Anne Will und Gäste zum Thema: „Corona-Infektionen erreichen Höchstwerte – hat Deutschland noch die richtige Strategie?“
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Anne Will und Gäste zum Thema: „Corona-Infektionen erreichen Höchstwerte – hat Deutschland noch die richtige Strategie?“

„Anne Will“, ARD

Corona-Talk im Ersten: Kommt Deutschland um den Lockdown herum?

  • Daland Segler
    vonDaland Segler
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Anne Will fragte in der ARD angesichts neuer Höchstwerte bei Corona-Neuinfektionen: „Hat Deutschland noch die richtige Strategie?“

  • Die Corona-Infektionen erreichen täglich neue Höchstwerte. 
  • Bei „Anne Will“ wird über die richtige Strategien im Kampf gegen die Corona-Pandemie diskutiert.
  • Zu Gast ist u.a. Armin Laschet, Ministerpräsident von NRW.

Anfangs ging es um Kleinkram: Ob der für Dezember geplante CDU-Parteitag nun real oder virtuell stattfinden werde, wollte Anne Will von Armin Laschet wissen, dem Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen. Der wollte nix verraten, aber er verwies darauf, dass die Partei doch Vorbild sein müsse in der gegenwärtigen Lage, also: auf eine Versammlung mit 1000 Delegierten verzichten.

„Anne Will“ (ARD): Man ist sich weitestgehend einig

Der Appell auf Kontakte möglichst zu verzichten, war dann auch die einhellige Botschaft der Gäste dieser Sendung unter dem Motto; „Corona-Infektionen erreichen Höchstwerte – hat Deutschland noch die richtige Strategie?“: Der Kanzlerin folgend, die in ihrem zweimal ausgestrahlten Podcast auf den Ernst der Lage hingewiesen und zur radikalen Beschränkung der persönlichen Begegnungen aufgerufen hatte, wollten auch Matthias Müller (SPD), Berlins Regierender Bürgermeister, und die Virologin Helga Rübsamen-Schaeff mit Hinweis auf die Erfahrungen aus dem Frühjahr nicht ausschließen, dass es noch ernster werden könnte.

„Anne Will“ im Ersten: Verschärfte Maskenpflicht und „anders leben“

Rübsamen, auch Chefin eines Biotech-Unternehmens, plädierte für eine verschärfte Maskenpflicht, etwa dem Tragen der FMP2-Maske, für Luftaustauscher in den Schulen und die flächendeckende Nutzung von Schnelltests (die es allerdings noch nicht in genügender Zahl gibt, wie die beiden Politiker einräumen mussten.) Gerhart Baum, der greise FDP-Politiker, Innenminister unter Helmut Schmidt, formulierte drastisch, man müsse der Bevölkerung sagen: „Ihr müsst auf Dauer anders leben!“

Das allerdings, so der Liberale, setze voraus, dass die Regierung ihre Maßnahmen vom Parlament nicht nur diskutieren, sondern auch beschließen lasse. Nur so lasse sich das Volk auch überzeugen. Laschet stimmte zu, schränkte allerdings ein, dass für Detailfragen, also etwa wieviele Leute sich versammeln dürften, der parlamentarische Weg etwas lang sei.

„Anne Will“ (ARD): Die Probleme wegen Corona werden mehr

Es gehe aber darum, dass die Legislative Kriterien in Gesetze fasse, und die Maßnahmen dann vor Ort ausgeführt würden, etwa von den Gesundheitsämtern, so Julian Nida-Rümelin, Philosoph und ehemals Kulturstaatssekretär. Er kritisierte zugleich, dass den Behörden schon im Frühjahr „ein Instrument aus der Hand geschlagen“ worden sei: die Umstellung auf digitales Arbeiten. Denn vor Ort türmen sich angesichts exponentiell steigender Infektionszahlen die Probleme, wie Kaschlin Butt bestätigte, die Leiterin des Gesundheitsamtes in Wiesbaden. Die Corona App, jüngst von Bayerns Landeschef Markus Söder als „zahmer Tiger“ kritisiert, nütze den Ämtern nichts. Man erfahre von positiven Ergebnissen nichts; dabei „kann die Technik so viel mehr“. Und die Nachverfolgung von Kontakten sei nur erfolgversprechend, wenn sie zeitnah möglich sei.

Anne Wills Einwurf, man habe doch vorher gewusst, dass die Zahlen im Herbst steigen würden, beantwortete Rübsamen mit Hinweis auf die Geschwindigkeit der Zunahme. Die sei schwer vorauszusehen gewesen. Und deshalb warnte die Virologin auch vor der „Durststrecke“, die vor uns liege; man werde nicht im Januar und auch nicht im Juni durch sein mit dem Virus. Sie appellierte noch einmal, nur das Notwendige zu tun.

Was übrigens die Sorgen der christdemokratischen Bewerber um den Partei-Vorsitz angeht, so klang in den nachfolgenden „tagesthemen“ an, dass die CDU sich wohl doch besinnen und auf einen realen Parteitag zunächst verzichten wird.

„Anne Will“ (Das Erste): Die von Sonntag, 25. Oktober, 21.45 Uhr im Netz.

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