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Anne Will unterhält sich im ARD mit ihren Gästen, darunter auch Volker Bouffier, über das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt.
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Anne Will unterhält sich im ARD mit ihren Gästen, darunter auch Volker Bouffier, über das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt.

TV-Kritik

Anne Will (ARD): Sogar Bouffier überrascht das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt

  • Daland Segler
    VonDaland Segler
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Anne Will spricht mit ihren Gästen über die Bedeutung des Wahlergebnisses in Sachsen-Anhalt für die kommende Bundestagswahl im September.

Berlin – „Sachsen-Anhalt hat gewählt – Stimmungstest für die Bundestagswahl?“ lautete das Thema von Anne Wills Talk in der ARD nach der Landtagswahl. Aber das Ergebnis legte eine verneinende Antwort nahe, denn rasch waren sich die Beobachter:innen einig, dass die CDU vor allem dank Ministerpräsident Rainer Haseloff ihren Stimmenanteil erheblich steigern konnte.

Überraschung war dann auch eines der Stichworte an diesem Abend. Sowohl Hessens Landeschef Volker Bouffier (CDU) als auch die Deutschlandfunk-Korrespondentin Nadine Lindner hätten die Klarheit des Resultats bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt nicht erwartet. Den Grund dafür sahen die meisten in der Runde in der „Wand“: Haseloff hatte vor der Wahl verbal eine „Brandmauer“ gegen die AfD hochgezogen, und diese Haltung zahlte sich offenbar aus.

Volker Bouffier bei Anne Will (ARD): Klares Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt überrascht

Und während CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak in seiner Rede zuvor auffällig stark (und damit unglaubwürdig) die Bedeutung seines Vorsitzenden Armin Laschet für das Wahlergebnis zu propagieren versuchte, gab sich Bouffier, der sich immer häufiger in der Pose des elder statesman gefällt, zurückhaltend. Das Ergebnis in Sachsen-Anhalt sei „ein Erfolg für die demokratische Mitte“. Lindner sah als Lektion für die CDU, dass sich die Abgrenzung zur AfD auszahle.

Es war ja in einigen Vorwahl-Berichten ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen CDU und AfD erwartet worden. Nun verlor die Partei der Nazifreunde rund drei Prozent, aber immer noch haben (zu) viele Menschen die rechtsextreme Partei gewählt. Während der Vorsitzende Tino Chrupalla bei Anne Will prahlte, man sei die „einzig wahre Oppositionspartei“, bemühten sich andere in der Runde um Erklärungen. 

Sahra Wagenknecht bei Anne Will (ARD): Hälfte der Bevölkerung hat nicht gewählt

Sahra Wagenknecht von der Linken befand, die AfD werde dort gewählt, wo Menschen sich gedemütigt fühlten. Die Leute fühlten sich im Stich gelassen, erkennbar auch daran, dass quasi die Hälfte der Bevölkerung nicht gewählt habe (was Bouffier nicht als Problem sehen wollte). Die Verluste ihrer Partei erklärte die ehemalige Fraktionschefin damit, dass das Label „links“ von vielen nicht mehr mit dem Streben nach Gerechtigkeit identifiziert werde. So empfänden es viele, dass der Klimawandel auf die Konsumenten abgewälzt werde.

Gäste bei Anne Will (ARD):Funktion:
Volker Bouffier Ministerpräsident Hessen (CDU)
Nadine Lindner Deutschlandfunk-Korrespondentin
Tino Chrupalla stellv. Vorsitzender der AfD
Sarah Wagenknecht Vorsitzende von Die Linke
Robert HabeckCo-Vorsitzender der Grünen

Das versuchte Robert Habeck, Co-Vorsitzender der Grünen, mit einer ausführlicheren Darstellung zu entkräften. Denn in der medialen Debatte wird ja oft verschwiegen, dass die Grünen ein Umlagemodell wollen, bei dem den Verbraucher:innen Geld zurückgezahlt werden soll. Das Abschneiden seiner Partei beurteilte er – auch so eine kleine Überraschung – als „gut“. Bestimmte Themen funktionierten eben in bestimmten Regionen nicht so gut, lautete die etwas matte Erklärung dafür, warum die Grünen nicht mehr zugelegt haben.

Robert Habeck bei Anne Will (ARD): Den Fokus lieber verschieben

Doch Habeck wollte den Fokus ohnehin lieber auf die Art der politischen Debatte in der Republik legen. Ihn habe die Aussage des Ost-Beauftragten der Regierung, Marco Wanderwitz (CDU) irritiert, dass ein Teil der Ostdeutschen „diktatur-sozialisiert“ und nicht in der Demokratie angekommen sei. Er frage sich aber: „Wie schaffen wir es, einen gemeinsamen Diskurs zu führen?“ Er sah selbstkritisch, dass man die notwendigen Veränderungen „besser moderieren“ müsse. Denn das Verhältnis der Menschen zur Veränderung spiele eine entscheidende Rolle. Und „wir werden einiges verändern müssen“. (Daland Segler)

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