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Fernsehen im Ersten: Warum ARD häufig falsch verwendet wird

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Von „Anne Will“ bis „Hart aber fair“: Die ARD bietet seinen Zuschauern Unterhaltung, ob im TV oder in der Mediathek. Warum ARD und Das Erste nicht das gleiche sind.

  • ARD-TV-Formate wie „Anne Will“ oder „Hart aber fair“ gehören zu den beliebtesten Talkshows
  • Die Inhalte der ARD können im TV oder in der Mediathek geschaut werden
  • Alles, was zur ARD und dem TV-Programm wichtig ist

Die Generation aus den Neunzigern wird sich noch daran erinnern. Es ist samstags, irgendwann morgens und na klar: Es wird Das Erste eingeschaltet. Denn da läuft der Tigerenten Club. Jahre später, man ist erwachsen geworden, vielleicht reifer, hoffentlich klüger, heißt das Programm im Ersten „Anne Will“ oder „Hart aber fair“. Politische Diskussionen reizen im Alter einfach mehr als Challenges im Bällebad. 

Doch das Faible für die ARD bleibt. Der TV-Sender ist eine deutsche Institution - und wird häufig im Kontext falsch verwendet. 

ARD: Wie sich der TV-Sender zusammensetzt

Es ist schon ein paar Jährchen her. Genauer gesagt knapp 70 Jahre. 1950 wurde die Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland, kurz ARD, gegründet. Es handelt sich dabei um einen Verbund öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten in Deutschland und wird somit über den berühmt-berüchtigten Rundfunkbeitrag finanziert. 

Der Verbund besteht aus neun Landesrundfunkanstalten, die da wären: 

  • Bayerischer Rundfunk (BR
  • Hessischer Rundfunk (HR
  • Mitteldeutscher Rundfunk (MDR
  • Norddeutscher Rundfunk (NDR
  • Radio Bremen 
  • Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb
  • Saarländischer Rundfunk (SR
  • Südwestrunkfunk (SWR
  • Westdeutscher Rundfunk Köln (WDR

Als quasi zehntes Mitglied der ARD fungiert die Deutsche Welle, die deutsche Auslandsrundfunkanstalt. 

Das Sendeangebot der ARD: Von Arte bis 3sat

Gemeinsam veranstalten die Sender der ARD elf Fernsehprogramme, 55 Hörfunkprogramme und haben ein jährliches Budget von etwa 6,3 Millionen Euro zur Verfügung. Die Sendungen werden über die Gemeinschaftsfernsehprogramme Das Erste, ARD-alpha, One und tagesschau24 sowie über die jeweils eigenen regionalen TV- und Hörfunkprogramme bereitgestellt und verbreitet. Damit bildet die ARD gemeinsam mit dem ZDF und dem Deutschlandradio den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland

Zu den weiteren Sendeangeboten der ARD zählen: 

  • ARD-alpha
  • One
  • Tagesschau24
  • DW-TV
  • 3sat
  • Arte
  • KiKa
  • Phoenix
  • funk

Einige dieser Sender werden in Kooperation mit dem ZDF befüllt (3sat, KiKa, Phoenix, Arte, funk). 

ARD oder Das Erste? Was man dazu wissen muss

Die ARD, deren Zentrale in Berlin Mitte zu finden ist, wird oft als Synonym für den Hauptsender verwendet. Diese Bezeichnung ist jedoch ungenau, denn: Der Haupt-TV-Sender der ARD hieß zuerst Deutsches Fernsehen, dann Erstes Deutsches Fernsehen. Heute freilich ist der Sender unter Das Erste bekannt. 

ARD: Onlineangebot statt TV - hier finden Sie Ihre Themen

Wie die anderen TV-Sender auch geht die ARD mit der Zeit und bietet im Internet ein breites Angebot an. So findet sich unter ARD.de ein eigenes Onlineangebot. Doch Achtung: Für die Rubriken Nachrichten, Sport und Börse gibt es separate Homepages. Die Nachrichten werden durch die Redaktion von tagesschau.de in Hamburg abgedeckt, der Sport durch sportschau.de in Köln und die ARD-Börsenredaktion in Frankfurt am Main übernimmt das Thema Börse.

Lediglich die Rubriken Ratgeber, Wissen und Kultur werden von der ARD-Redaktion in Mainz zusammengestellt. 

Die Mediathek der ARD: Was dort zu finden ist

Neben der eigentlichen Homepage kann man bei der ARD auch auf eine Mediathek zurückgreifen. Hier finden sich zahlreiche Filme und Serien, Talkshows und Nachrichtensendungen. Besonders beliebt sind zum Beispiel die wöchentlichen Krimiklassiker Tatort und Polizeiruf 110. Doch auch eigene Produktionen wie die Soap Rote Rosen, das historische Drama Charité und die erfolgreiche Serie Babylon Berlin haben ihren Platz in der Mediathek der ARD. 

Seit März 2020 verfügen die Mediatheken der ARD und ZDF über einen gemeinsamen Login. Nutzer können die Inhalte beider Plattformen also mit einem Account anschauen. So lassen sich etwa Merklisten anlegen. Wer sich allerdings keinen Zugang anlegen möchte, kann die Inhalte beider Mediatheken problemlos auch ohne Account nutzen. 

Die Mediathek der ARD: Warum Filme plötzlich verschwinden

Anders als bei Streaming-Portalen wie Netflix oder Amazon Prime sind manche Inhalte der ARD-Mediathek zeitlich begrenzt verfügbar. Grund dafür ist der Rundfunkstaatsvertrag. Dieser sieht vor, dass von der ARD gekaufte Spielfilme nicht in der Mediathek angeboten werden dürfen. So findet man auch nicht alle Inhalte aus dem TV-Programm im Internet. Zudem ist die ARD gesetzlich dazu verpflichtet, alle Inhalte zeitlich zu begrenzen. 

Neben der Mediathek und den Homepages bietet die ARD auch Inhalte auf einem eigenen Kanal bei YouTube an. Zudem kann man über die Mediathek auch auf den Livestream der einzelnen Sender zugreifen. Das funktioniert jedoch auch bequem über live.daserste.de

ARD: Tagesschau seit 1952

Was man dort unter anderem sehen kann? Nun, angefangen mit der Tagesschau, die mehrmals täglich im Ersten läuft, flimmert im Livestream genau das über den Bildschirm, was auch im TV zu sehen ist. Zum Beispiel eben die Tagesschau, die seit 1952 ausgestrahlt wird.

Diese liefert mit der Hauptausgabe um 20 Uhr täglich 15 Minuten lang die wichtigsten Ereignisse des Tages. Zudem gibt es jeden Tag zu unterschiedlichen Uhrzeiten weitere Sendetermine. Die Sendedauer variiert dabei zwischen zwei und 30 Minuten. Die Hauptausgabe der Tagesschau verfolgen bis zu zehn Millionen Zuschauer jeden Tag. 

Talkshows bei der ARD: „Anne Will“ ist die meistgesehene Talkshow

Die ARD wartet mit einigen Talkshows auf. Eine der beliebtesten Talkshows im Ersten ist wohl „Anne Will“. Moderatorin dieser Talkshow mit politischem Schwerpunkt ist Namensgeberin Anne Will. Zuvor hatte die deutsche Journalistin und Fernsehmoderatorin die Nachrichtensendung „Tagesthemen“ im Ersten moderiert. Seit dem 16. September 2007 wird bei der ARD immer sonntags ab 21.45 Uhr/22 Uhr für knapp eine Stunde über tagesaktuelle Themen der Politik diskutiert. 

Seit 2016 ist „Anne Will“ (ARD) die meistgesehene Talkshow im deutschen TV.

Ausgetrahlt wird „Anne Will“ im Studio Berlin Adlershof. Der Aufbau ähnelt den üblichen politischen Talkshows - mit einem Unterschied. Betroffene nehmen direkt vor der Diskussionsrunde Platz. Seit anno 2016 ist „Anne Will“ die meistgesehene Talkshow im deutschen TV.

Produziert wird die Sendung von Wills eigener Produktionsfirma Will Media GmbH. Anne Will selbst wurde bereits für einige TV-Preise nominiert und auch ausgezeichnet. So erhielt sie unter anderem den Deutschen Fernsehpreis für „Beste Moderation Information für die tagesthemen“ und wurde 2007 vom Medium Magazin zur Newcomerin des Jahres ausgezeichnet. 

ARD: Talkshow „Hart aber fair“ als Institution

Anne Will“ ist jedoch nicht die einzige Talkshow der ARD, die sich großer Beliebtheit erfreut. Auch „Hart aber fair“ unter der Leitung von Moderator Frank Plasberg treibt seit Jahren die Einschaltquoten im Ersten in die Höhe. Bei „Hart aber fair“ wird ebenfalls fleißig diskutiert. Hier werden aktuelle politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Themen aufbereitet. 

Die Zuschauer können sich dabei mit ihren Meinungen und Fragen via Telefon, Internet, Fax oder E-Mail in die Sendung einklinken. Garniert wird die Talkshow mit Filmen und Reportagen, die immer wieder zwischendurch Hintergründe zum jeweiligen Thema liefern. Die Gäste kommen aus den verschiedenen Bereichen der Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur. 

Frank Plasberg moderiert die ARD-Talkshow „Hart aber fair“.

Die Erstausstrahlung von „Hart aber fair“ erfolgte am 31. Januar 2001. Seither wird bei der ARD immer montags ab 21 Uhr für rund 75 Minuten ein Thema diskutiert. Vor dem Wechsel ins Erste lief „Hart aber fair“ sieben Jahre lang im WDR.

Rubriklistenbild: © Wolfgang Borrs / dpa

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