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Wenig Jubel auf den AfD-Wahlpartys - Verluste bei den Landtagswahlen im Südwesten und auch in Sachsen-Anhalt.
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Wenig Jubel auf den AfD-Wahlpartys - Verluste bei den Landtagswahlen im Südwesten und auch in Sachsen-Anhalt.

TV-Kritik

„Die AfD im Superwahljahr“ (ARD): Die Rechten wollen es nicht besser wissen

  • VonHans-Jürgen Linke
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Wer hat das Sagen in der AfD? Eine aufschlussreiche Dokumentation in der ARD bespricht dieses Thema.

Frankfurt - „Diesel schafft Arbeitsplätze“. Lustige Idee, oder? Vielleicht auch ein bisschen bizarr, wenn man sich vergegenwärtigt, wer damals die Diesel-Affäre losgetreten und was die bei Volkswagen, BMW, Daimler alles angerichtet hat. Die AfD könnte es also, will es aber nicht besser wissen. Sie will oft am liebsten hinter die Tatsachen zurückfallen, in eine Welt, die so ist, wie schlichte Gemüter ein Gestern idealisieren. Eine Welt, in der Deutschland von einem einzigen Volk bewohnt wird und niemand sich traut, hier einzuwandern. Eine Welt, in der man Verbrecher und Asoziale an ihrer Haar- und Hautfarbe erkennt und oben an der Spitze ein Mann allen sagt, wo’s langgeht.

In der AfD seien, sagt AfD-Aussteigerin Franziska Schreiber, nicht harmlose, sondern „gefährliche Spinner“ versammelt. Sie sind nicht geschichtsvergessen, sondern geschichtsversessen. Im Großen und Ganzen wäre es für sie in Ordnung, wenn es in Deutschland so zuginge wie zwischen 1933 und 1939, nur ohne die Straßenkämpfe mit den Kommunisten und mit ein wenig mehr Wohlstand. Das mit dem Krieg könnten sie sich dann noch mal überlegen. 

Zur Info

„Die AfD im Superwahljahr“, ARD, Mo, 26.7., 22 Uhr. Im Netz in der ARD Mediathek.

„Die AfD im Superwahljahr“ (ARD): Goebbels-Fan Bernd Höcke ist ungemein glaubwürdig 

Und sie sind wütend, dass sich so vieles verändert hat: Niedergang! Asylbetrug! Gefahr! Wut ist eine überaus intensive emotionale Botschaft. Darum ist die emotionale Strategie in jeglichem AfD-Wahlkampfgetöse die Erzeugung von Wut. Jana Merkel, Eric Beres und Sabina Wolf schauen in ihrem Film „Die AfD im Superwahljahr“ in der ARD zu, was die AfD im Wahlkampf macht. Das Jahr 2021 sei, sagt Parteichef Meuthen, ein Schicksalsjahr für die Partei. Es besteht die Gefahr, in der politischen Bedeutungslosigkeit zu versinken, wenn der rechtsradikale Flügel seinen Einfluss ausbaut und der Verfassungsschutz die ganze Partei als Beobachtungsobjekt einstuft (was, mit Verlaub, unter einem Behördenchef Maaßen nie passiert wäre). Meuthen geht also vorsichts- und schicksalshalber auf Distanz zu den Völkischen.

Ist das glaubwürdig? Eher nicht, finden etliche Menschen, die die AfD aus journalistischer oder politikwissenschaftlicher Perspektive beobachten. Überhaupt ist an der AfD manches nicht richtig glaubwürdig, außer ihrer Vergangenheitsbeseeltheit. Und Björn Höcke. Der ist mit seiner Beharrlichkeit ungemein glaubwürdig. 

„Die AfD im Superwahljahr“ (ARD): Aufgeregter Unsinn von der AfD

Die drei Filmemacher:innen tun manches, um das Zuschauen der ARD-Doku zu erleichtern und die emotionalen Wogen nicht allzu hoch schlagen zu lassen. Sie lassen die AfD-Protagonisten immer nur kurz zu Wort kommen, wenn sie von den Wahlkampfbühnen ihren aufgeregten Unsinn in die Welt palavern. Sie hören nur kurz zu, und sobald erkennbar wird, was für ein Weltbild sich da wieder zu konturieren beginnt, kommt ein kundiger Kommentator, eine Kommentatorin und sagt etwas Ordnendes. Das ist wohltuend, weil der ideologische Quark nicht allzu breit getreten wird. 

Erkennbar wird auch, wie die Strategie, Schlagwörter in den öffentlichen Diskurs zu dübeln, um daran braune und schwarze Uniformen aufzuhängen, funktionieren soll. Ein kleiner Film also, der dazu anregt, genauer hinzusehen und hinzuhören. (Hans-Jürgen Linke)

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