Tod bei der Tomatenernte

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Eine Arte-Dokumentation zeigt Methoden moderner Sklaverei bei der Lebensmittelproduktion

Irgendetwas müssen wir ja essen. Aber wer auch nur halbwegs daran interessiert ist zu wissen, was genau er zu sich nimmt, dem schlägt auf den Magen, was er über die industrielle Herstellung der immer noch so genannten "Lebensmittel" erfahren kann. Die Skandale häufen sich, jüngst berichtete Günter Wallraff von seinen Erfahrungen in einer Großbäckerei. Auch in Italien hat es einen Reporter gegeben, der "undercover" à la Wallraff ermittelt und dabei kriminelle Machenschaften aufgedeckt hat. Fabrizio Gatti veröffentlichte vor knapp zwei Jahren im italienischen Magazin L'espresso die Geschichte, wie er als Schwarzarbeiter bei der Tomatenernte in Apulien ausgebeutet worden war.

Die schönen "Paradiesäpfel" werden unter höllischen Bedingungen von Menschen gepflückt, die, aus Afrika oder Osteuropa kommend, sich in Süditalien als Erntehelfer verdingen - zu einem Hungerlohn. Sie müssen zum Teil in Lagern leben, werden schikaniert und bisweilen wohl gar ermordet: Das legt jedenfalls die Dokumentation von Thomas und Rena Giefer nahe, die jetzt bei Arte zu sehen ist. Sie schildern das Schicksal des "Toten von Cerignola", des Polen Dariusz Olszewski. Erst das Eingreifen von Polizeikräfte änderte etwas an der Unterdrückung - nicht aber am System. Die Giefers zeigen auch, wie das Tomatenmark aus Italien die Existenz der Bauern in Ghana ruiniert.

"Sklaverei auf Italienisch", Arte,

Sa., 18.05 Uhr.

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