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Sondierungsgespräche auch im Ersten bei Anne Will.
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Sondierungsgespräche auch im Ersten bei Anne Will.

Bundestagswahl 2021

Anne Will (ARD): Soll Laschet Kanzler werden? Norbert Röttgen gerät bei simpler Frage ins Schwimmen

  • Daland Segler
    VonDaland Segler
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Eine Woche nach der Bundestagswahl 2021 beginnt die Suche nach Koalitionen. Der Sondierungstalk bei Anne Will im Ersten.

Berlin - Anne Will macht demnächst Herbstferien. Bis dahin stellt sie ihren Gästen Fragen, auf die sie keine Antwort erwarten kann. Aber es spekuliert sich eben so schön. Das ist ja das Wesen vieler Rederunden im bundesdeutschen TV. „Scholz und Laschet auf Partnersuche – für wen entscheiden sich FDP und Grüne?“, lautete das Thema diesmal, zu dem Vertreter:innen der beteiligten Parteien geladen waren, dazu die Spiegel-Journalistin Hoffmann.

Aber immerhin stellte die Moderatorin eine Frage, auf die es eine klare Antwort hätte geben können. Allein: Sie kam nicht. „Wollen Sie, dass Armin Laschet Kanzler wird?“, fragte Anne Will (ARD) Norbert Röttgen. Nun weiß das halbe politische Berlin (mindestens), dass Röttgen das nicht will. Immerhin hat er in einer seiner diversen Einlassungen nach der Wahlniederlage bei der Bundestagswahl 2021 von einer notwendigen umfassenden Erneuerung der CDU gesprochen, inklusive Kommunikation und „Personal“.

Anne Will (ARD): Norbert Röttgen kann einem fast leid tun

Das Problem mit der Kommunikation verkörperte der Christdemokrat in der Sendung sozusagen selbst, indem er sich außerstande zeigte, Wills Frage mit „ja“ zu beantworten. Fast konnte er einem leid tun. Aber nur fast. Denn wie er versuchte, sich da herauszuwinden, das zeugte von erfolgreicher Absolvierung eines Kurses in Rabulistik. Plötzlich sollte es erst am Ende von möglichen Koalitionsverhandlungen um Personalfragen gehen, und das nach einem Wahlkampf, der auf die Frage nach dem Kanzler zugespitzt worden war. Manuela Schwesig (SPD) bescheinigte dem Kollegen daraufhin, er erzähle hier einen „Witz in Tüten“.

Anne Will (ARD): Eher Ampel als Jamaika

Später in der Sendung stellte Anne Will (ARD) erneut eine „einfache Frage“: „Hätte Armin Laschet noch am Wahlabend zurücktreten müssen?“ Das verneinte Röttgen, aber seine Erklärung war schon verräterisch: Man brauche das aktuelle Personal, um „gesprächsfähig zu bleiben“ – auch nicht gerade schmeichelhaft für seinen Vorsitzenden. Denn der ist damit als Chef auf Abruf bloßgestellt.

Kein Wunder, dass die anderen Gäste reihum Zweifel anmeldeten, ob mit dieser Partei noch Staat zu machen sei. Die Union wisse nicht wohin, merkte Konstantin von Notz an, und Christiane Hoffmann bestätigte, die Machtfrage bei den Christdemokraten sei offen. Derzeit sehe es viel eher nach einer Ampel- als einer Jamaika-Koalition aus.

Die Gäste der Sendung
Manuela Schwesig (SPD)Ministerpräsidentin in Mecklenburg-Vorpommern
Norbert Röttgen (CDU)Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag
Otto Fricke (FDP)Beisitzer im Bundesvorstand und Mitglied des Bundestages
Konstantin von Notz (Bündnis 90/ Die Grünen)Mitglied des Bundestages
Christiane HoffmannAutorin im Hauptstadtbüro des Spiegel

Anne Will (ARD): Man ist noch weit von einer Einigung entfernt

Vergeblich versuchte die Moderatorin dafür eine Bestätigung bei von Notz und Fricke zu bekommen, seinem Kollegen von der FDP. Der ließ die Fragestellerin gleich zu Beginn wissen, es gehe nicht um das „Wer mit wem“, sondern um das „Was“: Was von den drei D – Demografie, Dekarbonisierung und Digitalisierung – ließe sich mit welchem Partner am besten voranbringen. Der Grüne und der Liberale wiesen dabei wiederholt auf das notwendige Vertrauen der potenziellen Koalitionäre hin. Und Journalistin Hoffmann hob hervor, dass die beiden Parteien mit der Chiffre vom Aufbruch ein Thema gesetzt hätten – das Olaf Scholz gleich aufgegriffen hat. Doch seien die möglichen Koalitionspartner immer noch „sehr weit von einer Einigung entfernt“.

Zur Sendung

„Scholz und Laschet auf Partnersuche – für wen entscheiden sich FDP und Grüne?“

Anne Will, Das Erste, von Sonntag, 3. Oktober, 21.45 Uhr

Die Sendung in der ARD-Madiathek

Wenn sie sich einigen, die Roten, Grünen und Gelben, werden sie wohl strittige Punkte erstmal ausklammern. Als Beispiel für die Differenzen wurde die Gasleitung Nordstream 2 genannt, und von Notz erwähnte auch gleich noch den Kohleausstieg, der für die Grünen viel zu spät komme. Freidemokrat Fricke lieferte schließlich eine schlüssige Beschreibung einer möglichen Einigung. Vertrauen vorausgesetzt, müsse man die Ergebnisse der Verhandlungen „auf ein Level bringen, wo man das erklären kann“. Das werden sie mit Sicherheit dann auch bei Anne Will tun. Aber die macht jetzt erstmal Ferien. (Daland Segler)

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