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Anne Will (ARD) nach der Bundestagswahl 2021
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Anne Will (ARD) nach der Bundestagswahl 2021

TV-Kritik

Bundestagswahl 2021: Bei Anne Will (ARD) kommt es zur Annäherung zwischen Grünen und FDP

  • Daland Segler
    VonDaland Segler
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Bei Anne Will (ARD) ging es im Anschluss an die Bundestagswahl recht konstruktiv zu – vor allem zwischen Liberalen und Umweltschützern.

Berlin/Frankfurt - Wenn sich die Kellner aussuchen, wer Koch sein darf: Das (vorläufige) Ergebnis der Bundestagswahl 2021 brachte eine Neuerung mit pikanter Note. Zwar erhoben die beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen jeweils den Anspruch, Bundeskanzler zu werden, aber entscheiden werden vermutlich die b­eiden kleineren Koalitionspartner.

Wiederholt wurde am Wahlabend (26.09.2021) berichtet, dass die Köpfe von FDP und Grünen sich zunächst austauschen und ausloten wollen, was sie eint und was sie trennt in ihren Vorstellungen künftiger Regierungsarbeit. Robert Habeck, Co-Vorsitzender der Grünen, verwies auf seine Erfahrungen aus Schleswig-Holstein, wo er mit dem FDP-Mann Wolfgang Kubicki die Weichen für eine Jamaika-Koalition gestellt hatte.

Anne Will (ARD) zur Bundestagswahl 2021: Wissing (FDP) und Özdemir (Grüne) finden Gemeinsamkeiten

Und so ähnlich, das zeichnete sich bei Anne Wills Sendung (ARD) nach der Wahl ab, könnte es wieder laufen. Das ließ sich vor allem aus den Beiträgen von FDP-Generalsekretär Volker Wissing schließen. Der als beinharter Wirtschaftsliberaler bekannte Politiker, ließ immer mal wieder eine Nähe zu den Positionen seines grünen Kollegen Cem Özdemir erkennen, etwa bei den Themen Digitalisierung oder Bildung.

Und es kam nicht nur ein Satz wie: „Wir stimmen in den Zielen vielfach überein“, sondern Wissing, bis zum Mai Wirtschaftsminister in der rheinland-pfälzischen Ampelkoalition, grenzte sich auch mit seinem Hinweis auf einen notwendigen „Aufbruch“ deutlich gegen die CDU ab. Die Konservativen setzten ja vor allem auf das Bewahren, Erneuerung sei „nicht die Stärke“ der Christdemokraten. Auch habe die CDU in den langen Jahren ihrer Regierung nicht die von der FDP gewünschte Steuerreform zustande gebracht.

Anne Will (ARD) zur Bundestagswahl 2021: Für die SPD wird es nicht leicht

Ob das jetzt auch ein wenig geblufft war oder nicht: Es deutete jedenfalls an, dass die Lage für die Sozialdemokraten, die Stand Sonntagabend Wahlgewinner waren, nicht eben leicht wird, den Sieg auch in eine Regierungsverantwortung umzumünzen. Zumal Wahlverlierer Armin Laschet sich gestern noch als ernsthafter Konkurrent gebärdete und tapfer seine Phrase von der „Zukunftskoalition“ bemühte, die er schmieden wolle – es blieb ihm auch wenig anderes übrig, als alles auf die Karte Kanzleramt zu setzen, wie Journalistin Kristina Dunz bei Anne Will festhielt.

Gäste bei Anne WillARD, 26.09.2021
Reiner HaseloffCDU, Ministerpräsident Sachsen-Anhalt
Lars KlingbeilGeneralsekretär SPD
Volker WissingGeneralsekretär FDP
Cem ÖzdemirGrüne
Kristina DunzJournalistin

„Man hat Armin Laschet so auftreten lassen, das er den Anspruch erheben kann“, formulierte sie. Laschets Parteifreund Reiner Haseloff, Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, gab sich angesichts des Ergebnisses erstmal nachdenklich. Man müsse das Wahlergebnis daraufhin befragen: „Was ist eigentlich damit gemeint gewesen?“

Anne Will (ARD) zur Bundestagswahl 2021: Lars Klingbeil (SPD) in der Rolle des Zuschauers

Offenbar eher keine Neigung zur Veränderung, wie Dunz konstatierte. Das Ergebnis zeige, „dass die Mehrheit der Deutschen nicht wirklich den Wandel will.“ Wohl auch deshalb muss sich die SPD mit dem knappen Vorsprung genügen, wenngleich eine weitere Umfrage ergab, dass bei einer Wahl nur zwischen SPD und CDU 50 Prozent für die Genossen gestimmt hätten, wie Generalsekretär Lars Klingbeil zufrieden zur Kenntnis nahm. Aber im Laufe der Sendung geriet er angesichts des Geplänkels zwischen Özdemir und Wissing eher in die Rolle des Zuschauers.

Anne Will, Das Erste

Sonntag, 26.09.2021, 21.30 Uhr. In der ARD-Mediathek

Ohnehin erstaunlich, dass eine mögliche Jamaika-Koalition gleichwertig wie eine Ampel diskutiert wurde, obwohl die Mehrheit der Grünen eindeutig für letztere votieren würde. Aber wie immer auch die Verhandlungen letztlich ausgehen: Polit-Profi Haseloff gab der künftigen Regierung eine Weisheit mit auf den Weg: „Was wirklich relevant war in den vergangenen Jahren, wie Flüchtlinge, Corona, Flutkatastrophe, stand in keinem Koalitionsvertrag drin.“ (Daland Segler)

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