Diversität im Film

Berlinale: „Das System hacken“

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Eine lebhafte Veranstaltung mit Pro Quote Film über Gendergerechtigkeit.

Die Schauspielerin und Autorin Mateja Meded fasst das Problem folgendermaßen zusammen: „Das System, in dem wir leben, ist ein großer, weißer Heteroschwanz, und er ist immer sichtbar.“ Und die Lösung? „Entweder ich bringe mich um, oder ich komme mit einer Kalaschnikow und bringe alle anderen um, oder wir hacken das System.“ Letzteres ist dem Applaus zufolge ganz offensichtlich der Weg der Wahl des Publikums bei der Berlinale-Veranstaltung der Gender-Gerechtigkeitsbewegung Pro Quote Film in der Akademie der Künste am Pariser Platz.

Gemeint ist das System, in dem die Hälfte aller Filmemacherinnen auf dem Weg von der Hochschule bis zur Leinwand verlorengehen, wie Juliane Seifert, Staatssekretärin im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, vorrechnet. Das System, in dem Frauen in Filmen weniger Rollen haben, weniger Text bekommen und sowieso nie so lange im Bild sind wie Männer. Das System aber auch, in dem das kleine Stück vom Filmkuchen, das Frauen abbekommen, im wesentlichen unter weißen Mittelschichtsfrauen ohne Handicap verteilt wird. Alle anderen, heißt es hier immer wieder, werden in den meisten Drehbüchern mit dem Problem ihrer Abweichung identifiziert: ihrer Hautfarbe, ihrer Queerness, ihrem Im-Rollstuhl-Sitzen.

Unter dem Hashtag-Motto „Share your Power“ wird die Sichtbarkeit von Diversität im Film gefordert sowie unter den Machern und Macherinnen ein Bewusstsein für Intersektionalität (also dafür, dass es verschiedene, sich verschränkende Arten von Benachteiligung gibt) und die jeweils eigenen Privilegien.

Im Namen postmigrantischer und schwarzer Frauen sowie Frauen of Colour haben die Filmemacherinnen Biene Pilavci und Pary El-Qalqili „Super-8-Filmforderungen“ gestellt, die helfen sollen, das System (s.o.) tatsächlich zu hacken: divers zusammengesetzte Gremien gehören ebenso dazu wie Anti-Rassismus-Schulungen für alle, die öffentliches Geld verteilen. Das Resümee der Schauspielerin Lara-Sophie Milagro: „Wovon ich träume, ist, dass meine Tochter nicht mehr auf solchen Podien sitzen muss. Denn sich nicht erklären zu müssen, das ist das größte Privileg.“

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