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Im Sommerinterview der ARD äußert sich Markus Söder zur Kanzlerfrage und CSU-Parteifreund Andreas Scheuer.

Sommerinterview

ARD: Watsche von Markus Söder für CSU-Parteifreund Andreas Scheuer

  • Daland Segler
    vonDaland Segler
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Beim ARD-Sommerinterview gibt sich Markus Söder souverän. Für die künftige CDU-Kanzlerschaft hat er einen Ratschlag, für Parteifreund Andreas Scheuer aber wenig übrig.

  • Im Sommerinterview der ARD war Markus Söder zu Gast.
  • In der ARD äußert sich der CSU-Parteichef auch zur Kanzlerfrage.
  • Für Verkehrsminister Andreas Scheuer hat Söder vor allem Kritik parat.

Berlin - Die beiden großen öffentlich-rechtlichen Anstalten geben alljährlich im Sommerloch den Volksvertreterinnen und -vertretern Gelegenheit, sich von ihrer Sonnenseite zu zeigen. Im traulichen Tête-à-Tête sitzen sich Interviewer(in) und Politiker(in) gegenüber; die Journalisten liefern die Stichworte, die Polit-Prominenz liefert die erwartbaren Antworten, gespickt mit ein oder zwei Aussagen, die sich für die Verbreitung durch die Nachrichtenagenturen eignen. Dafür war der jüngste „Bericht aus Berlin“ (so der Reihentitel für die ARD-Beiträge) ein besonders anschauliches Beispiel.

Markus Söder im ARD-Sommerinterview: CSU-Ministerpräsident äußert sich zur Kanzlerfrage

Zu Gast war Markus Söder, nicht bloß CSU-Ministerpräsident in Bayern, sondern auch heiß gehandelter Kandidat für die nächste Kanzlerschaft. Vor der gediegenen Kulisse des Reichstags fragte ihn ARD-Redakteur Oliver Köhr denn auch gleich zu Beginn nach seinem aktuellen Standardsatz. Und ja, Söder, farblich bajuwarisch abgestimmt in weißem Hemd und blauem Jackett, bestätigte: Sein Platz sei in Bayern.

Da half auch die Nachfrage nichts, die ohnehin ungeschickt formuliert, weil leicht abzuwehren war: Ob Markus Söder „ausschließen“ könne, dass er dann doch... Hinter seinem Satz sei „eine echte Schwere“, antwortete der CSU-Chef mit Hinweis auf eine Umfrage, wonach die Mehrzahl der Bayern ihn in München behalten wolle, aber „die gleiche Mehrzahl“ (sic!) auch ihm das Amt zutraue: ein 120-prozentiges Ergebnis gewissermaßen...“ Das sei „so eindeutig“. Fand Oliver Köhr dann nicht, aber in der Ankündigung der Sendung hatte der ARD-Mann Söders Ausführungen so interpretiert, dass er nicht nach Berlin wolle.

Markus Söder sieht im ARD-Sommerinterview die Proteste gegen Corona-Beschränkungen kritisch

Auf jeden Fall müsse, so der Ratschlag des CSU-Oberen, wer glaube, mit diesen Umfragewerten „ins Kanzleramt surfen zu können“, sich „sehr genau überlegen“: Wie solle es weitergehen.

Der Journalist hakte die Fragen ab, die zu stellen waren, etwa zu Corona. Wie Markus Söder zur den Demonstrationen gegen die Einschränkungen (etwa jüngst in Berlin) stehe: kritisch, was Verlauf und Inhalte angeht. Man müsse auch geistig Abstand wahren. Das Einhalten der Masken- und Abstandspflicht will er etwa durch die Kontrolleure im ÖPNV überprüfen lassen.

Markus Söder rechtfertigt im ARD-Sommerinterview seinen Umgang mit der Corona-Krise

Das Wort „Sorge“ hat er offenbar als Ausweis von Seriosität ausgemacht, und selbstredend nutzte der CSU-Ministerpräsident die Gelegenheit, seinen Umgang mit der Corona-Krise zu rechtfertigen. Und wenn in einem Einspieler Ärztekammer-Präsident Ulrich Montgomery die Verlaufszahlen in Bayern zum Anlass für Kritik nahm, so retournierte Markus Söder routiniert: Die bayerischen Ärzte hätten Montgomery längst die Rote Karte gezeigt. Der Interviewer fragte nicht nach.

Aber Köhr verwies immerhin auf frühere Aussagen von Markus Söder zu Klima und Migration. Der schwadronierte, es gebe auch Menschen, die immer die gleiche Meinung hätten, und kam ungestraft damit durch: So beschädigt sich diese Art Politiker-Befragung selbst.

Und Köhrs Hinweis, dass die Betrüger-Firma Wirecard aus Bayern komme, erfüllte den Tatbestand der Schein-Kritik, gab aber Söder noch Gelegenheit, sich souverän Kritik an Finanzminister Olaf Scholz zu verkneifen.

Markus Söder mit verbaler Ohrfeige für Verkehrsminister Scheuer im ARD-Sommerinterview: „In der Tat sehr ärgerlich“

Dafür watschte der CSU-Chef einen der eigenen Getreuen ab: Andreas Scheuer, den Versager-Minister, der das Verkehrsministerium vollends zum Hühnerhaufen hat werden lassen. Sascha Lobo hat im neuen Spiegel die Katastrophen des Herrn Scheuer präzise aufgelistet, und man darf annehmen, dass Markus Söder ein Gespür dafür hat, wann er auf Distanz gehen muss.

Die Kritik von Journalisten an Andreas Scheuer sei zum Teil überzogen, zum Teil, „zu recht“. Der Fehler bei der neuen Straßenverkehrsordnung sei „in der Tat sehr ärgerlich“, das müsse bald geklärt werden.

Markus Söder im ARD-Sommerinterview: Scheuer müsse die „ärgerliche Sache mit der STVO“ ins Reine bringen

Aber die europäische Pkw-Maut, wie sie Scheuer jetzt auch noch ins Spiel gebracht hatte, hätte man nicht vorschlagen müssen, fragte der Moderator. Markus Söder: „Hätte man nicht, nein.“ Aber Scheuer habe jetzt die Aufgabe, „diese ärgerliche, sehr ärgerliche Sache mit der STVO ins Reine zu bringen“.

Und das war dann doch noch, bei ansonsten magerer Kost, Futter für die Nachrichtenagenturen. (Von Daland Segler)

Sendungsinformationen

„Bericht aus Berlin“

Das Erste, von Sonntag, 2. August 2020, 18.05 Uhr.

Das ARD-Sommerinterview mit Markus Söder

Die Umfragewerte der AfD sind seit der Corona-Krise im Keller. Die ARD bietet dem Vorsitzenden Meuthen im Sommerinterview trotzdem ein Podium. Auch Tage danach tobt er. Die Kritik.

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