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So ging es vor der Pandemie in Venedig zu.
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So ging es vor der Pandemie in Venedig zu.

Berühmtes Filmfestival

Filmfestspiele von Venedig: 78. Biennale holt Hollywood zurück nach Europa

  • Daniel Kothenschulte
    VonDaniel Kothenschulte
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Am Mittwoch (01.09.2021) beginnen in Venedig die 78. Filmfestspiele – auch Hollywood hat sich am Lido wieder angesagt.

Venedig - Kaum sind die Kinos wieder offen, beginnt auch schon wieder, was die Branche „award season“ nennt – jedenfalls in Venedig. Das Filmfestival am Lido hat sich in den letzten Jahren als wahrer Trüffel-Löwe künftiger Oscar-Preisträger erwiesen: „Birdman“, „Shape of Water“ und zuletzt „Nomadland“ hatten hier Premiere, ebenso wie die mehrfach ausgezeichneten Prestigeproduktionen „Roma“ und „Joker“.

Kein Wunder, dass sich Venedig vom am Mittwoch (01.09.2021) beginnenden Festival die Rückkehr seiner Gäste aus den USA erhofft, die im letzten Jahr pandemiebedingt zu Hause bleiben mussten. Es ist schon eine verkehrte Welt: Nun verhindern amerikanische Einreisebeschränkungen, dass europäische Gäste nach Los Angeles reisen, wo am 30. September endlich das riesige Filmmuseum der Academy eröffnen wird.

Nach Corona-Jahr: Hollywood-Stars zurück bei den Filmfestspielen Venedig

Erwartet wird am Lido zum Beispiel Matt Damon, der bei Ridley Scotts aufwendigem Ritterfilm „The Last Duel“ nicht nur die Hauptrolle übernommen hat, sondern gemeinsam mit seinem Filmpartner Ben Affleck und der amerikanischen Autorenfilmerin Nicole Holofcener auch das Drehbuch schrieb. Jodie Comer spielt seine der Untreue mit dem besten Freund (Adam Driver) bezichtigte Ehefrau – und fertig ist ein Drama wie vom Hofe König Arthurs. Falls der 83-jährige Brite Ridley Scott beabsichtigen sollte, mit diesem Epos seine Karriere zu beenden, schlösse sich ein Kreis: 1977 begann sie mit dem Kostümfilm „Die Duellisten“, in dem zwei verfeindete Offiziere über ihre zahlreichen Duelle fast zu Freunden wurden.

Filmfestspiele Venedig am Lido: Amerikanische Filme im Fokus

Quentin Tarantino macht seine Aufwartung im Rahmen eines der hübschesten Wettbewerbe in Venedig – Dokumentarfilme über das Filmemachen. In „Django & Django“ verbeugt er sich vor Sergio Corbucci, dem neben dem anderen Sergio, dem großen Leone, wohl besten Stilisten des Italo-Westerns.

Während in Cannes nur wenige amerikanische Filme liefen, hat Venedig kräftig zugegriffen. Der 75-jährige Paul Schrader, der hier zuletzt 2017 mit dem religionskritischen Drama „First Reformed“ seine Meisterschaft bewiesen hat, zeigt „The Card Counter“ im Wettbewerb. Was könnte bei einem Festival, das sein Zentrum in einem ehemaligen Casino aus faschistischer Zeit aufgeschlagen hat, besser passen als ein Pokerfilm. Obsessionen sind ein Leitmotiv im Werk des Autors von „Taxi Driver“. Oscar Isaac spielt den von seinem Metier besessenen Profispieler, der die Spielhallen des Mittleren Westens unsicher macht.

Nach 40 Jahren verfilmt: Sience-Fiction-Blockbuster bei den Filmfestspielen Venedig

Und sogar einen lange erwarteten Science-Fiction-Blockbuster hat sich das Festival an Land gezogen: Auf eine angemessene Verfilmung von Frank Herberts fantastischen Roman „Dune“ wartet die Fangemeinde seit fast vierzig Jahren – als anstelle des bis heute unverfilmten Projekts von Alejandro Jodorowsky eine missglückte europäische Koproduktion unter der Regie von David Lynch herauskam.

Nun traut sich der Kanadier Denis Villeneuve zu, den Fluch zu brechen; immerhin hat er zuletzt schon eine Blade-Runner-Fortsetzung achtbar über die Bühne gebracht. Ein Wurm wird auf jeden Fall darin sein, doch der frisst sich nur durch Wüstensand.

Filmfestival in Venedig: Genre- und Kunstkino an einem Ort

Man ist immer wieder erstaunt, wie es Venedigs Leiter Alberto Barbera schafft, Genre- und Kunstkino in einem Atemzug zu zeigen. Der verbindende Kniff ist ein Hang zum Schwelgerischen, den man auch an einem Mitternachtsfilm wie „Halloween Kills“ wird festmachen können.

Jamie Lee Curtis, die auch einen Ehrenlöwen für ihr Lebenswerk erhält, spielt in David Gordon Greens Fortsetzung noch einmal ihre Rolle aus John Carpenters Klassiker von 1978. Dazu passt im Wettbewerb dann sicher auch „Mona Lisa and the Blood Moon“, der neue Film von Ana Lily Amirpour. Noch immer sitzt manchen der elegante Grusel ihres Debüts „A Girl Walks Home Alone at Night“ in den Gliedern.

Von Diego Maradona bis Penelope Cruz: Filmfestspiele Venedig haben einiges zu bieten

Schwelgerisches Kino, das ist dann wohl auch eine Formel, die weitere erwartete Wettbewerbshöhepunkte verbindet. Italiens derzeit wohl populärster Autorenfilmer, Paolo Sorrentino, verwebt in „Hand of God“ Autobiografisches und Surreales: In den 80er Jahren verfällt ein junger Fußballfan aus Napoli in einen Freudentaumel, als er hört, kein geringerer als Maradona habe bei seiner Mannschaft unterzeichnet. Doch dann werfen eine plötzliche Tragödie und die Ankunft eines Filmteams sein Leben in eine andere Richtung.

So wie sich im Eröffnungsfilm eines anderen Meisters Lebensereignisse für zwei Frauen als schicksalshaft erweisen. „Parallel Mothers“ hat Pedro Almodóvar seinen neuen Film genannt, zum sechsten Mal spielt Penelope Cruz in einem seiner Werke. Sie agiert als eine von zwei frischgebackenen Müttern verschiedener Generationen, die in einer Entbindungsstation Freundschaft fürs Leben schließen.

Eine Menge kondensiertes Leben für ein Festival spricht schon aus diesen Inhalten, das Entscheidende wird natürlich sein, wie viel Kunst dazukommen wird, um in zehn Tagen würdige Gewinner:innen der Goldenen und Silbernen Löwen zu präsentieren. (Daniel Kothenschulte)

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