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Bei Anne Will in der ARD übt „Fridays for Future“-Aktivistin Luisa Neubauer scharfe Kritik an Laschet und der CDU.
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Bei Anne Will in der ARD übt „Fridays for Future“-Aktivistin Luisa Neubauer scharfe Kritik an Laschet und der CDU.

Bei Anne Will (ARD)

Luisa Neubauer mit Verbal-Attacke gegen Laschet: „Sie legitimieren rassistische Inhalte!“

  • VonTeresa Schomburg
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Anne Will klopft Armin Laschet in der ARD auf seine Kanzlertauglichkeit ab. Luisa Neubauer nutzt die Sendung für wohlplatzierte Kritik am CDU-Chef.

Berlin - Corona hatte die Debatten der letzten Monate so fest im Griff, dass fast in Vergessenheit geriet: Da gibt es noch andere Themen. Zum Beispiel die Klimakrise. Außerdem steht ja auch eine Bundestagswahl an. Zeit also, die Kanzlerkandidaten abzuklopfen. Damit verbringt Anne Will die erste Viertelstunde der Sendung in der ARD, indem sie versucht, Armin Laschet, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Parteivorsitzender und Kanzlerkandidat, mit bissigen Bemerkungen aus der Fassung zu bringen.

„Warum sind Sie der Richtige?“, lautet der Grundtenor, dabei schwingt mit: „Warum Sie und nicht Markus Söder?“. Armin Laschet pariert wie gewohnt Mantra-haft, es gehe darum, wer nach der Krise die vielen Aufgaben lösen könne von Defiziten im Digitalen über das Ende von Kurzarbeits- und Insolvenzrecht-Sonderregelungen bis zu den Lernlücken bei Kindern und Jugendlichen. Er sei viel an der Basis unterwegs gewesen. „Ich spüre, dass dort alle den Willen haben, das zusammen mit mir zu machen.“ Das lang erwartete gemeinsame Wahlprogramm von CDU und CSU, so verspricht er in der ARD noch nebenbei, werde im Juni zu lesen sein. „Aber ich brauche gar kein Programm, um zu sagen, warum ich Kanzler werden sollte“, betont er bei Anne Will.

Die Gäste bei Anne WillIhre Funktion
Armin LaschetNRW-Ministerpräsident, CDU-Vorsitzender und Kanzlerkandidat
Luisa NeubauerAktivistin bei Fridays for Future
Ursula MünchPolitikwissenschaftlerin
Martin MachoweczLeiter des Zeit-Büros in Leipzig und Redationsleiter der Zeit im Osten

Armin Laschet bei Anne Will (ARD): Söder und Merz als Laschets böse Geister

Nach 15 Minuten dürfen sich auch die anderen Gäste bei Anne Will ins Gespräch einklinken. Die Politikwissenschaftlerin Ursula Münch, Direktorin der Akademie für Politische Bildung in Tutzing, prognostiziert in der ARD-Sendung trocken, die Union habe überhaupt nur eine Chance die Wahl zu gewinnen, wenn ihr zugestanden werde, dass die Corona-Krise bewältigt wurde. „Das ist aber nur die Mindestanforderung,“ betont sie. Denn da gibt es ja noch eine Menge anderer Probleme, viele davon scheinen der Bevölkerung im Osten des Landes besonders umzutreiben.

In einem Einspieler sind Stimmen von Wahlhelfern aus Sachsen und Sachsen-Anhalt zu hören, die herausgehört haben: Hier wünsche man sich statt des eher versöhnlichen Armin Laschets offenbar einen Kandidaten mit klarerem CDU-Profil. Das bestätigt Martin Machowecz, Leiter des „Zeit“-Büros in Leipzig und Redaktionsleiter der „Zeit im Osten“ mit seinen eigenen Beobachtungen. Im Osten sei die Sehnsucht groß nach „diskursiveren“, sprich extremeren, Persönlichkeiten wie Friedrich Merz oder Markus Söder. „Diese beiden werden um Armin Laschet herumtanzen wie böse Geister“, verkündet Martin Machowecz fast schon kassandrahaft.

Anne Will (ARD): Luisa Neubauer wirft Laschet Versäumnisse vor

Armin Laschet kontert, im Osten schätze man vor allem Politiker, die einhalten, was sie versprechen. Ein Versprechen macht er dann auch jetzt schon mal: „Mit der AfD wird nicht koaliert“. Das bringt ihm allerdings heftige Angriffe vor allem von „Fridays for Future“-Aktivistin Luisa Neubauer ein, die Armin Laschet vorwirft, er habe sich ja nicht einmal gegen die Nominierung des umstrittenen ehemalige Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen ausgesprochen, der von der CDU-Basis in Südthüringen als Direktkandidat für den Bundestag aufgestellt wurde. „Damit legitimieren Sie rassistische und antisemitische Inhalte, verkörpert in Maaßen“, so Luisa Neubauer.

Der Kanzlerkandidat versucht sich aus der Affäre zu ziehen, indem er darauf hinweist, dass er ja keine Möglichkeit habe, der Basis vorzuschreiben, wen sie aufstellt. „Die Grüne Kanzlerkandidatin bestimmt ja auch nicht, wer Oberbürgermeister in Thüringen wird“, sagt Laschet mit einem Seitenhieb auf die aktuellen Rassismusvorwürfe an Boris Palmer. Von konkret antisemitischen Inhalten, die Hans-Georg Maaßen verbreitet haben soll, wisse er zudem nichts, das müsse erst bewiesen werden.

Erst spät kommt bei Anne Will in der ARD der Schwenk zum Klima

Nun ist schon ein Großteil der Sendung in der ARD verstrichen und man wollte ja eigentlich noch über Klimapolitik reden mit Blick auf die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe, das das Bundes-Klimaschutzgesetz vom September 2019 als nicht ausreichend befand. „Die Bundesregierung hat sich offenbar über diese Entscheidung noch mehr gefreut als wir“, bringt Luisa Neubauer die rätselhaft euphorischen Redaktionen dazu auf den Punkt.

Anne Will in der ARD-Mediathek

Sendung verpasst? In der ARD-Mediathek können Sie die Sendung „Anne Will“ von Sonntag, 09.05.2021, nachschauen.

Sie nutzt nun ihre Chance, dem Ministerpräsidenten und seiner Partei vorzuhalten, was in den letzten Jahren gerade auch in Nordrhein-Westfalen alles versäumt wurde vom verschleppten Kohleausstieg bis zum Ausbremsen klimaneutraler Energien durch Abstandsregelungen für Windräder. Armin Laschet beruft sich bei Anne Will auf Entscheidungen seiner Vorgänger-Regierung, seine Maßnahmen seien im Wesentlichen Korrekturen von falschen Leitentscheidungen, die von der rot-grünen Koalition getroffen wurden.

Anne Will (ARD): Luisa Neubauers Frage bleibt im Raum stehen

Anne Will bringt das Klima-Thema mit der Ost-Frage zusammen, in dem sie von „Zeit“-Büro-Leiter in Leipzig Martin Machowecz wissen will: „Kann man mit grünen Zielen im Osten einen Blumentopf gewinnen?“ Der hebt die Aufgabe der CDU hervor, für Versöhnung zu sorgen und nicht nur „hippe Großstädter“ sondern auch die Menschen auf dem Land einzubinden, die Auto fahren und einmal mit Jahr in den Urlaub fliegen wollen. Hier sieht Machowecz Potential in Armin Laschets eher versöhnlicher Grundhaltung. „Das könnte für die Klimapolitik funktionieren“, sagt Machowecz.

Luisa Neubauer ärgert, dass eine Frage der Lebensgrundlagen so oft zu einer Lebensstil-Frage gemacht werde. Immerhin gehe es nicht nur in der Kohle-, sondern auch in der Windenergie um verlorene Arbeitsplätze, nämlich über 100.000. „Und wer entschädigt die Landwirte für ausgefallene Ernten?“. Diese Frage der Aktivistin wird nicht mehr beantwortet, denn die Zeit ist um, und Anne Will möchte von Armin Laschet noch schnell wissen, welche Prozentzahl er denn nun bei der Bundestagswahl 2021 anstrebe. Eine Steilvorlage, denn der kontert: „Je mehr, desto besser“. (Teresa Schomburg)

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