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Maischberger (ARD): Wagenknecht hat ganz eigene Fakten zum Thema Corona-Impfung

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Von: Tina Waldeck

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Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht polarisiert bei „maischberger.die woche“ mit ihren Positionen zur Corona-Pandemie. Virologe Streeck gibt ihr teilweise recht.

Berlin - Bei „maischberger.die woche“ diskutieren die Gäste einmal mehr über die Corona-Politik. Mit in der Runde: Sahra Wagenknecht (Die Linke), die als Ungeimpfte einmal mehr betont, dass jeder Mensch für sich selbst verantwortlich ist. Jede Entscheidung kann auch eine falsche Entscheidung sein, die dann halt auch zum Tode führen kann: that‘s life. Selbstbestimmt ins Grab hinein? Gerhart Baum (FDP) schaut sie bei „maischberger. die woche“ in der ARD empört an: „Wir sind auch für unsere Mitmenschen verantwortlich!“ Geimpfte können für Gerhart Baum (FDP) dazu beitragen, anderen Menschen das Leben zu retten. „Es gibt eine Pflicht zur Solidarität in unserer Gesellschaft!“

Dagegen zieht Sahra Wagenknecht (Die Linke) bei „maischberger. die woche“ ganz andere Fakten für sich heran: „Das Impfen verhindert nur einen schweren Verlauf bei sich selbst“, und damit sei dies einzig und alleine ein Selbstschutz. Da gehe es nur um den eigenen Körper. Und ein Krebs-Patient könne sich schließlich auch frei für, aber auch gegen eine Chemotherapie entscheiden. Hart und eindringlich entgegnet ihr Gerhart Baum (FDP), es gehe hier um den Kampf gegen eine Seuche, „der alle ausgesetzt sind“. Doch Sahra Wagenknecht (Die Linke) schüttelt unbeirrbar und stur den Kopf. „Der Staat darf sich nicht in Lebensentwürfe einmischen.“

Sahra Wagenknecht kritisiert die Impfpflicht. (Archivbild)
Sahra Wagenknecht kritisiert die Impfpflicht. (Archivbild) © Dietmar Gust/dpa

„maischberger. die woche“ (ARD): Sahra Wagenknecht (Die Linke) macht Gegenvorschlag zur Impfpflicht

Der Gegenvorschlag von Sahra Wagenknecht (Die Linke)? Anstatt einer Impfpflicht solle sich zum Beispiel in den Pflegeheimen täglich getestet werden: Geimpfte sowie Ungeimpfte. Kein Ausschließen und kein Zwang für Ungeimpfte, fordert Sahra Wagenknecht. Ironischerweise sind die beiden sich bei „maischberger. die woche“ darüber einig, dass die Kommunikation bei Corona per se zu wünschen übrig lässt: „Die Leute finden Politik nicht überzeugend, weil sie sich immer wieder widerspricht“, erklärt Sahra Wagenknecht (Die Linke) bei „maischberger. die woche“ und Gerhart Baum (FDP) stimmt ihr dabei sofort zu. Jeder argumentiert gegen jeden und die gemeinsamen Nenner werden aus Eigennutzen untergraben?

Auch Prof. Hendrik Streeck (Virologe) schießt in der Kommunikation gegen Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und bekräftigt, dass sich der Corona-Virus sehr wohl zu einem leichteren und harmloseren Virus entwickeln „kann“. Alles kann, nichts muss? Zumindest spricht auch er sich dafür aus, Ungeimpfte aus dem „faktischen Lockdown“ herauszuholen: „Die 2G-Regeln sind nicht wissenschaftlich begründet“, verkündet er bei „maischberger. die woche.“ Wenn man sich die Zahlen, wie den berühmt-berüchtigten R-Wert anschaut, sieht man seit Januar schon einen Rückgang.

„maischberger. die woche“ (ARD): Virologe Hendrik Streeck schießt verbal erneut gegen Lauterbach

Bald werden hier auch die Infektionszahlen folgen, da ist sich Prof. Hendrik Streeck sicher. Ist das Plateau der Welle bald erreicht? Der Booster wirkt wie „eine kugelsichere Weste“. Auch wenn er sich für Lockerungen ausspricht, so würde er aber „jetzt nicht alles sofort öffnen, sondern stufenweise vorgehen.“ An dem Tragen von Masken hält er daher nach wie vor fest, denn diese haben nachweislich einen beweisbaren guten Effekt, um Infektionen zu verringern. Auch Geboosterte lobt Prof. Hendrik Streeck (Virologe) bei „maischberger. die woche“, denn diese würden sich nachweislich weniger mit Omikron infizieren, somit auch seltener das Virus weitergeben und sich UND andere damit schützen.

Sendung:maischberger. die woche (ARD)
Moderation:Sandra Maischberger
Sahra WagenknechtDie Linke, Bundestagsabgeordnete
Gerhart Baum, FDP FDP, Bundesinnenminister a. D.
Prof. Hendrik Streeck Virologe Universität Bonn
Mathias Richling Kabarettist
Katharina Hamberger Korrespondentin im Hauptstadtstudio des Deutschlandfunks
Alev Doğan Chefreporterin von „The Pioneer“

Virologe Hendrik Streeck: „2G-Regeln sind nicht wissenschaftlich begründet“

Damit stärkt er Gerhart Baum (FDP) in der Argumentation den Rücken. Die Gerüchte, dass es bei einer Impfung zu einer Toleranzentwicklung kommen oder sogar das Immunsystem geschwächt werden könne, seien dagegen haltlos. In der Kommunikation im Einklang kritisieren Katharina Hamberger (Deutschlandfunk) und Alev Doğan (The Pioneer) den Alleingang von Markus Söder (CSU). Dieser will die Impfpflicht für Pflegekräfte im Freistaat Bayern vorläufig aussetzen.

Dabei hat der bayerische Ministerpräsident noch 2021 einer einrichtungsbezogenen Impfpflicht mit zugestimmt. Das politische Hü und Hott: „Es hat wirklich etwas von Beliebigkeit“, kritisiert Alev Doğan (The Pioneer) bei „maischberger. die woche“. „Gesetze werden ja nicht aus Spaß erlassen.“ Es sollte doch vermutet werden, dass alle Bedenken vor der Umsetzung eines Gesetzes auch besprochen werden und diese nicht immer erst hinterher in den Pressekonferenzen auftauchen. Am 16. Februar ist die nächste Ministerpräsidentenkonferenz zur Corona-Lage angesetzt, wo erneut weitere Stufenpläne besprochen werden sollen, – da darf sich die Bevölkerung wieder über Unklarheiten freuen.

Ukraine-Konflikt – Sahra Wagenknecht (Die Linke) kritisiert: „Russland nicht zu China wegdrängen“

Auch im Ukraine-Konflikt: Fehlende Kommunikation und fehlender Zusammenhalt. Bei der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 sieht es nicht klarer aus: Während des Besuchs von Olaf Scholz bei US-Präsident Joe Biden betonte dieser, dass kein Gas hier durchfließen wird, wenn Russland die Ukraine angreift. Dreist findet Sahra Wagenknecht (Die Linke) diese Aussage, wogegen Gerhart Baum (FDP) das politische Druckmittel bei „maischberger. die woche“ dagegen unterstützt. Dazu erklärt er, dass „die Deutschen“ es hinbekommen haben, „in eine Vertrauenskrise bei ihren Freunden zu geraten“ und erklärt, dass eine Waffenlieferung an die Ukraine hier eine Geste aufeinander zu gewesen wäre. Wichtig sei es doch, dass „wir als Europa zusammenstehen.“„Russland gehört zu Europa“, erklärt da tatsächlich Sahra Wagenknecht (Die Linke) bei „maischberger. die woche“. Das Ziel könne ja nicht sein, „Russland in Richtung China wegzudrängen.“ Alle haben hier eigene Interessen, die – genau wie in der Corona-Politik – nicht ignoriert werden sollten.

Ukraine-Konflikt: Für Sahra Wagenknecht ist die Perspektive entscheidend - auch die russische

Dadurch, dass die NATO auch Truppen in der Nähe von Russland stationiert habe, fühle sich auch Russland verständlicherweise bedroht. Für Sahra Wagenknecht (Die Linke) sind Waffenlieferungen keine Option, um Vertrauen zu schaffen. Auch wenn Gerhart Baum (FDP) mit Fakten dagegen zu argumentieren versucht, dass Russland sich ja auch von den Friedensvereinbarungen der 90er-Jahre entfernt habe und als Beispiel die Annexion der Krim 2014 anführt, beharrt sie darauf, dass – auch hier – die Perspektive entscheidend sei: „Wenn Russland militärische Manöver macht, sagen wir schnell, das sei aggressiv. Aber wenn die NATO militärische Aktionen macht, sind das dann Friedensaktionen.“ (Tina Waldeck)

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