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Anne Will im Gespräch mit Markus Söder.
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Markus Söder verwies wieder mal auf Bayern.

TV Kritik

Anne Will (ARD) stellt nach CDU-Parteitag die Kandidatenfrage - Markus Söder ist „fest entschlossen“

  • Daland Segler
    vonDaland Segler
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Armin Laschets Wahl als neuer CDU-Chef lockte die Spitzenkräfte der demokratischen Parteien zu Anne Will (ARD). Auch die zukünftige Corona-Strategie wird diskutiert.

  • Verschiedene Parteispitzen äußern sich bei Anne Will (ARD) zum Bundesparteitag der CDU.
  • Die Wahl von Armin Laschet zum neuen Vorsitzenden auf dem CDU-Parteitag ist ein Thema bei Anne Will in der ARD.
  • Bei Anne Will in der ARD wird ebenfalls über die Strategie Deutschlands in der Corona-Krise diskutiert.

Berlin – Früher hätte man bei dieser Gästeschar von einer Elefantenrunde gesprochen. Die Vorsitzenden der demokratischen Parteien im Bundestag ließen es sich nicht nehmen, bei Anne Will ihre Positionen zu erläutern – schließlich ist „Superwahljahr“, und die Kür Armin Laschets zum neuen Häuptling der Christdemokraten hat eine erste Klärung der Verhältnisse gebracht. Die Nazi-Freunde waren nicht geladen; wer den Anti-Demokraten Trump verteidigt, hat im demokratischen Diskurs ja auch nichts zu suchen.

„Führung in Krisenzeiten – welche Politik braucht Deutschland jetzt?“ lautete das Thema, und man könnte spitzzüngig antworten: eine vernünftige, wie eigentlich immer... Aber die Definition dessen, was vernünftig sei, ist in den Zeiten der Krise noch schwieriger geworden.

Anne Will (ARD) und der CDU-Bundesparteitag: Spitzenpolitiker:innen äußern sich zu Armin Laschet

Doch zunächst bekamen Volker Bouffier und Markus Söder Gelegenheit, den CDU-Parteitag zu loben und den neuen Vorsitzenden gleich noch dazu. Aber Anne Will fragte nach Laschets möglichen Anspruch auf die Kanzlerschaft. Söder bemühte sich zu sagen, das Initiativrecht „bleibe bei der CDU“. Was er nicht sagte: Sein Platz sei in Bayern. Stattdessen kam die Formulierung: „Ich bin fest entschlossen“. Aber wozu?

  • Die Gäste bei Anne Will (ARD), „Führung in Krisenzeiten - welche Politik braucht Deutschland jetzt?“
  • Volker Bouffier (CDU), Ministerpräsident in Hessen.
  • Markus Söder (CSU), Bouffiers Kollege in Bayern.
  • Saskia Esken, Vorsitzende der SPD.
  • Robert Habeck, Vorsitzender der Grünen.
  • Christian Lindner, FDP-Chef.

Die Vertreter der Opposition verwiesen auf die anderen Probleme der Christdemokraten: Laschet habe bei seiner „guten Rede“ (Habeck) die Aufgaben für die Zukunft ausgespart, und es sei noch keine Richtungsentscheidung gefallen; stattdessen habe Friedrich Merz „rumgestänkert“, befand der Grüne, während Lindner in der Nicht-Wahl Merz‘ eine Richtungsentscheidung sah – gegen das Primat der Wirtschaft. Aber Friedrich Merz spielt ohnehin längst die Titelrolle in dem Film „Die Tragödie eines lächerlichen Mannes“.

Armin Laschet und der CDU-Bundesparteitag: Erste Stimmen aus der Politik bei Anne Will (ARD)

Robert Habeck ging dann in der ARD schon mal ein wenig in den Wahlkampfmodus, indem er die Union „überbewertet“ sah. Die Corona-Krise habe alles verändert, und die Union verdanke ihre starke Position vor allem Angela Merkel. Aber das Feld werde sich im Laufe des Jahres und mit den Wahlen „weiter justieren“. Lindner verwies auf Notwendigkeiten wie den Schuldenabbau, die Schaffung neuer Arbeitsplätze und den Wandel der Wirtschaft.

Aber zunächst steht die Bewältigung der Pandemie an, und Anne Will zitierte Karl Lauterbachs (SPD) Rat, die Wirtschaft zwei, drei Wochen dichtzumachen. So konkret wollte es Saskia Esken dann doch nicht sagen. Aber sie plädierte für eine Verlängerung der bestehenden Maßnahmen, bessere Kontrollen und eine Ausdehnung des Home-Office. Markus Söder war da teilweise mit ihr einig, musste sich aber noch ein wenig selbst loben und die anderen tadeln: „Die Hälfte der Länder macht was ganz anderes“ – als Bayern nämlich.

Anne Will (ARD): Reaktionen auf die Wahl Armin Laschets (CDU) und die Frage nach der Corona-Strategie

Mit eben dem Argument, dass die Länder nun einmal meistens zuständig seien, verteidigte Bouffier die Mängelliste, musste sich von Anne Will das vergiftete Kompliment anhören, er sei so „gelassen“. Vergebens wies die Moderatorin auf die hohe Zahl der Todesfälle hin, die inzwischen mit der in den USA vergleichbar sei. Doch Bouffier zog es vor, „Besonnenheit“ auszustrahlen. So werde man sich erst einmal mit den Wissenschaftlern treffen und über die britische Virus-Mutante beraten, bevor die Runde mit Länderchefs und Bundesregierung neue Beschlüsse fassen wolle. Er mache „täglich 15 Stunden“ und beteilige sich nicht am „Wettbewerb der Überschriften“. Ein Schelm, wer Böses über Markus Söder dabei denkt ...

Es wurde dann immerhin etwas konkreter in der ARD. Bouffier setzte als erste Priorität die Verhinderung der Überlastung des Gesundheitswesens und den Schutz der Alten- und Pflegeheime. Esken verneinte Anne Wills Frage, ob es so weitergehen könne und verwies darauf, das die Heime „auf Kante genäht“ seien. Auch müsse man die Zahl der Menschen im ÖPNV verringern und den Distanzunterricht fördern, vor allem aber „Dinge beschließen, die man auch umsetzen kann.“ Robert Habeck wollte ein Bundesgesetz für die Ausweitung des Home-Office, was Bouffier mit dem Hinweis ablehnte, dazu brauche es Behörden und dauere deshalb zu lange.

Anne Will in der ARD-Mediathek

Die Sendung „Führung in Krisenzeiten - welche Politik braucht Deutschland jetzt?“ in der ARD-Mediathek.

Wie weiter in der Corona-Krise? Spitzenpolitiker:innen diskutieren bei Anne Will (ARD)

Habeck warf den Regierenden vor, sie schufen einen „Sound“, der klinge, als ob die Politik recht habe und die Bevölkerung gehorche nicht. Es werde nicht genug Geld ausgegeben, etwa für die Sequenzierung, stattdessen Unsinn beschlossen wie die 15-Kilometer-Regelung. Man müsse sich mehr dem Gedanken widmen, dass die Bürger mündig sind. Da war Christian Linder nicht so weit weg vom Grünen. Er wehrte sich gegen Ausgangssperren und forderte – wen wundert‘s – „soviel Freiheit wie möglich“. (Daland Segler)

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