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Und nun? Ezra Miller, Ben Affleck und Gal Gadot (v. l. n. r.) in "Justice League".
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Und nun? Ezra Miller, Ben Affleck und Gal Gadot (v. l. n. r.) in "Justice League".

"Justice League"

Die besonders große Koalition

  • Daniel Kothenschulte
    VonDaniel Kothenschulte
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Wie viele DC-Comichelden kann ein einziger Film vertragen? In Zack Snyders "Justice League" treten sie sich förmlich auf die Füße und das auch noch gerne in Zeitlupe.

Superkräfte waren bei diesem geballten Zusammentreffen von DC-Comichelden leider nicht am Werk, weder am Drehbuch noch in Zack Snyders überraschend oberflächlicher Inszenierung, die sich für keinen seiner übergroßen Helden wirklich zu interessieren scheint. Es ist wohl das Dilemma dieser Ensemble-Filme, dass man keinen der Herrscher über langjährige Heftserien zum Primus inter Pares zu erheben wagt – denn das könnte ja den Marktwert der anderen Figuren für künftige Folgefilme schwächen.

Bruce Wayne (Ben Affleck) ist ein müder Recke zu Beginn der formelhaften Geschichte, die nach dem Tode Supermans (Henry Cavill) in einer dystopischen Gesellschaft ihren Anfang nimmt. Geplagt vom Survior-Guilt-Syndrom hat er sich immerhin wieder dem Pfad der Tugend verschrieben, doch den geht man besser in Gesellschaft. Ein wenig geht es zu wie bei den Bremer Stadtmusikanten, wo sich das siegreiche Ensemble aus Außenseitern auch erst nach und nach komplettierte.

Wonder Woman (Gal Gadot) ist als Erste zur Stelle, die mit ihrem Amazonenpanzer dem Schurken der Geschichte nicht nur an Kraft, sondern auch in Stilfragen am nächsten kommt: Es ist der ebenso archaisch gewandete Welteneroberer Steppenwolf (Ciarán Hinds), dessen große Zeit bereits Jahrtausende zurückliegt. Nun ist er hinter drei magischen Würfeln her, sogenannten Mutterboxen, die einmal zusammengebracht, unbegrenzte Kraft verheißen. Synergien fließen ebenso zwischen „Batman“ Bruce Wayne und Mitstreiterin Wonder Woman, aber dass es zwischen beiden auch sonst funkte, ist im Drehbuch leider nicht vorgesehen.

Schnell legen sie sich eine Familie zu, bevor noch jemand auf irgendwelche Gedanken kommt: Sie besteht aus dem Technik-Nerd Barry Allen (Ezra Miller), der laufen kann wie ein geölter „Roter Blitz“ und immerhin ab und zu charamant-stotternd ein Scherzchen wagt, sowie zwei weiteren Eigenbrötlern: Aquaman (Jason Momoa) und Cyborg (Ray Fisher), dessen High-Tech-Körper so gar nicht zum Design der anderen Charaktere passt. Fehlt nur noch der verstorbene Superman, dessen drohende Auferstehung der Verleih wie ein Geheimnis hütet, aber natürlich unausweichlich ist.

So viel geballte Heldenkraft könnte eigentlich nur in deren Unterschiedlichkeit und kleinen Rivalitäten glänzen, doch dafür ist in den kurzen narrativen Passagen zwischen den Actionszenen kaum Raum; zumal Zack Snyders überstrapaziertes Markenzeichen, die Zeitlupeneffekte, weitere Leinwandsekunden kosten. Ein wenig geht es zu wie bei den „Super Groups“ der Popgeschichte: Da trafen sich dann all die großen Individualisten, und alles, was dabei herauskam, waren Lieder wie „We Are The World“. Nein, auch Fans sollten sich mit diesem „mehr ist mehr“ nicht zufriedengeben, denn was vor allem auf der Strecke bleibt, ist der Stimmungsgehalt der großen Batman-Filme. Wenn man für einen Moment Danny Elfmans Filmmusik lauscht, der letzten Brücke dorthin zurück, denkt man wehmütig an Tim Burton.

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