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Benedetta
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Die streng gläubige Benedetta (Virginie Efrira) macht im Kloster eine außergewöhnliche Wandlung durch.

Hinter Klostermauern

„Benedetta“: Paul Verhoeven provoziert mal wieder

Seinen Kritikern und dem Publikum macht es Paul Verhoeven nicht ganz einfach. Auch in seinem neuen Film herrscht kein Mangel an verstörend-provokanten Momenten.

Berlin - Auch mit über 80 Jahren hat Paul Verhoeven die Lust am Provozieren nicht verloren. Schon in der Vergangenheit sorgte der niederländische Regisseur mit Filmen wie „Basic Instinct“ mit Sharon Stone sowie dem Vergewaltigungs-Thriller „Elle“ für Furore und hitzige Diskussionen.

Jetzt hat er sich die Biografie einer lesbischen Nonne aus der Zeit der italienischen Renaissance vorgenommen - und dürfte damit wieder anecken.

„Benedetta“ fängt ziemlich harmlos an: Die junge und streng gläubige Benedetta tritt als Novizin in ein Kloster ein. Sie soll über besondere Fähigkeiten verfügen, ja, sogar einen direkten Draht nach ganz oben haben. Eines Tages aber kommt mit Bartolomea eine sehr hübsche Novizin dazu. Sie schert sich nicht um Regeln und Konventionen. Schon bald kommen sich die beiden Frauen näher, als die Kirche das erlaubt.

Allein diese Beschreibung lässt erahnen, dass Verhoeven aus diesem Stoff kein allzu ernstes Drama macht. Stattdessen hat er Spaß an Überhöhungen und Übertreibungen - und erzählt mit einem voyeuristischen, erotisch aufgeladenen Blick. Selbst ein gut gebauter Jesus lässt dabei die Hüllen fallen.

Ist das die lüsterne Sehnsucht eines älteren Mannes angesichts junger Körper oder einfach die Lust zur (religiösen) Provokation? Das lässt sich in diesem Fall bei Verhoeven (83) nicht so einfach beantworten. In Russland wurde der Film jedenfalls bereits verboten.

Vor allem eine Szene wird in Erinnerung bleiben. Irgendwann sind die beiden Novizinnen so im Rausch, dass sie eine Heiligenfigur zum Dildo umschnitzen und liebevoll bearbeiten. Dass Charlotte Rampling als strenge und argwöhnische Äbtissin auch immer mal wieder auf der Leinwand erscheint, wird dabei schon fast zur Nebensache. Letztendlich ist es eine persönliche Entscheidung: Man kann „Benedetta“ als Schund abtun - oder als schräge Unterhaltung sehen.

Benedetta, Frankreich 2021, 131 Min., FSK ab 16, von Paul Verhoeven, mit Virginie Efira, Daphne Patakia, Charlotte Rampling dpa

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