Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Der Reiz der Serie liegt in der besonderen Dramaturgie.
+
Der Reiz der Serie liegt in der besonderen Dramaturgie.

Krimiserie

TVNow/Vox: Krimiserie „8 Zeugen“: Das Gedächtnis ist trügerisch

  • Tilmann P. Gangloff
    vonTilmann P. Gangloff
    schließen

Herausragend gute und ausgezeichnet gespielte Kammerspiel-Krimiserie mit Alexandra Maria Lara als Rechtspsychologin, die der Polizei bei der Suche nach einem entführten Mädchen hilft.

  • „8 Zeugen“ - Achtteilige Serie inspiriert von der Arbeit der Wissenschaftlerin und Bestsellerautorin Dr. Julia Shaw.
  • Neben Alexandra Maria Lara spielen in durchgehenden Rollen Ralph Herforth und Ceci Chuh.
  • Jede Folge der Serie zeigt das Verhör eines anderen Zeugen. 

In ihrem Buch „Das trügerische Gedächtnis“ beschreibt die deutsch-kanadische Rechtspsychologin Julia Shaw, wie das Gehirn unsere Erinnerungen fälscht. Die Gedächtnisforscherin diente als Vorbild für die Hauptfigur der Vox-Serie „8 Zeugen“, die jetzt vorab bei TVNow zu sehen ist: Jasmin Braun (Alexandra Maria Lara) soll die Berliner Polizei bei einem Kidnapping-Fall unterstützen. Entführungsopfer ist die Tochter des Innensenators, der die Spezialistin angeblich persönlich angefordert hat. Die Handlung trägt sich fast ausschließlich in der zum Befragungsraum umfunktionierten Bibliothek des Naturkundemuseums zu. Die Täter haben eine Rauchbombe im Museum gezündet und die Verwirrung genutzt, um das Mädchen zu entführen. Weil es dringend Insulin braucht, bleiben Braun nur wenige Stunden, um die Hintergründe der Tat herauszufinden.

„8 Zeugen“ (TVNow/vox): Jede Episode konzentriert sich auf einen Zeugen

Neben dem Wettlauf mit der Zeit liegt der Reiz der Serie – Regisseur Jörg Lühdorff hat die Drehbücher gemeinsam mit Janosch Kosack geschrieben – in der besonderen Dramaturgie: Die circa 25 Minuten langen Folgen bauen zwar aufeinander auf, sind aber in sich abgeschlossen, weil sich jede Episode auf eine Zeugin oder einen Zeugen konzentriert. Die Psychologin versucht, das Vertrauen ihrer Gesprächspartner zu gewinnen, weshalb sie oft erst mal selbst etwas von sich preisgeben muss. Mal wendet sie Tricks an, um die gesuchte Information zu bekommen, mal tappt sie in typische Gedächtnisfallen, und einmal gerät sie sogar komplett aus der Fassung, als ein Kollege den Spieß kurzerhand rumdreht. Clever und stets plausibel zögern die Drehbücher die Preisgabe der gesuchten Information regelmäßig bis zum jeweiligen Episodenschluss hinaus, der dann auch dank der effektvoll eingesetzten Musik (Chris Bremus) prompt zum Cliffhanger wird.

Die DarstellerBekannt aus
Alexandra Maria Lara„Der Fall Collini“, „Control“
Ralph Herforth„Unter anderen Umständen“, „Angst in meinem Kopf“
Ceci Chuh„Die Unerzogenen“, „Charlotte Link – Die Betrogene“
Sylvester Groth„Deutschland83“
Nilam Farooq„SOKO Leipzig“

Unabdingbare Voraussetzung für das Funktionieren einer derartigen Konstellation ist die Auswahl der Schauspielerinnen und Schauspieler, denn jeder Episodengast wird automatisch Hauptdarsteller. Zunächst geht es in den Gesprächen um die Rekonstruktion des Moments der Entführung. Erste Zeugin ist Emmas kolumbianisches Kindermädchen (Nilam Farooq). Sie ist an diesem Nachmittag ins Museum gelockt worden und hat das Kind für ein paar Minuten allein gelassen. Über Literaturstudentin Johanna (Hanna Plaß), die bei ihren Schilderungen zu einer gewissen Blumigkeit neigt, führen die Befragungen schließlich zu einem jungen Mann (Rauand Taleb), der als Wärter im Museum arbeitet. Er gehört zu den Halbas, einem arabischen Gangster-Clan, dem der Senator im Nacken sitzt. Für Soko-Leiter Dietz (Ralph Herforth) ist der Schuldige damit gefunden, aber erst Kellnerin Theresa (Milena Tscharntke) bringt die Ermittler auf die richtige Spur.

„8 Zeugen“ (TVNow/VOX): Ausgezeichnete darstellerische Leistungen

Der Preis dafür ist jedoch hoch, denn die Wissenschaftlerin verstößt gegen ein ehernes ethisches Prinzip; deshalb kann Psychologieprofessor Felsner (Sylvester Groth) sie mit ihren eigenen Waffen schlagen. Das ist jedoch nur der Anfang ihres eigenen Absturzes, der in einen Gänsehautmoment gipfelt, als klar wird, dass ihre Mitwirkung bei den Ermittlungen nichts mit ihrer Profession zu tun hat.

Zur Sendung

„8 Zeugen“ - Eine Kammerspiel-Krimiserie auf VOX. Vorab im Netz bei TVNOW.

Neben der cleveren Konzeption, den ausnahmslos ausgezeichneten darstellerischen Leistungen – eine wichtige Rolle spielt außerdem noch Céci Chuh als junge Kollegin des Einsatzleiters – liegt eine weitere Qualität in der Bildgestaltung: weil Lühdorff und Kameramann Philipp Timme die bildsprachlich eher undankbaren Gesprächssituationen durch Schnitte und Schwenks sowie Änderungen der Perspektive oder der Einstellungsgröße abwechslungsreich aufgelöst haben. Dass Lühdorff bei den Erzählungen der Zeugen auf Rückblenden verzichtet, hat möglicherweise finanzielle Gründe. Stattdessen illustriert er die Schilderungen durch Detailaufnahmen und akustische Elemente.

Völlig überflüssig ist allerdings ein drei Minuten langer und zum Teil umständlich formulierter Monolog, mit dem die Psychologin zu Beginn sich selbst und ihre Arbeit einführt. Sie hat ohnehin eine unüberhörbare Vorliebe für Vorträge, mit denen sie dem Einsatzleiter und seiner Kollegin kräftig auf die Nerven geht. Dass das Ermittler-Team nicht gut auf sie zu sprechen ist, hat allerdings andere Gründe: Der Prolog zur ersten Folge zeigt eine Gerichtsverhandlung, in deren Verlauf sich Braun den Unmut der gesamten Berliner Polizei zuzieht, als sie die kompletten Ermittlungsergebnisse eines Falls für unbrauchbar erklärt; eine clevere Drehbuchidee, um die Expertin unter denkbar schlechten Startbedingungen antreten zu lassen. (Tilmann P. Gangloff)

In Michelle Obamas Netflix-Serie „Waffel und Mochi“ könnte „Busy die Biene“ schwul sein oder auch nicht. Puppenspieler Jonathan Kidder hofft, vor allem LGBTQ-Kinder zu inspirieren.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare