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Mittwochsfilm

„Das Glück ist ein Vogerl“ (ARD): Bittschön, wenigstens anklopfen soll er

  • Sylvia Staude
    vonSylvia Staude
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Mittwochsfilm im Ersten: „Das Glück ist ein Vogerl“ in der ARD – und manchmal auch ein Geist namens Egon.

  • „Das Glück ist ein Vogerl“ (ARD) ist Fernsehfilm Österreich/Deutschland aus dem Jahr 2020.
  • Der Film beruht auf einem Roman von Ingrid Kaltenegger.
  • Das Erste sendet den Film nach dem „ARD extra: Die Corona-Lage“ um 20.30 Uhr.

Wann, wenn nicht im Umkreis der Weihnachtstage, können Engel, aber auch andere Geister unbeanstandet durch Filme flattern und gespenstern. Nun gar, wenn diese Geister aussehen wie ein schelmisches Wichterl und über einen allemal beruhigenden österreichischen Zungenschlag verfügen. Nikolaus Paryla ist Egon, ein alter Herr, der, Tageszeitung sei Dank, seiner gerade wieder frisch entdeckten großen Jugendliebe Mali, Waltraut Haas, im Film „Das Glück ist ein Vogerl“ (ARD) zum Geburtstag gratulieren will. Leider drängelt er sich an der schon umgesprungenen Ampel vor, leider prallt ein Laster auf sein Auto und ist ihm nicht mehr zu helfen.

Egon (l.) und Franz im Kumpelgespräch.

„Das Glück ist ein Vogerl“ (ARD): Ist das ein Hologramm?

Aber Moment … den Franz im Wagen hinter ihm, vor den er sich gedrängelt hat, den kann er schon noch belästigen. Simon Schwarz reagiert, wie jeder reagieren würde. Zuerst mit Staunen: ach, der ist gar nicht gestorben? Dann mit: wie jetzt, ist dieser kleine Mann ein Hologramm, will ihn da jemand hereinlegen? Dann mit Resignation: den seh tatsächlich nur ich. Schließlich bittet er Egon um die Höflichkeit, vor dem nächsten Auftauchen auf seiner Couch oder in seiner Dusche doch wenigstens anzuklopfen. Aber warum geistert Egon so penetrant? Er braucht Franz, er kann ja mit Mali so ganz ohne physischen Körper nicht mehr in Kontakt treten. Schon gar nicht kann er versuchen, sie aus dem Wachkoma zu holen.

„Das Glück ist ein Vogerl“ (ARD): Man geistert und müht sich

Egon klopft also keineswegs an, sondern erpresst Franz, ganz zart, bis Franz einsehen muss, dass es das Vernünftigste ist: Hilfst du mir bei Mali, helf ich dir bei Linn. So geistert der eine und müht sich der andere in „Das Glück ist ein Vogerl“ (ARD) leibhaftig. So geht man gemeinsam Parfüm kaufen (sollen nicht Gerüche bis tief ins Unterbewusstsein wirken?), singt Mali gemeinsam was vor (bzw. Egon singt Franz vor und der singt Mali vor), motiviert der eine den anderen. Franz, der Möchtegern-Rockstar, aber bloß Musiklehrer, schreibt ein Lied für Linn – was könnte eine Frau effektiver umstimmen?

„Das Glück ist ein Vogerl“ (ARD): Nach dem Roman von Ingrid Kaltenegger

Nach dem Roman „Das Glück ist ein Vogerl“ (2017) von Ingrid Kaltenegger hat die österreichisch-argentinische Regisseurin Catalina Molina den gleichnamigen Film im Auftrag des ORF und des BR vor allem in Salzburg gedreht. Anfang des Jahres, als es noch ging.

„Das Glück ist ein Vogerl“ (ARD) ist, was gern „Wohlfühlfilm“ genannt wird. Egon mag tot sein und sich fühlen wie Schrödingers Katze, Franz (hä, was, Schrödingers Katze?) mag in seinem Job genervt sein von talentlosen Schülern. Außerdem kriselt es in seiner Ehe mit Linn, Patricia Aulitzky, und findet seine Tochter Julie, Lucy Gartner, ihn ätzend. Aber ein Happy End ist selbstverständlich zu erwarten. Wenn auch, so viel Realismus muss sein, keine Auferstehung.

Überhaupt hält Regisseurin Molina in „Das Glück ist ein Vogerl“ (ARD) den Ball flach, setzt weder auf Klamauk noch auf Klischeefiguren. Der Paarberater (Stipe Erceg) mit seinem Bärtchen ist zwar ein Blödmann, aber ein maßvoller Blödmann. Und Nikolaus Paryla ist der ungespenstischste Geist, den man in diesen Tagen zu sehen bekommen wird: Was soll er Leute erschrecken, wenn er vernünftig mit ihnen reden kann.

„Das Glück ist ein Vogerl“ , ARD, Mittwoch, 16.12.2020, 20.30 Uhr.

Rubriklistenbild: © Allegro Film/BR/ORF/Stefanie Leo

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