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Die drei Filmstudenten beim Dreh im Spreewald: Dennis an der Kamera (Julius Feldmeier, li.), Mirko (Pit Bukowski, Mi.) und Laura (Luise Heyer, re.).
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Die drei Filmstudenten beim Dreh im Spreewald: Dennis an der Kamera (Julius Feldmeier, li.), Mirko (Pit Bukowski, Mi.) und Laura (Luise Heyer, re.).

TV-Kritik: Spreewaldkrimi

Dämonen aus tiefem Grund

Auch der neunte Spreewald-Fall mit Christian Redl ist inhaltlich und ästhetisch großes Krimi-Fernsehen.

Von Tilmann P. Gangloff

Die Filme aus der stets herausragenden ZDF-Reihe „Spreewaldkrimi“ zeichnen sich durch zwei Merkmale aus: Die Erzählweise ist kunstvoll, die optische Ästhetik  jedes Mal ein Erlebnis; aber immer wieder ein anderes. Thomas Kirchner, Erfinder und Autor der Reihe, siedelt den jüngsten Film, „Die Sturmnacht“, auf gleich vier Ebenen an, wobei der Reiz unter anderem darin liegt, dass diese Ebenen nicht immer ununterscheidbar sind. Der erste Strang ist eindeutig als Rückblende erkennbar: Vor 15 Jahren sind zwei Frauen spurlos verschwunden. Der Fall erregte großes Aufsehen, denn die beiden waren ein Liebespaar; derlei ist nicht nur in der brandenburgischen Provinz nach wie nicht alltäglich. Die Einheimischen vermuten, dass die beiden durchgebrannt sind. Der zweite Erzählstrang ist die Gegenwart.

Erneut sind Menschen verschwunden, diesmal drei Filmstudenten, die angeblich einen Film über die Mythen und Sagen des Spreewalds gedreht haben, tatsächlich aber Licht ins Dunkel der Vergangenheit bringen wollten. Die Ebenen drei und vier durchdringen sich gegenseitig: Sie erzählen, was die zwei jungen Männer und ihre Kommilitonin im Verlauf ihrer Recherche erlebt haben. Da die Kamera die ganze Zeit gelaufen ist, um auch die Recherche zu dokumentieren, hat Kommissar Krüger (Christian Redl) dank des Laptops der Studenten Informationen aus erster Hand. Allerdings vermutet sein Kollege Fichte (Thorsten Merten) recht bald, dass das Trio eine „Fake-Docu“ gedreht hat. Deshalb können sich die beiden Polizisten und mit ihnen natürlich auch die Zuschauer nie sicher sein, ob die Bilder, die sie sehen, die Wirklichkeit wiedergeben oder ob sie inszeniert sind. Zu allem Überfluss kommt innerhalb dieses „Found Footage“ (gefundenes Filmmaterial) noch eine dritte Ebene ins Spiel, denn irgendwann sind die drei Studenten alle im Bild; offenkundig gab es einen unbekannten Vierten.

Der ästhetische Reiz (Kamera: Frank Blau) liegt in der unterschiedlichen Gestaltung der verschiedenen Ebenen. Die Reportage der Studenten ist in Schwarzweiß gehalten, die Dokumentation ihrer Dreharbeiten in Farbe. Die Erlebnisse des Liebespaares sind ohnehin als Rückblende erkenntlich, und da eine der Frauen einen Sohn hatte, der heute im Alter der Studenten sein müsste, liegt auch nahe, warum das Trio ein besonderes Interesse an den alten Ereignissen hat. Natürlich trägt der Film auch den Titel „Die Sturmnacht“ nicht von ungefähr: Die sintflutartigen Regengüsse und die daraus resultierenden Überschwemmungen sorgen gleichfalls für ungewöhnliche Bilder. Davon abgesehen bedient sich Regisseur Christoph Stark bei seinem ersten „Spreewaldkrimi“ immer wieder beim Horrorgenre: Mitunter ist der Film ganz schön gruselig, weil in der studentischen Dokumentation ein Nix sein spätestens angesichts des tragischen Schlusses als perfides Täuschungsmanöver. Unwesen treibt. Ohnehin spielen Dämonen eine ganz besondere Rolle in dieser Geschichte; und seien es die Dämonen der Vergangenheit. Dass der Film zwischendurch auch mal scheinbar unbeschwerte Züge trägt, entpuppt sich spätestens angesichts des tragischen Schlusses als perfides Täuschungsmanöver.

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