+
Bewegungsfreude: Lars Riedel und Tänzerin Marta Arndt.

Let's dance

Der Bauch ist weg

Auch sein Bauchspeck bringt Sänger Marc Terenzi keinen Wettbewerbsvorteil: Er scheitert am Quickstep und am gestrengen Joachim Llambi. „Tanz-Godzilla“ Lars Riedel hingegen begeistert Publikum und Jury.

Von Klaudia Wick

Er hatte sich so viel vorgenommen: Der Bauch sollte weg; Tanzjuror Joachim Llambi hatte das Marc Terenzi bereits in der Vorwoche mit auf den Weg ins Training gegeben. „Ich habe nur Bauch trainiert“, verriet Terenzi im Einspieler. Doch das war vielleicht auch wiederum ein Fehler. Denn diesmal war der Strengste auf der Let’s dance“-Turnierrichterbank mit dem Ex-Mann von Sarah Connor schon wieder nicht zufrieden: „Ich habe keinen Quickstep gesehen, sondern ein Kasperle-Theater“. Am Ende der Show folgten die Zuschauer Llambis Empfehlung und wählten Marc Terenzi samt Bäuchlein aus dem Rennen.

Castingshows müssen nicht „The Swan“ heißen, um ihre immer gleiche Geschichte vom hässlichen Entlein zu erzählen, aus dem vor aller Augen ein wunderschönere Schwan wird. Mit etwas Babyspeck hatte auch schon seinerzeit Marco Schreyl in „Dancing on Ice“ die Schlittschuhe angezogen und war dann mit einem knackigen Eisläuferpopo im Finale angetreten. Und in der Vorjahresstaffel von „Let’s dance“  kam es zu einem viel beachteten Hüftgoldfinale zwischen Maite Kelly und Moritz A. Sachs, dem Benny aus der „Lindenstraße“. Gerade dass die Kandidaten in so kurzer Zeit solche Leistungssprünge vollbringen, machte den Showwert solcher sportlichen TV-Wettkampfs ja aus.

Fitte Model-Absolventin gegen gebrochene Rippe

In diesem Jahr ist aber mit Rebecca Mir und ihrem Tanzpartner Massimo Sinató ein Paar am Start, das schon jetzt aussieht wie nach drei Staffel „Let’s dance“: Gertenschlank, topfit und aufeinander eingespielt als würden sie schon seit Jahren miteinander tanzen. Völlig gerechtfertig waren da die Bestnoten, die von der Jurybank kamen: Nicht nur Vorjahressiegerin Maite Kelly und die Tanzprofis Roman Frieling und Motsi Mabuse gaben eine Acht, sondern auch der sonst immer so knauserige professionelle Wertungsrichter Llambi. Allerdings ist dieses Topergebnis nur die Hälfte wert, wenn man bedenkt, dass Rebecca Mir mit 21 nicht nur die Jüngste, sondern als Model-Absolventin gerade aus Heidi Klums Traininslager „Germanys Next Topomodel“ kommt und also für einen quicken Step die besten Voraussetzungen von allen mitgebracht hat.

Wie soll sich dagegen Gitte Haenning behaupten, die nach einem Trainingsturz auch noch mit gebrochener Rippe antreten musste? Etwas uncharmant begann Juror Freiling sein Lob für den Auftritt der Schlagersängerin mit den Worten: „In einem Alter, in dem andere sich bei einem Spaziergang auf dem Friedhof fragen: Macht der Rückweg noch Sinn?...“, das rang dem Publikum ein „hohoho“ ab, brachte aber auch noch einmal eine geheime Regel dieser Castingshow in Erinnerung: Es geht nicht allein um die allgemeingültige Schrittfolge eines Standardtanzes, sondern immer auch um den individuellen Kampf mit dem Schweinehund.

Bäuchlein als Wettbewerbsvorteil

Auch deshalb durfte wohl „Tanzbär“ Lars Riedel im Rennen bleiben: Der Hüftschwung des Zweimetermannes hat vielleicht nicht die juvenile Erotik von Rebecca, aber der Diskuswerfer Riedel (Armspanne 2,11m) begeisterte als „Tanz-Godzilla“ (Motsi Mabuse) Jury und Publikum mit seiner unbekümmerten Bewegungsfreude. Im Mittelfeld versteckten sich diejenigen, die zum Bewundern zu schlecht, zum Bemuttern aber noch zu gut sind: Die beiden Volksmusikstars Stefanie Hertel und Patrick Lindner, der Ex-Kindertar Patrick Bach und der EX-DSDS-Kandidat Ardian Bujupi sind nicht gerade die Lieblinge der Jury, Madalena Brzeska hatte als ehemalige Deutsche Meisterin in der Rhythmischen Sportgymnastik körperlich ganz gute Voraussetzungen wie auch die Sängerin Mandy Capristo, die nach eigenen Angaben schon mit neun ihren ersten Tanzunterricht nahm.

Beide dürfen aber deshalb umso weniger auf die Sympathie eines Publikums hoffen, das mit den Votings meist ganz im christlichen Sinne die Geringsten am Höchsten schätzt, und also dort besonders stark anruft, wo der liebe Gott an den Voraussetzungen für einen eleganten Auftritt ein wenig gespart hat: Die blinde Berliner Sängerin Joana Zimmer haben die Zuschauer deshalb längst fest in ihre Herzen geschlossen. Bisher waren die Finalisten von „Let’s dance“ am Ende immer jene, die ihr mitgebrachtes Handycap mit viel Blut, Schweiß und Tränen wegtraineren konnten. Das wird sicher auch diesmal nicht anders sein. Das Bäuchlein von Marc Terenzi hätte also ein Wettbewerbsvorteil sein können. Jetzt ist er weg. Der Kasperlekandidat. Nicht der Bauch. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion