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Immer guckt einer zu, hier: Catherine Flemming (unten) und Hildegard Schroedter als Freundinnen von nebenan.
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Immer guckt einer zu, hier: Catherine Flemming (unten) und Hildegard Schroedter als Freundinnen von nebenan.

Tatort

Bisschen rumküssen

Und bisschen Bundeswehr. Der eingeschobene Lindholm-Tatort schwächelt ungewohnt. Er ersetzt die aus ARD-NDR-Sicht nach den Pariser Terroranschlägen unpassende Til-Schweiger-Doppelfolge.

Die unheimliche Seite der berechtigten und begreiflichen kollektiven Pietät zeigt sich auch hier: Der Tatort, der am Sonntag den ersten Teil der aus ARD-NDR-Sicht nach den Pariser Terroranschlägen unpassenden Til-Schweiger-Doppelfolge ersetzt, spielt unter Angehörigen der Bundeswehr und zwar bei der Luftwaffe. Ganz ideal kommt einem das ebenfalls nicht vor.

Allerdings ist „Spielverderber“ nun wirklich kein politischer Krimi. Das Thema überstresster Soldaten wird lediglich gestreift – Soldaten, die zu viel arbeiten müssen, wie du und ich, nur sind die Distanzen gewaltiger, wenn er oder sie auf Nachtschicht muss. Dafür ist die Schlamperei bei den Schichtplänen auch hier des Pudels Kern. Und im Handlungskern steckt ein privates Drama, das hier bloß zwischen extrem lauten Flugzeugen und einer unangenehm klatschigen, verschworenen Submilieu-Nachbarschaft platziert wurde.

In einer solchen Umgebung kann keiner einen Schritt tun, ohne dass irgendwo die Vorhänge wackeln. Catherine Flemming und Hildegard Schroedter als Fliegerwitwen tun an dieser Stelle, was sie können, um ein bisschen für Atmosphäre zu sorgen. Daniel Zimmermann als braver kleiner Hauptmann übernimmt diesen Part auf dem Fliegerhorst.

Aber die Kleinstrollen wurden quasi hingebungsvoller ausgestaltet als der Verlauf, das Gros der Dialoge und vor allem als das Ende, dem eine entsetzliche Szene  auf den letzten Drücker noch aufhelfen soll. Tatsächlich gestaltet sich der Fall im Drehbuch, das Regisseur Hartmut Schoen zusammen mit Susanne Schneider schrieb, gar zu schlicht. Gerade das dramatische Ende macht deutlich, wie uninteressant die Figuren bleiben müssen: Gerdy Zint als zorniger Soldat und Ex-Mann des Mordopfers, Jasmin Gerat als seine zutiefst verschlossene Kollegin, Thure Lindhardt als deren Mann. Denn arg übersichtlich ist es auch, aber die Übersichtlichkeit wird nicht durch Intensität wettgemacht.

LKA-Ermittlerin Lindholm aus Hannover, Maria Furtwängler, befindet sich unterdessen in einer seltsamen Phase aus somnambulem Dahintreiben, einer Naivität, die sie sich echt nicht leisten darf, und zupackenden Sekunden. „Marschbefehle kann man nicht aufhalten.“ – „Schaumermal.“

Zwei, nein drei Sachen sind aber so gut gelungen, dass es unbegreiflich ist, warum der Rest dermaßen schwächelt. Erstens lässt die gesamte Anfangssequenz Angsthasen voll auf ihre Kosten kommen. Man weiß nichts, man sieht nichts, aber man hat die furchtbarsten Bedenken und das zu Recht. Anschließend macht das die Enttäuschung aber nur umso größer. Zweitens verschuldet Lindholm einen Unfall mit Blechschaden. Auch wenn völlig klar ist, dass sie den Mann (Richard van Weyden) wiedersehen wird, ist es zu schön und gemein, wie sie ihn mittels Polizeimarke zusammenfaltet. 

Drittens erlebt die Ermittlerin einen ihrer wachen Momente, als sie sich flink und folgenlos verknallt, mit kleiner Herumküsserei. Das Plötzliche, Kindische, Blödsinnige daran spielt Maria Furtwängler einfach hinreißend.

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