Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Doppelfolge „In der Familie“

50 Jahre „Tatort“: Harte Mafia-Geschichte zum Jubiläum - Doppelfolge mit Ermittlern aus München und Dortmund

  • Sylvia Staude
    VonSylvia Staude
    schließen

Der „Tatort“ feiert 50-jähriges Jubiläum. Zu diesem Anlass erzählt der Doppel-Tatort „In der Familie“ zwischen München und Dortmund eine traditionelle, harte Mafia-Geschichte.

  • Der ARD-„Tatort“ feiert sein 50-jähriges Jubiläum.
  • Die Doppelfolge „In der Familie“ wirft die Teams aus Dortmund und München zusammen.
  • Zum runden Geburtstag gibt es keine wilden Experimente im „Tatort“, sondern eine bewährte Mafia-Geschichte.

Wer auch immer die Idee hatte, für die Doppelfolge zum 50. Geburtstag des Tatorts ausgerechnet die Teams aus Dortmund und München zusammenzuwerfen: Der Kontrast hat Reiz. Faber und Bönisch haben wie üblich miese Laune, Faber wird außerdem wie so oft gegen die meisten Regeln verstoßen und den größten Fehler dieser Ermittlung machen, Bönisch also überlegen, ob sie ihn nicht doch loswerden will, aber Dalay wird diejenige sein, die kündigt – der Abschied von Aylin Tezel war angekündigt, doch schuld ist nun Faber, wer sonst.

Kaum tauchen dann aber Batic und Leitmayr in Dortmund auf, zwei korrekte bayerische Felsen in der Brandung: Aufatmen. Jedenfalls hofft diese regelmäßige Tatort-Guckerin nun auf Ruhe, Übersicht, Einhaltung der Gesetze. „Ich sag mal so“, sagt über die Dortmunder Kollegen Ivo Batic zu Franz Leitmayr, „sie geben sich Mühe“. Das ist doch schon was.

„Tatort“-Doppelfolge zum 50-jährigen Jubiläum: Leitmayr (v. l.) findet die Dortmunder zu grantig. Pawlak, Bönisch, Dalay finden den Kollegen - zu alt?

50 Jahre Tatort (ARD): Doppelfolge „In der Familie“ mit Teams aus Dortmund und München

Das sollten sie auch, allesamt, denn es ist ein großes Ding, zu dem Bernd Lange, Buch, und Dominik Graf, Regie, die beiden Tatort-Teams zusammenbringen mit den Darstellern Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl (die demnächt selbst ihr 30-jähriges Dienstjubiläum haben), mit Jörg Hartmann, Anna Schudt, letztmals Aylin Tezel, mit Rick Okon als Jan Pawlak und, um sein apfelwangiges Münchner Pendant nicht zu vergessen, Ferdinand Hofer als Kalli Hammermann. Der darf wie nebenbei zu Faber den humorlosen Satz sagen (aber humorlos ist in diesem Fall geboten): „Wir halten uns hier halt an Vorschriften.“

Die Verantwortlichen haben sich fürs runde Jubiläum, für die Feier des halben Tatort-Jahrhunderts gegen das Experiment und gegen fast jedes Späßchen und helles Fleckchen entschieden. Stattdessen unter dem Titel „In der Familie“ für eine recht traditionelle, brutale, harte Mafia-Geschichte, mit Kokainschmuggel, Erpressung, Strafaktionen gegen alle, die aussteigen wollen – und ups, schon geht was schief, stirbt dieser Typ vom Bauamt, der doch nur ein bisschen gefoltert werden sollte.

50 Jahre Tatort (ARD): Kein Experiment zum runden Jubiläum

Es gibt eine kleine Familie: Vater Luca, Beniamino Brogi, Mutter Juliane, Antje Traue, Tochter Sofia, Emma Preisendanz. Vor Jahren hat Luca sich von der ’Ndrangheta in zentraler Dortmunder Lage eine Pizzeria finanzieren lassen, jetzt gehört man zur großen Mafia-Familie, ob man will oder nicht, muss auch mal einen Killer aus München verstecken, ob er einem Angst macht oder nicht. Juliane möchte das alles nicht mehr (besonders den Killer aus München, der ihren Mann so verändert), sie wünscht sich ein Leben ohne Kokainlieferungen in Tomatendosen und bedrohlich wirkende Männer, die Fahrer der Lastwagen, an der Theke. Ihr Entschluss wird zu Ereignissen führen, die für viele in dieser Geschichte nicht gut ausgehen.

„Tatort: In der Familie“

ARD, Sonntag, Teil 1: 29. Nov., Teil 2: 6. Dez., 20.15 Uhr

Dominik Graf hat insgesamt 180 Minuten „Tatort“ und nutzt sie gut: Um Knoten und retardierende Momente hineinzuknüpfen, um im Zentrum des Geschehens der Familie Modica Kontur zu geben, plausibel zu machen, dass Luca aus Liebe zu Juliane da reingeschliddert ist, dass Juliane aus Liebe zu Luca und Sofia raus will, und sei es in ein Zeugenschutzprogramm. Und Sofia? Muss sich bald selbst helfen und tut es. Emma Preisendanz überzeugt als Teenager, die sich am liebsten schicke Klamotten kauft, aber Kaltschnäuzigkeit und bald auch Grausamkeit in sich entdecken muss, um zu überleben.

50 Jahre Tatort (ARD): „In der Familie“ eher routiniert als originell

Als Mafia-Film ist „In der Familie“ trotzdem eher routiniert als originell. Folgt dem Bewährten mit Pate und Patin in einer Villa am See und Anwalt stets bei der Hand. Mit Handlangern, die nicht kapieren, dass sie gleich keiner mehr braucht – und jede Krimiguckerin weiß doch, was mit Handlangern passiert, die nicht mehr gebraucht werden. Mit Beamten, hier im Baureferat, die logischerweise lieber Geld nehmen, als gegenüber Skrupellosen den Helden zu spielen.

Aber Lange und Graf konnten das Routinierte aufrauen und auffrischen, indem sie eben die Ermittlerteams, die diametralen Figuren aus zwei ganz unterschiedlichen Ecken des Tatort-Fundus zusammenbringen. „Sollen halt Kasperl und Seppl wieder gehn“, brummt Faber zur Begrüßung in den Bart, autistisch und psychopathisch wie immer. Leitmayr kann sich in München revanchieren mit: „Du hältst jetzt schön die Füße still.“ Aber wann hätte Faber das jemals getan? Aber hat er jetzt im Münchner Kollegen seinen Meister gefunden?

Vorschlag: mehr tauschen. Zum Beispiel könnte doch Kalli nach Dortmund wechseln. Und Nora Dalay in München anheuern. (Sylvia Staude)

Rubriklistenbild: © WDR/Frank Dicks

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare