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"Abseits des Lebens"
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Robin Wright als Edee in einer Szene des Films "Abseits des Lebens".

Starkes Drama

„Abseits des Lebens“ - von und mit Robin Wright

„House of Cards“-Star Robin Wright gibt ihr Regiedebüt mit einem Überlebens-Drama in der Bergwildnis. ZUdem spielt sie die Hauptrolle. Ein starker Auftritt, vor und hinter der Kamera.

[Los Angeles - ]Gewaltige Bergkulissen, reißende Flüsse, hungrige Bären: Überlebensfilme in einsamer Natur sind in Hollywood beliebter Stoff. Als Pelztierjäger in dem Survival-Thriller „The Revenant - Der Rückkehrer“ gewann Leonardo DiCaprio seinen ersten Oscar.

Er musste nicht viel sagen, aber in der rauen Wildnis umso mehr ertragen. Reese Witherspoon begab sich in dem Selbstfindungsepos „Der große Trip – Wild“ auf einen extremen Fußmarsch. Oscar-Preisträger Sean Penn verfilmte als Regisseur das Schicksal des „Into the Wild“-Aussteigers Christopher McCandless, der 1992 völlig entkräftet in der Wildnis von Alaska in einem ausrangierten Bus starb.

Einsame Berglandschaft

Nun hat die Schauspielerin Robin Wright (55) das Survival-Genre aufgegriffen. Die Ex-Ehefrau von Sean Penn, die vor allem als Claire Underwood aus der Netflix-Serie „House of Cards“ bekannt ist, und auch einige Folgen des Politdramas inszenierte, gibt mit „Abseits des Lebens“ ihr Spielfilm-Regiedebüt. „Land“, so der Originaltitel, spart nicht mit Wildnis-Adrenalin. In der einsamen Berglandschaft heulen Wölfe, Schneestürme fegen über die Holzhütte hinweg, ein Bär frisst die Vorräte auf.

„Abseits des Lebens“ ist aber kein aufwendig gedrehter Survival-Thriller, sondern das berührende Porträt einer Frau, die in der Wildnis ein schweres Trauma überwinden will. Der Film beginnt in einer Großstadt. Edee, aus Chicago, spricht mit ihrer Therapeutin. Es falle ihr sehr schwer, unter Menschen zu sein, erklärt die verzweifelte Frau. Nur in Rückblenden erfährt man später, dass sie sie um ihrem Mann und den kleinen Sohn trauert.

Konsequent tritt Edee die Flucht an. In einem Dorf in Wyoming deckt sie sich mit Vorräten ein. Als ihr Handy klingelt, wirft sie es einfach in eine Mülltonne. Hoch in den Bergen bezieht sie eine verlassene Blockhütte. Den Leihwagen lässt sie abholen, den Kontakt zu Menschen will sie gänzlich abbrechen.

Das Essen wird knapp

Wright spielt auch die Hauptrolle, auf eine stille, kämpferische und verwundbare Weise. Natürlich gerät Edee in der wilden Natur ständig an ihre Grenzen. Blasen an den Händen vom Holzhacken sind das Geringste. Tiergeräusche in der Nacht machen ihr Angst, der Winter naht, das Essen wird knapp. Doch ein Zurück gibt es für sie nicht. Das tiefe Trauma schmerzt mehr als die Einsamkeit und die Gefahren. Sie will diesen Ort nicht verlassen.

Es kostet ihr beinahe das Leben. Ein Jäger kommt zufällig zur Rettung. Miguel, gespielt von dem gebürtigen Mexikaner Demián Bichir (57, „The Hateful Eight“), hat sein eigenes, schmerzhaftes Schicksal. Nur zögerlich nimmt Edee seine Hilfe an. Bei seinen sporadischen Besuchen bringt er Proviant mit und zeigt ihr, wie man jagt, Fische fängt und Fallen legt.

Tolle Landschaftsaufnahmen

Wright und Bichir spielen mit perfekter Zurückhaltung zwei Menschen, die sich ungewollt dabei helfen, ihr eigenes Trauma zu überwinden. „Abseits des Lebens“ kommt ohne tiefschürfende Gespräche oder anrührende Liebesszenen aus. Spannung und Tiefgang schöpft der Film aus kleinen Momenten. Auch die überwältigenden Landschaftsaufnahmen tragen zu dem Kinoerlebnis bei.

Mit einem kleinen Team und Budget filmte Wright in den kanadischen Rocky Mountains. Dort lernten die Darsteller, wie man Beute häutet und zerlegt und in Flüssen fischt, erzählte Wright in Interviews. Neben dem harten Überlebenskampf in der Wildnis vermittelt das Drama die heilsame Ruhe der Natur. Die wenigen Stadt-Szenen in dem knapp 90-minütigen Film, mit Autogeräuschen und Menschen, fühlen sich daneben unerträglich laut an.

Abseits des Lebens, USA 2021, 89 Min., FSK ab 6, von Robin Wright, mit Robin Wright, Demián Bichir, Kim Dickens [dpa]

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