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Bereits zum 35. Mal war das Titelthema bei Anne Will in der ARD Corona.
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Bereits zum 35. Mal war das Titelthema bei Anne Will in der ARD Corona.

TV-Kritik

Anne Will (ARD): FDP-Abgeordnete spricht von „großen Verwerfungen in Deutschland“

Bei Anne Will diskutieren die Gäste über die aktuellen Corona-Maßnahmen – und wie die Impf-Debatte Familien spalten kann.

Berlin – „Lasst euch impfen, wenn ihr es noch nicht gemacht habt, lasst euch boostern,“ appellierte Hubertus Heil (SPD) an einer Stelle des ARD-Talks von Anne Will direkt in die Kamera. Der geschäftsführende Bundesarbeitsminister verwandelte damit eine Vorlage von Cornelia Betsch, die als Professorin für Gesundheitskommunikation auf die Wichtigkeit einer einheitlichen politischen Kommunikation verwies.

Überhaupt stimmten die Gäste bei Anne Will (ARD) im Wesentlichen überein. Debattiert wurde die Frage, welche Maßnahmen die aktuell hohen Corona-Zahlen wieder drücken können – und ob die am Donnerstag (18.11.2021) von der Konferenz der Ministerpräsident:innen beschlossenen 2G- und 3G-Regelungen sowie die Impfpflicht im Pflegebereich zur Eindämmung der neuerlichen Herbstwelle ausreichen.

Anne Will (ARD): Corona-Maßnahmen reichen „lange nicht“

„Es wurde gewarnt aus der Wissenschaft,“ klagt die Virologin Melanie Brinkmann bei Anne Willl in der ARD – und führt aus, dass die jüngst beschlossenen Maßnahmen wie 3G am Arbeitsplatz in besonders betroffenen Regionen wie Sachsen, Thüringen und Bayern „lange nicht reichen“. Dort müsse man „konsequent gegensteuern“ und „infektiöse Vorkommnisse“ einschränken. „Das Hauptproblem ist die hohe Quote der Nicht-Geimpften“, sagt Brinkmann. „Es muss alles getan werden, um die Erst- und Zweitimpfung auf die Straße zu bringen.“

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) sieht es ähnlich. Weil die Schutzwirkung der Impfung mehr und früher nachlasse als erhofft, müsse man nun die Auffrischungsimpfungen ankurbeln. „Alle Leute, die in der Lage sind zu impfen, zum Impfen bringen,“ fordert Hans, auch Tier- und Zahnärzt:innen könnten eine Impfung verabreichen. „Das Wichtigste ist das Signal, sich impfen zu lassen“, findet auch Hubertus Heil – und erntet den Zuspruch der ARD-Moderatorin Anne Will: „Absolut.“

Impfpflicht-Debatte bei Anne Will in der ARD

Zwischendurch weitet die FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann die Perspektive und sieht „unvorstellbar große soziale Probleme“ im Schatten der Pandemiebekämpfung. „Risse gehen durch ganze Familien,“ erklärt die Bundestagsabgeordnete, und warnt vor sozialen Verwerfungen, die „wir noch in Jahren sehen.“ Der Exkurs zu den gesellschaftlichen Folgen bleibt kurz und ohne großartigen Einfluss auf den weiteren Verlauf des Corona-Talks bei Anne Will. „Die Mehrheit findet die Maßnahmen eigentlich gut,“ weiß Cornelia Betsch, doch viele Bürger:innen sind von der „uneinheitlichen Kommunikation“ irritiert.

Die allgemeine Impfempfehlung bei Anne Will im Ersten leitete eine Diskussion über eine umfassende Corona-Impfpflicht ein, die seitens der Politik lang kategorisch ausgeschlossenen wurde. Der CDUler Tobias Hans meint, das sei „nicht die Debatte, die wir jetzt brauchen.“ Er sieht mehr Aufklärung und mobile Impfteams als Lösung und eine Diskussion um die Impflicht als „nicht passend“.

Name des GastesFunktion
Hubertus Heil (SPD)geschäftsführender Bundesarbeitsminister
Tobias Hans (CDU)Ministerpräsident im Saarland
Melanie BrinkmannVirologin
Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP)Bundestagsabgeordnete
Cornelia BetschProfessorin für Gesundheitskommunikation und Leiterin des „COVID-19 Snapshot Monitoring“ (COSMO)

„Ich finde sie passt,“ kontert die Moderatorin Anne Will, und fragt, was mehr spalte: Die Einführung einer Impfpflicht oder ihre Nicht-Einführung? Sozialen Sprengstoff bietet die Debatte allemal. „Was wir an Spaltung in Geimpfte und Ungeimpfte im Moment sehen, belastet viele“, erklärt Cornelia Betsch. Gerade unter den Ungeimpften seien „sehr viele, die das Vertrauen in die Regierung verloren haben.“

Corona-Lage in Deutschland Thema bei Anne Will (ARD): „Die Zeit rennt uns gerade weg“

„Die Zeit rennt uns gerade weg“, mahnt Melanie Brinkmann zum Abschluss. Man müsse vorausschauend agieren und alle Instrumente nutzen, die wir haben, also auch über eine Impfpflicht sprechen. „Wir müssen infektiöse Kontakte reduzieren,“ sagt Brinkmann, und selbst dann werde es „fürchterlich für unser Gesundheitssystem.“

Anne Will in der Mediathek

Sie haben die Sendung verpasst? Kein Problem, in der ARD-Mediathek können Sie den Talk mit Anne Will nachschauen.

Ein düsteres Bild, das Strack-Zimmermann in ein gesellschaftliches Licht taucht: „Ich sehe durchaus große Verwerfungen in Deutschland,“ meint die FDP-Politikerin, und wird von Anne Will unterbrochen, die an die „Tagesthemen“ weitergeben will. Die Diskussion läuft munter weiter, bis die Mikrofone abgedreht werden. Bei aller Einigkeit bestand wohl doch noch Redebedarf. (Christian Horn)

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