Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Der Film „Blue Note Records - Beyond the Notes“ auf 3sat zeigt Bilder von Jazz-Konzerten.
+
Der Film „Blue Note Records - Beyond the Notes“ auf 3sat zeigt Bilder von Jazz-Konzerten.

TV-Kritik

Blue Note Records - Beyond the Notes (3sat): Dokumentation über legendäres Jazz-Label

  • vonHans-Jürgen Linke
    schließen

Der Film „Blue Note Records - Beyond the Notes“, der am Samstag (23.01.2021) ab 21.55 Uhr auf 3sat läuft, erzählt die Geschichte von zwei deutschen Jazz-Fans in Amerika.

  • Der Film „Blue Note Records - Beyond the Notes“ läuft am Samstag (23.01.2021) auf 3sat.
  • Es geht um ein legendäres Jazz-Label in den USA.
  • In Dokumentation sind unter anderem historische Bühnenauftritte zu sehen.

Mainz - Als Alfred Lion am 21. April 1908 in Schöneberg, damals noch eine Stadt am Rande Berlins, geboren wurde, hieß er Alfred Löw; einer seiner Jugendfreunde war der Berliner Frank Wolff. Alfred wurde in den wilden Berliner Zwanzigern ein kompetenter Musikhörer, Frank wurde Fotograf. Beide liebten den noch jungen Jazz, und beide flohen in den 1930-er Jahren zu unterschiedlichen Zeiten und auf unterschiedlichen Routen aus Nazi-Deutschland. 1939 trafen sie sich in New York wieder und gründeten das nach wie vor legendäre Jazz-Label Blue Note

Hier beginnt die Geschichte, die Sophie Hubers Film „Blue Note Records - Beyond the Notes“, der am Samstag (23.01.2021) ab 21.55 Uhr auf 3sat läuft, erzählt. Er erzählt von zwei Jazz-Fans, die einen (anti-rassistischen) amerikanischen Traum wahr machen, obwohl sie keine gebürtigen Amerikaner sind und ihren lustigen deutschen Akzent nie ablegen. Er erzählt von einem Deutschen, der genaue Vorstellungen hat, wie Jazz klingen soll und der es schafft, sich die richtigen Leute zusammen zu suchen und ein einzigartiges Schallplatten-Label in die Welt zu setzen. Und von einem Mann, der als Fotograf eine spezielle Ästhetik der Cover-Gestaltung kreiert, die der Marke Blue Note äußerst förderlich ist. 

„Blue Note Records - Beyond the Notes“ auf 3sat: Ideen der Musik stehen im Zentrum

Der Film „Blue Note Records - Beyond the Notes“ auf 3sat erzählt auch von der mählichen Emanzipation afroamerikanischer Musiker und von der Rolle, die Lion und Wolff dabei spielten. Die Musiker, die in dem Film auftauchen, sind allesamt Schwarze, und Blue Note war von Anfang an eine Institution der afroamerikanischen Community. Das lag vor allem daran, dass schwarze Musiker bei anderen Plattenfirmen Schwierigkeiten hatten, wenn sie ihre eigene Musik spielten. Plattenfirmen wollten (und wollen) Platten verkaufen; Blue Note auch, aber im Zentrum standen doch vor allem die Künstler und ihre Ideen zur Musik.

Sophie Hubers Dokumentation „Blue Note Records - Beyond the Notes“ (3sat) mischt Filmsequenzen von historischen Bühnenauftritten und Studio-Sessions mit Stills aus alten Zeiten und mit Statements von jüngeren Musikern. Man sieht und hört die Heroen des Jazz wie Herbie Hancock, Miles Davis, Art Blakey, Sonny Rollins, Wayne Shorter, John Coltrane und andere. Man vernimmt empörende Geschichten vom US-amerikanischen Rassismus, und man kann erstaunt dabei zuhören, wie Musiker aus der älteren Zeit über Musik reden. Ganz anders klingen die jüngeren Leute, wenn sie über HipHop und Samplings sprechen und über ihre ambivalenten Beziehungen zum alten Jazz

„Blue Note Records - Beyond the Notes“ (3sat): Jazz-Label wird verkauft

Weil Verkaufshits im Jazz nicht allzu häufig sind und Blue Note nicht in erster Linie an Hits interessiert war, gab es im Hause immer mal ökonomische Probleme. Sie führen 1965 dazu, dass Lion und Wolff die Firma verkauften – an die Plattenfirma Liberty und mit der Maßgabe, in der Geschäftsführung zu bleiben. Lion verließ diesen Posten bald, Wolff starb 1971. Da war Liberty schon an United Artists verkauft, das 1979 von der EMI gekauft wurde, die Blue Note einstellte. 

Unter dem Dach von Capitol und mit dem Geschäftsführer Bruce Lundvall erfolgte 1985 eine Neugründung und Neuorientierung: Neben der riesigen Backlist steht jetzt HipHop im Programm und Künstler*innen wie Norah Jones, Robert Glasper, Ambrose Akinmusire und viele Andere. Hits sind nicht mehr verpönt. Blue Note war noch nie etwas für Puristen. 

„Blue Note Records - Beyond the Notes“: Veränderungen in der afroamerikanischen Community

Zugleich erfährt man im Dokumentarfilm „Blue Note Records - Beyond the Notes“ auf 3sat zwischen den gezeigten Bildern und Äußerungen (wäre es ein Text, würde man sagen „zwischen den Zeilen“) auch einiges über Veränderungen in der afroamerikanischen Community im Spannungsfeld zwischen Kultur und Kommerz. (Hans-Jürgen Linke)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare