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Animationsspaß: „Sing - Die Show deines Lebens“

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Sing 2 - Die Show Deines Lebens
Einer der großen Stars in „Sing“: das Stachelschweinmädchen Ash. © Universal Studios/dpa

Wenn Maffay auf Bono trifft: Der zweite Teil von „Sing“ weiß für sich einzunehmen. Mit famosen Farbexplosionen, einer rührenden Story und kongenialen Synchronstimmen.

Berlin - Ein süßes Stachelschwein. Ein kecker Koala. Eine Schweinedame namens Rosita. Ein fieser weißer Wolf namens Crystal. Johnny, der tollpatschige Gorilla. Dazu ein tanzender Affe mit Streichholzbeinchen, Kugelbäuchlein, affektiertem Hütchen und österreichischem Akzent.

Tiere und nochmals Tiere im neuen „Sing“, der Fortsetzung zum ersten Teil von 2016. Ja, Menschen sucht man hier vergebens. Die Welt aber, in der sich Buster Moon, der liebenswürdige Koala, und seine Freunde behaupten müssen, die ist der unseren, der menschlichen Welt nachempfunden.

Unsere gesangsaffinen Freunde (im ersten Teil ging‘s um einen Singwettbewerb, um die Rettung eines alten Theaters) verschlägt es diesmal in eine an Las Vegas erinnernde Metropole namens Redshore City. Es geht um Hoffnung und Mut, um den Glauben an die eigenen Träume, in dieser von Regisseur Garth Jennings besorgten Fortsetzung eines Animationshits (der Vorläufer brachte weltweit mehr als 630 Millionen US-Dollar ein).

Comeback für Calloway?

Im quirlig-bunten Redshore City wollen sich Buster und Co. mit einem selbst ersonnenen Musical auf großer Showbühne bewähren. Einem Science-Fiction-Musical. Tatsächlich gelingt es ihnen, den so schneeweißen wie schmierigen Musikmanager Crystal von ihrem Anliegen zu überzeugen. Dies allerdings nur, weil sie ihm versprechen, den seit langer Zeit zurückgezogen lebenden Rockstar Calloway zu einem Comeback zu bewegen.

Dieser Calloway aber (ein stattlicher, wenn auch vom Leben gebeugter männlicher Löwe) hat den Grund fürs Singen verloren: einige Jahre ist es her, dass Calloways geliebte Partnerin starb. Wie sollen Buster Moon und die anderen diesen mürrischen und frustrierten alten Kater nur davon überzeugen, bei ihrem Musical-Projekt mitzutun? Drei Wochen gibt ihnen Crystal, dann soll alles stehen. Ein schier unmögliches Unterfangen.

Wir wären freilich nicht in einer US-Produktion, wenn aus dieser scheinbar unlösbaren Aufgabe nicht eine dieser ur-amerikanischen Irgendwie-geht-dann-doch-alles-immer-gut-aus-Geschichten werden würde: Ein Mutmach-Film, wie er in so vielen (Dreh-)Büchern steht.

Pop-Musik und poppige Bilder

Bei aller Voraussehbarkeit aber macht das Ganze dann doch viel Spaß - was an der herrlich poppigen Farbpalette ebenso liegt, wie an den putzig-sympathischen Charakteren. Auch nimmt sich das Skript Zeit für kleinere Vignetten: Darunter vor allem die zuckersüße Liebesgeschichte rund um einen Eisverkäufer und eine Musicalsängerin (beides Elefanten). Zudem wird alles von einem famosen Soundtrack begleitet, dem sowohl junge (der Film hat eine FSK-Freigabe ab 0) als auch ältere Kinogänger werden zustimmen können: von Elton John bis Billie Eilish.

Heimliches Zentrum des Animationsspaßes ist Calloway, dieser alte, vom Schicksal gezeichnete (Show-)Löwe. Man bekommt es nicht gleich mit - spätestens nach paar Sätzen des knurrig-depressiven Calloway aber ist klar, wer ihm in der deutschen Fassung seine markante Stimme leiht: Deutschrock-Ikone Peter Maffay.

Es sind auch viele andere tolle deutsche Stimmen zu vernehmen in der Synchron-Fassung des Beinahe-Zweistünders. Darunter Wotan Wilke Möhring (als Crystal), Katharina Thalbach, Bastian Pastewka, sogar Iris Berben. Am besten aber funktioniert das Zusammenspiel von Maffays unverwechselbarer, über Jahre gestählter Rock-Stimme mit dem gebeugt-massigen Körper Calloways.

Dass das Ganze irgendwann in einer hübschen deutsch-englischen Stabübergabe kulminiert, macht die Sache nur schöner: Wenn Calloway schlussendlich doch die Bühne betritt, um zu singen. Und wir aus Calloways Mund nicht mehr Maffay, sondern die englische Originalstimme von U2s Bono vernehmen. dpa

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