einem besorgten Ex-Freund. Nils Klotsche (Christian Friedel), Wissenschaftler in einer Nanotech-Firma, ist wütend und getroffen, lenkt den Verdacht auf einen Nebenbuhler. Aber so einfach ist es nicht.

Gorniak weiht Leo schließlich ein, Schnabel lassen sie vorerst im Ungewissen. Aber alle Hinweise und Spuren führen ins Leere. Der Täter gibt den Hinweis: es geht um die Vergangenheit, ihre Zeit auf der Polizeihochschule und einen Kommilitonen. Der ist seit Wochen tot, auch sein Ende mysteriös und nicht untersucht worden. Und der Stalker kommt Gorniak immer näher.

Da taucht Martha Marczynski (Anna Maria Mühe) im Kommissariat auf. Die Wissenschaftlerin forscht an einem Medikament, das die Entwicklung von Tumoren hemmen soll. Schnabel und Winkler wollen von ihr wissen, ob es Schmerzmittel gibt, die solche Nebenwirkungen auslösen können wie bei Schneider und Gorniak, die inzwischen mit dem Schmerz und dem Psychoterror ringt, fast körperlich spürbar.

Mühe spielt die verbitterte Martha, nach außen beherrscht, aber innerlich von Hass zerfressen, perfide und eiskalt. Sie sei „eine gebrochene Frau“, die ihr Glück nicht finden konnte, sagt Mühe. Friedel überzeugt in seinem „Tatort“-Debüt als enttäuschter, zugleich wütender Mann, der ein gefährlicher Schwächling zu sein scheint. Dann verschwinden er und Martha – und auch Gorniak.

„Es hat mich fasziniert, dass man mit etwas, das man nicht sehen kann, töten kann und eigentlich auch keine Chance besteht, das hinterher nachzuweisen“, sagt Drehbuchautor Michael Comtesse. Bei der Idee habe auch der Mythos des perfekten Verbrechens eine Rolle gespielt. Das Dresdner Team muss Unsichtbares sichtbar, einen nicht zu beweisenden Verdacht greifbar machen und den anonymen Täter aus der Reserve locken - mehr als eine Überraschung wartet. dpa

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