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Anne Will wagt in der ARD zusammen mit ihren Gästen einen Blick in die Corona-Zukunft Deutschlands.
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Anne Will wagt in der ARD zusammen mit ihren Gästen einen Blick in die Corona-Zukunft Deutschlands.

TV-Kritik

Anne Will (ARD): „Leichtigkeit oder Leichtsinn?“ - Ärztin warnt vor Lockerungen

  • VonMichael Meyns
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Folgen nun Leichtigkeit oder Leichtsinn? Anne Will wagt in der ARD zusammen mit ihren Gästen einen Blick in die Corona-Zukunft des Landes.

Berlin – Das Licht am Ende des Tunnels wird immer heller, selbst von Natur aus vorsichtige Virologen sprechen von einem Sommer, der gut werden wird, doch werden die Deutschen zu schnell zu unvorsichtig? Diese Frage diskutierte Anne Will am Sonntagabend im ARD mit ihren Gästen.

„Inzidenz wieder unter 100 – beginnt jetzt die große Leichtigkeit oder der große Leichtsinn?“, hieß die Fragestellung, zu der Peter Tschentscher, SPD, Erster Bürgermeister von Hamburg als Mitglied des „Team Vorsicht“ geladen war. Hamburg startete eine nächtliche Ausgangssperre schon bevor sie bundesweit Gesetz wurde und hat auch dadurch die niedrigsten Corona-Inzidenzen der Großstädte. Bei der nun anstehenden Öffnung soll in der Hansestadt mit größter Vorsicht vorgegangen werden betonte der Bürgermeister, sehr zum Unwillen des stellvertretenden Parteivorsitzenden der FDP, Wolfgang Kubicki, der anzweifelt, ob die strengen Einschränkungen noch tragbar sind.

Anne Will (ARD): Politischer Flickenteppich beim Thema Corona

Dietmar Bartsch, Die Linke, Fraktionsvorsitzender der Linken im Bundestag versuchte den Blick auf die nähere Zukunft zu legen. Was passiert, wenn die Inzidenzwerte zwischen den Bundesländern stark schwanken? Nach dem 30. Juni läuft das Gesetz „Bundesnotbremse“ aus, danach geht die Hoheit über die Entscheidungen wieder an die Länder zurück, droht damit der nächste politische Flickenteppich?

Das entsteht momentan schon bei den Übernachtungen. Während Schleswig-Holstein schon weitestgehend auf ist, dürfen in Niedersachsen vorerst nur Bürger des eigenen Landes in Hotels übernachten, in Bayern geht das wichtige Touristengeschäft wiederum nächste Woche los. Eine Perspektive für die Branche forderte dann Ingrid Hartges ein, Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes. Sie pochte darauf, dass bald Hotels und Restaurants wieder öffnen dürfen, zumal die Belastung der Branche in den letzten Monaten enorm war. Sie betont die stark zunehmende Zahl der Geimpften, die auch die Notwendigkeit von Kontaktsperren nach und nach weniger drängend macht und größere Mobilität erlauben sollte.

Gast bei Anne Will (ARD): Funktion:
Peter Tschentscher 1. Bürgermeister Hamburg/SPD/Mitglied von Team Vorsicht
Wolfgang Kubicki Stellvertretender Parteivorsitzender FDP
Ingrid Hartges Geschäftsführerin Deutscher Hotel- und Gaststättenverband
Dietmar Bartsch Fraktionsvorsitzender Linke
Carola Holzner Fachärztin für Anästhesie

Anne Will (ARD): Viele Corona-Infizierte werden nicht entdeckt

Eine warnende Stimme erhob Carola Holzner, Fachärztin für Anästhesie und Intensivmedizin, bloggt als Doc Caro: Zu schnelle, zu frühe Lockerungen könnten nach hinten losgehen, vor allem angesichts immer neuer, potenziell gefährlicher Mutationen, momentan vor allem die aus Indien. Ein weiteres Problem ist, dass ein nicht unerheblicher Teil von Infizierten nicht entdeckt werden. In einer Studie, an der Holzner mitarbeitete, wurde festgestellt, dass gut 20% an Infizierten nicht entdeckt werden. Welche Folgen dies bei zunehmenden Lockerungen haben kann, die sich vielleicht schon bald wieder an Frühstücksbüffets oder Shopping Malls drängen, kann man sich leicht vorstellen.

Doch es geht nicht darum, jegliche Ansteckung zu verhindern, wie Wolfgang Kubicki betonte. Die Überlastung des Gesundheitssystems ist das Ziel und dafür reichen auch sehr regelmäßige Tests in Kombination mit weiterer Einhaltung von Maskenpflicht und Abstand halten. Das durch die Aufhebung der Impfpriorisierung in immer mehr Bundesländern zusätzliches Chaos entsteht, darüber waren sich zum Schluss der Sendung alle Beteiligten einig. Zumal es trotz aller Appelle der Virologen immer noch Menschen gibt, die eine Impfung mit Astrazeneca ablehnen, auch wenn dieser Impfstoff für ihre Altersgruppe als sicher gilt. Mangelnde Solidarität ist das und genau darauf wird es in den nächsten Monaten ankommen, damit sie zu den letzten Monaten der Pandemie werden und nicht zu einem weiteren Zwischenspiel. (Michael Meyns)

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