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„Avatar - Der Herr der Elemente“.

„Nächste Folge - Coronakrisen-Edition“

Corona: Anime bietet während der Krise einen Perspektivwechsel

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Öffnen, lockern, zurück zur „Normalität“ heißt es nun. Aber was soll das eigentlich sein? Diese Anime-Serien bieten Perspektivwechsel. Die letzte Folge der Coronakrisen-Edition unserer Serienkolumne.

Wer dachte, in der Corona-Zeit könnte alles nicht noch unwirklicher werden, der wird jeden Tag wieder überwältigt. Sei es von der Einfältigkeit der Menschen oder der Dreistigkeit der Politiker (ja, nur die männlichen Volksvertreter).

Zurzeit ist es auch die allgemeine Aufbruchsstimmung, die nachdenklich macht. Öffnen, lockern, alle wollen schnell zurück zur „Normalität“. Menschen auf der Suche nach einer Rückkehr zu ihrer gewohnten Zerstreuung im weißen, privilegierten Europa.

Corona: Die Möglichkeit einer zweiten Welle in Deutschland ist real 

Die Realität: Nach ersten Lockerungen hat das Robert Koch-Institut vor Nachlässigkeit gewarnt. Die Möglichkeit einer zweiten Welle ist real und nah.

Und was soll diese Normalität eigentlich sein? Ein Zurück zu genau wie vorher wird es kaum geben. Und die andere Frage, die sich stellt, ist: Sollte es das?

Die Kolumne „Nächste Folge“ nimmt regelmäßig Streaming- und TV-Serien in den Blick.

Für wen war das Leben vor der Pandemie normal? War der Rassismus, der tagtäglich in Deutschland Menschen ihrer Sicherheit beraubt, und viele das Leben gekostet hat, normal? Oder diejenigen, die vor Krieg, Zerstörung und Tod flohen und auf dem Weg im Meer ertrunken sind, weil niemand helfen wollte – war das normal? Mit dem Coronavirus befinden wir uns in einer Dystopie. Aber die war für viele bereits da, auch vor Corona.

Wir brauchen eine Umorientierung des Gefühls von dem, was normal ist. Daher empfehlen wir diesmal Anime-Serien, die völlig andere Gesellschaften und Wege zu einem besseren Miteinander zeigen und sich mit dem komplexen Thema menschliches Sein und Wirken auseinandersetzen.

Corona: Animes bieten in Krisenzeiten einen Perspektivwechsel 

„Neon Genesis Evangelion (auf Netflix) zeigt eine dystopische Zukunftsversion unserer Welt, in der unbekannte Wesen aus dem Weltraum, die sogenannten Engel (unsere Richter möglicherweise?), die Erde angreifen. Die Serie wechselt zwischen epischer Erzählung vom Kampf um das Ende der Welt und persönlichen Betrachtungen der Charaktere. Es geht um die großen Fragen der Menschheit, philosophische wie psychologische Aspekte, und die Zerrissenheit, die uns Menschen begleitet.

Zur Info
„Avatar“, „Legend of Korra“ und „Dragon Prince“ sind stilistisch gesehen an den japanischen Anime angelegt und deshalb keine typischen US-Serien. Es sind jedoch keine richtigen Anime, sondern nur Zeichentrickserien mit Anime-Einflüssen.

„Avatar“ (auf Amazon Prime) zeigt, dass wir alle gleich sind und nur durch Vorurteile und Ängste voneinander getrennt werden, was der Kreislauf des Krieges mit Menschen macht und wie komplex Konzepte wie Rache und Gerechtigkeit sind. Die Geschichte dreht sich um vier Reiche (Wasser, Erde, Feuer, Luft), die friedlich existierten, bis die Feuernation den anderen den Krieg erklärte. Verhindern können hätte dies ein Avatar, der jedoch verschwand. Hundert Jahre später finden Katara und ihr Bruder Sokka am Südpol den Avatar Aang. Er muss lernen, die vier Elemente zu meistern, damit er den Krieg beenden kann.

Wer nach „Avatar“ noch nicht genug hat, kann mit „Legend of Korra“ (auf Amazon Prime) weitermachen. Diesmal ist es ein weiblicher Avatar, die der Welt Gleichgewicht und damit Frieden bringt.

Der „Dragon Prince“ (auf Netflix) ist der Schlüssel zu Frieden in dem magischen Land Xadia. Dort suchen nach Macht strebende Menschen dunkle Magie. Dafür müssen sie magische Kreaturen jagen, um deren Essenz zu erhalten, was zu einem jahrhundertelangen grausamen Krieg zwischen Elfen und Menschen führte. Allerdings kommen Callum und Ezran aus den menschlichen Reichen und die Elfe Rayla dahinter, wie der Hass wirklich entstand. Eigentlich verfeindet, schließen sie sich zusammen, um den Frieden der Reiche wiederherzustellen. „Dragon Prince“ zeigt, dass man auch jahrhundertelang gewachsene Ressentiments überwinden kann. Denn auch unüberbrückbar scheinende Differenzen kann man aufarbeiten – und so zu Frieden gelangen.

Die Kolumne „Nächste Folge“, heute letztmals als Coronakrisen-Edition.

Von Sonja Thomaser 

Die Corona-Krise verändert auch in Brandenburg den Alltag - nicht nur, weil mancherorts bolivianische Musiker gestrandet sind.

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