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Schulbetrieb in Corona-Zeiten.
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Bei Markus Lanz ging es um den politischen Umgang mit dem Schulbetrieb in Corona-Zeiten.

Markus Lanz, ZDF

Corona-Talk bei Markus Lanz: Die Rede von der „verlorenen Generation“

Im ZDF-Talk von Markus Lanz ging es um den politischen Umgang mit dem Schulbetrieb in Corona-Zeiten und die neue Einsamkeit unter Jugendlichen.

Hamburg – Der Frühling ist da, der Corona-Lockdown geht zu Ende. Markus Lanz nahm das in seiner ZDF-Talkshow zum Anlass, den politischen Umgang mit dem Schulbetrieb in der Pandemie zu bilanzieren, bevor der nächste Herbst das Geschehen abermals zuspitzen könnte. Zudem wurden die Folgen der Coronapolitik für Jugendliche und das „neue Mega-Thema“ Einsamkeit besprochen.

Der Hamburger Schulsenator Ties Rabe (SPD) brach nach sechs Monaten eingeschränktem Schulbetrieb eine Lanze für den Präsenzunterricht. Mit seinem Bekenntnis, die Schulen gern länger offengehalten zu haben, provozierte er Nachfragen des Moderators und Kritik der Virologin Jana Schroeder, die unter anderem die fehlenden Luftfilter in Schulen monierte. Rabe hielt dagegen, die Expert:innen hätten die Filtersysteme für unnötig erachtet. Die Diskussion zeigte die verhärteten Fronten der Corona-Debatte, die gerade beim Schulthema offenkundig sind. Rabe verwies etwa darauf, dass die Kultusminister für ihren Kurs, den Regelbetrieb so lang wie möglich offenzuhalten, von allen Seiten „kräftig verdroschen“ wurden.

Jana Schroeder bei Markus Lanz im ZDF: „Jede Infektion in einer Schule ist eine zu viel“

Schroeder argumentierte hingegen von den Zahlen her und setzte zur Utopie an: „Jede Infektion in einer Schule ist eine zu viel.“ Mit Verweis auf potenziell gefährliche Virus-Varianten kritisierte die Virologin Rabes als lasch empfundenen Ansatz. Als Negativbeispiel diente der Corona-Ausbruch an der Hamburger Heinrich-Hertz-Schule. Schroeder gemahnte daran, den Infektionsschutz nicht gegen den Kinderschutz auszuspielen. Es ginge darum, die Bildung sicher zu gestalten.

Was das angeht, schlug der gewohnt jovial auftretende Journalist und Publizist Hajo Schumacher innovative Konzepte wie Unterricht an der frischen Luft vor. Die CDU-Nachwuchspolitikerin Diana Kinnert sieht Schule als wichtigen „sozialen Hort“ und forderte eine neue, wissenschaftlich fundierte Souveränität: Die Verantwortlichen sollen sich „nicht unter dem Behördentum wegducken.“

Die Gäste bei Markus Lanz im ZDF
Ties RabeSPD-Politiker
Dr. Jana SchroederVirologin
Hajo SchumacherJournalist
Diana KinnertCDU-Politikerin

Hajo Schumacher bei Markus Lanz (ZDF): Die Abgehängten werden weiter abgehängt

Im weiteren Verlauf der ZDF-Talkrunde von Markus Lanz ging es um die Frage, wie die Pandemie die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen beeinflusst hat. Stimmt die Rede von der „verlorenen Generation“ – oder setzte die Krise auch positive Reize? Hajo Schumacher geht davon aus, dass die Krise vorhandene Probleme verstärkt und die „Abgehängten“ weiter abgehängt hat. Der Journalist problematisierte die eskapistischen Suchtangebote und die binäre Diskussionskultur im Internet.

Eloquent referierte Diana Kinnert im Schlussteil der Sendung über eine neue Form der Einsamkeit unter Jugendlichen. Kinnert sieht Einsamkeit nicht allein in der Abwesenheit der Anderen, sondern in der Qualität sozialer Verbindungen. Letztere habe durch die von Algorithmen gesteuerte Selbstinszenierung in den sozialen Netzwerken abgenommen, auch wenn das Digitale Vorteile bietet. Hinzu kommt das „Gefühl des Ausgeliefertseins“ in einer unübersichtlichen, unzuverlässigen Welt. Mit Verlässlichkeit im Wirtschaftssektor will Kinnert das politische Gemeinwesen festigen; eine große Aufgabe für die Zeit nach Corona. (Christian Horn)

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