Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Die Staue „Junger Ritter des Ordens vom goldenen Vlies“ aus dem 1600 Jahrhundert soll Karl V zeigen und ist bei einer Vorbesichtigung der Ausstellung „Der gekaufte Kaiser – Die Krönung Karls V. und der Wandel der Welt“ zu sehen.
+
Die Staue „Junger Ritter des Ordens vom goldenen Vlies“ aus dem 1600 Jahrhundert soll Karl V zeigen und ist bei einer Vorbesichtigung der Ausstellung „Der gekaufte Kaiser – Die Krönung Karls V. und der Wandel der Welt“ zu sehen.

TV-Kritik

Arte-Doku über Kaiser Karl V.: Unruhige Zeiten – kriegerische Geschichte Europas

  • vonHans-Jürgen Linke
    schließen

„Kaiser Karl V. – Wunsch und Wirklichkeit“: Die Arte-Dokumentation über den Kaiser und die Anfänge der kriegerischen Geschichte Europas. Die TV-Kritik.

  • Kaiser Karl V. – Wunsch und Wirklichkeit“: Arte-Dokumentation zeigt persönliche Perspektive auf die Person Karl V.
  • Arte-Doku: Grundmotiv verudeutlicht, dass Karl V. Widersprüche im Reich nicht unter seine Krone bringen konnte.
  • Karl V. war der erste Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, der vor seinem Tod abdankte.

Aachen - Würde zum Beispiel ein engagierter Protestant eine Dokumentation über Karl V. zusammenstellen, käme etwas völlig anderes heraus, als wenn etwa ein Kunsthistoriker das täte. Oder ein Militärhistoriker, ein Chronist des Hauses Habsburg, ein Kritiker der Zerstörung der präkolumbianischen Kulturen des heutigen Lateinamerika? 

Zum Kaiser des Heiligen Römischen Reichs gekrönt: Arte-Doku über Kaiser Karl V.

Karl V., der 1520 in Aachen zum „erwählten Kaiser“ und 1530 von Papst Clemens VII. zum Kaiser des Heiligen Römischen Reichs gekrönt und gesalbt wurde, war ein multipler Kaiser. Die Zeit seiner Herrschaft war turbulent, das Reich weitläufig und von tiefen Interessengegensätzen, wirtschaftlichen und kulturellen Differenzen zerfurcht. 

Wilfried Hauke wählt in seiner Arte-Doku einen geschichtsphilosophisch grundierten Weg und entscheidet sich für eine recht persönliche Perspektive auf die Person Karls V. Das bleibt, bei der unklaren und widersprüchlichen Datenlage, mehrdeutig, erzeugt aber immerhin eine konsistent erzählbare Geschichte.

Die Arte-Dokumentation folgt dem Grundmotiv, dass Karl letztlich nicht in der Lage war, all die Widersprüche im Reiche zu bändigen und unter eine – seine – Krone zu bringen. Wie sollte das auch gehen in einem Reich, in dem, wie er selbst sagte, die Sonne nicht untergeht, weil Teile seines Reiches begonnen haben, Teile der Welt für sich zu erobern? In einer Zeit, in der das heute so genannte Mittelalter zu Ende gegangen ist, in der die Gedankenwelt des Humanismus sich auszubreiten beginnt und raumgreifende wirtschaftliche, militärische und geopolitische Aktivitäten von Europa aus die Welt verändern? Gar nicht zu reden von der Kunst, von den ersten Ahnungen moderner Wissenschaft, von einer nachhaltigen Spaltung der ehemals einigen christlichen Kirche? 

Arte-Dokumentation zeigt persönliche Perspektive auf die Person Kaiser Karls V.

Karl V. sah sich wohl als legitimen Nachfolger Karls des Großen, also als einen mittelalterlichen Herrscher im Heiligen Römischen Reich. Er war Anhänger eines Konzepts von Universalmonarchie, in der der Kaiser mit klarem Vorrang vor Königen und Hochadel ganz oben im Reiche thronte. 

Aber schon seine Wahl trug postmittelalterliche Züge, denn er finanzierte sie mit üppigen Bestechungsgeldern, die ihm die Fugger – mächtige Repräsentanten des Handelskapitals der Renaissance – bereitwillig leihweise zur Verfügung stellten. Natürlich nicht ganz ohne Eigennutz. Karl war auf die reichen Schätze aus den Kolonien angewiesen, zweifelte aber zugleich tief an den christlichen Methoden und Motiven der spanischen Conquista. Im Südosten musste sich das Reich gegen die Osmanen verteidigen. Im Inneren gibt es Intrigen und Bürgerkrieg, etwa gegen Franz I von Frankreich. Die Auseinandersetzungen mit dem Protestantismus nahmen an Intensität und Tätlichkeit explosionsartig zu. Die weitläufige Familie hielt zu ihm und unterstützte seine Herrscher-Arbeit, aber letztlich war die Aufgabe zu groß, zu widersprüchlich und zum Verzweifeln.

Arte-Doku: Karl V. war der erste Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, der vor seinem Tod abdankte

Und genau das tat er schließlich: verzweifeln. Karl V. war der erste Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, der vor seinem Tod abdankte. Krank und resigniert zog er sich, 36 Jahre nach dem Antritt seiner Herrschaft, ins Kloster San Jerónimo de Yuste zurück, wo er zwei Jahre später im Alter von 58 Jahren starb. Das Reich hatte er unter mehreren Nachfolgern aufgeteilt – was als Auftakt einer zunehmend dramatischen und blutigen Geschichte Europas gelesen werden kann. (Hans-Jürgen Linke)

Kaiser Karl V. – Wunsch und Wirklichkeit

Arte, 2. Januar, 20:15 Uhr. Im Netz: arte +7

Eine Arte-Dokumentation über gesunde Pummelchen und kränkelnde Supermodels. Arte Doku: Toni Kroos - der verkannte Weltstar von Real Madrid 

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare