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Bei Anne Will (ARD): CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak (Mitte) hat Kevin Kühnert, stellvertretender SPD-Bundesvorsitzender, attackiert.
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Bei Anne Will (ARD): CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak (Mitte) hat Kevin Kühnert, stellvertretender SPD-Bundesvorsitzender, attackiert. (Screenshot)

Anne Will (ARD)

Ziemiak warnt vor „katastrophalen“ Folgen, falls CDU nicht regiert

  • Teresa Vena
    VonTeresa Vena
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Wenige Wochen vor der Bundestagswahl zeigen sich Kevin Kühnert, Paul Ziemiak und Cem Özdemir bei Anne Will voll im Wahlkampfmodus – und angriffslustig.

Anne Will lud in ihre ARD-Sendung vom 29. August wenige Wochen vor der Bundestagswahl 2021 eine Runde aus Politikern und Journalistinnen ein, die gleich im Anschluss an das TV-Triell der Kanzleramtskandidaten Olaf Scholz, Annalena Baerbock und Armin Laschet ihre Eindrücke zu den aktuellen Umfragewerten teilen sollten. Zu Gast waren Kevin Kühnert, stellvertretender Bundesvorsitzender der SPD, Paul Ziemiak, Generalsekretär der CDU, Cem Özdemir, Mitglied des Bundestags für Bündnis 90/Die Grünen, Jana Hensel, Autorin bei Zeit Online und Zeit im Osten, sowie Christiane Hoffmann, Autorin im Spiegel-Hauptstadtbüro. 

Gleich zu Beginn wollte die Journalistin und Moderatorin Anne Will von den Anwesenden wissen, wie sie sich die 49 % Zustimmung aus der Bevölkerung für Olaf Scholz von der SPD erklärten. Christiane Hoffmann mahnte zur Vorsicht, denn noch seien diese Zahlen, vier Wochen vor der Wahl, nicht repräsentativ. Es könne sich noch viel ändern, meinte sie. Und hier stimmte ihr Paul Ziemiak, Generalsekretär der CDU vollumfänglich zu. Die Union werde dafür kämpfen, ein befriedigendes Endresultat für sich und damit für ihren Kandidaten Armin Laschet zu erzielen. Es stehe sehr viel auf dem Spiel, sagte er weiter, denn mit der Wahl entscheide sich, ob Deutschland wirtschaftlich, sozial und außenpolitisch auf dem Kurs bleibe, den es bisher erfolgreich gefahren sei. Eine Regierungsbildung, die die CDU ausschließe und die SPD an die Führung stelle, würde seiner Ansicht nach, „katastrophale“ Folgen haben. 

Bundestagswahl 2021: Paul Ziemiak greift Kevin Kühnert bei Anne Will (ARD) an

Wovor er denn genau Angst habe, wenn er so etwas wie „Wer Scholz wählt, bekommt auch Kevin Kühnert“ proklamiere, fragte ihn Anne Will. Daraufhin malte Ziemiak ein recht düsteres Bild. Mit der SPD verliere Deutschland alles, was es bisher erreicht habe. Konkret meinte er, dass die Steuerentlastung der Bürger dann nicht mehr stattfinden, die Bundeswehr weiter mit Sparmaßnahmen bedacht, sich das Land selbst außenpolitisch isolieren und seine wirtschaftliche Unabhängigkeit verlieren werde. Er möchte im Übrigen mit allen Mitteln verhindern, dass sozialistisches Gedankengut nochmals Einzug in die deutsche Regierung findet. Ganz offensichtlich unter Druck verteilte er einige gezielt an Kevin Kühnert gerichtete Spitzen. Diese aktuellen Umfragewerte solle man nicht zu ernst nehmen, denn die Menschen wählten schließlich keine Menschen, sondern Parteien, schloss Ziemiak. 

Gäste bei Anne Will29.08.2021, ARD
Paul ZiemiakGeneralsekretär CDU
Kevin KühnertStellvertretender Bundesvorsitzender SPD
Cem ÖzdemirMdB Bündnis 90/Die Grünen
Jana HenselAutorin und Journalistin bei Zeit Online/Zeit im Osten
Christiane HoffmannAutorin im Spiegel-Hauptstadtbüro

Kühnert gab ihm gewissermaßen recht, denn er verwies auf das geschärfte Profil der SPD. Die Partei habe seit März ihr Programm veröffentlicht, habe eine klare Position zu Steuerfragen, sozialen Fragen und zum Klimaschutz. Es sei ein Trugschluss, dass mit der Wahl von Scholz eine „kommunistische Gewerkschaft“ die Führung des Landes übernehmen würde, so wie es Ziemiak darstelle, denn zwangsläufig werde es eine Koalition mit anderen Parteien und dadurch Kompromisse geben müssen. Weniger als mit der FDP wünscht sich Kühnert eine Koalition alleinig mit den Grünen. Eine Rot-Grün-Mehrheit sei für ihn durchaus greifbar, sehe man sich die eben erhobenen Zahlen an. 

Bundestagswahl: Cem Özdemir stößt Kritik bei Anne Will (ARD) sauer auf

Dass die CDU mit dem „Gespenst einer Rot-Rot-Grün-Koalition“ insbesondere im Osten Terrain wieder wettmachen möchte, sieht die Autorin Jana Hensel skeptisch. Sie findet, dass dies eine „alte“ Strategie sei, die die Partei fahre, weil sie sich in die Ecke gedrängt fühle. Ihrer Meinung nach wählten die Menschen durchaus Menschen, und das werde nun der CDU zum Verhängnis. Laschet habe sich, genauso wie Grüne-Kanzlerkandidatin Baerbock, selbst ins Abseits manövriert. Zum einen, weil er kein klares Wahlkonzept habe, zum anderen wegen seiner öffentlichen Aussetzer wie dem „Lacher“ während einer offiziellen Rede von Bundespräsident Steinmeier im Rahmen einer Veranstaltung zur Flutkatastrophe im Juli. Für Hensel hätten Laschet rechtzeitig mit Söder und Baerbock, nach ihrer Plagiatsaffäre, mit Habeck ersetzt werden sollen. 

Anne Will in der ARD-Mediathek

Sendung verpasst? In der ARD-Mediathek können Sie sich die Sendung „Anne Will“ vom Sonntag, 29.08.2021, ansehen.

Hensels Kritik an seiner Kollegin Annalena Baerbock stieß Cem Özdemir gegen Ende der Sendung immer saurerer auf, bis er die Journalistin schon auf recht persönlicher Ebene zurechtwies. Özdemir nahm man während der Diskussion eher wie einen Zaungast wahr. Er ergriff nur wenig das Wort, das vor allem von Ziemiak und Kühnert monopolisiert wurde, und musste sich einige Male zu „unprofessionellem“ Verhalten der Grünen äußern. Dies bezog sich beispielsweise darauf, dass die Moderatorin Anne Will fragte, ob die Partei schlichtweg „vergessen“ habe, wie man einen Wahlkampf führe, da sie seit sechzehn Jahren nicht mehr an der Regierung beteiligt sei und deswegen es versäumt habe, ihre Kandidatin Baerbock adäquat aufzubauen. Dies konnte Özdemir nicht ganz von der Hand weisen, verspürte aber immer wieder den Drang zu bekräftigen, dass die Partei in den aktuellen Werten mit 26 % eine erfolgversprechende Position wie noch nie zuvor innehabe. 

Bei Anne Will (ARD) ist unter anderem CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak zu Gast.

Dass es nun kurz vor der Wahl um Inhalte gehen sollte und weniger um Politiker-Individuen, die die Konfrontation der Parteien bestimmen, waren sich die meisten einig. Özdemir bekräftigte, dass für die Grünen die Digitalisierung, der Klimaschutz und die Bekämpfung von Kinderarmut die drei wichtigsten Themen seien, für Kühnert stehen die Beschleunigung erneuerbarer Energien und die Einführung eines höheren Mindestlohns an erster Stelle und für Ziemiak die Bewahrung der wirtschaftlichen und sozialen Errungenschaften der Union. (Teresa Vena)

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