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„Das dreckige Geschäft mit Plastik“: Fluss mit Plastikmüll
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Mit 125 Kilo pro Jahr sind die Schweizer und Schweizerinnen Meister im Plastikmüll!

TV-Kritik

„Das dreckige Geschäft mit Plastik“ (3sat): Der unheimliche Exportschlager

  • Harald Keller
    VonHarald Keller
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Ein Krimi aus der wirklichen Welt: Ein Reporterteam verfolgt für 3sat mit detektivischem Gespür die Wege des Plastikrecyclings.

Frankfurt - Die verstörenden Bilder haben eine traurige Gewohnheitsrate erlangt: Plastik an Stränden und Flussufern, ganze Müllteppiche in den Ozeanen, Plastikpartikel in den Organen von Menschen und Tieren.

Lange Zeit wurden und werden noch immer Wegwerfprodukte aus Kunststoff gefertigt. Einwegkugelschreiber, Einwegfeuerzeuge, Zahnbürsten. Und immer wieder Verpackungen. Die Supermarktregale sind voll davon. Flüssigware in Plastikflaschen, Lebensmittel, vor allem das sogenannte Convenience-Food in Plastikbehältern. Aber Plastik kommt auch versteckt vor: außen Papier, innen Kunststoffbeschichtung.

„Das dreckige Geschäft mit Plastik“ (3sat): Ein ignoriertes Problem

Kunststoff ist nicht abbaubar. Schon vor fünfzig Jahren war das weithin bekannt, wie ein alter Filmbericht belegt. In einer Umfrage bekannten sich die Konsumenten zu ihrer Bequemlichkeit. Lieber wegwerfen als die Behälter hin und her zu tragen.

Zur Beruhigung des Gewissens haben Hersteller und Händler mittlerweile Rücknahmesysteme geschaffen. Aber was geschieht mit dem Plastik, nachdem es im Supermarkt in den Sammelbehälter geplumpst ist?

Die Autoren Isabelle Ducret und Wilfred Rebetez sind dieser Frage nachgegangen. Zum Teil mit detektivischen Methoden. Zu Beginn ihres 53-minütigen Beitrages zeigen sie zunächst die Problematik auf: Es gibt eine Fülle von Kunststoffsorten. Entsprechend kompliziert, wenn nicht unmöglich ist die Trennung und Wiederverwertung. Diese geschieht kommerziell, eine Sortierung von Hand wäre unwirtschaftlich. Das gleiche gilt für die Weiterverarbeitung zu Granulat, eine Kreislauflösung. Eine andere Möglichkeit: die rückstandslose Verbrennung bei gleichzeitiger Wärmeverbrennung.

Die Meere sind mit Plastik überschwemmt.

„Das dreckige Geschäft mit Plastik“ (3sat): Wohin der Müll verschwindet

Eine Schweizer Lebensmittelkette verlangt von ihrem Entsorgungspartner, Altplastik zu einem Unternehmen mit einer hochmodernen Sortieranlage zu liefern, wo die Wiederverwertung gewährleistet wäre. Dort aber wird weit weniger Kunststoffmüll registriert, als zu erwarten wäre.

Jetzt kommt der Detektiv ins Spiel. PE-, Waschmittel-, Shampooflaschen werden mit kleinen Sendern versehen. Und die verraten dem Team, dass der Plastikabfall über die Grenze nach Deutschland und Frankreich geschafft wird. Und dort ist die Reise noch lange nicht zu Ende.

Das Team muss ein Flugzeug besteigen, um die Ziele des Plastikexports aufzuspüren. Sie liegen im Fernen Osten. In Indonesien treffen die Schweizer den Biologen und Umweltaktivisten Prigi Arisandi. Er hat die Nichtregierungsorganisation Ecoton gegründet und bekämpft die Plastikimporte seines Landes.

Zur Sendung

„Das dreckige Geschäft mit Plastik“, 17.8., 22:55 Uhr, 3sat

Zu Demonstrations- und Analysezwecken hat er eine Wagenladung illegal eingeführten Kunststoffmülls gekauft und in seinem Garten abkippen lassen. An den Aufdrucken und Etiketten lässt sich die Herkunft ablesen. Es sind durchweg europäische Länder.

Was hierzulande mit ökonomischem statt ökologischem Gewicht leichtfertig entsorgt wird, gefährdet in Indonesien und anderswo Menschenleben.

Und das Ausweichen auf Papierverpackungen hat auch seine Tücken, wie der Film ebenfalls deutlich macht. (Harald Keller)

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