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Manchmal muss man die Rose an den Dornen packen.

Times mager

Zwei Fliegen

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Die Sache hier könnte einen Pferdefuß haben. Aber das wäre auch irgendwie gemein dem dann fußlosen Pferd gegenüber.

Kürzlich wurde an dieser Stelle der gute Vorsatz nicht gerade als des Pudels Kern bezeichnet. Eher, so wurde angedeutet, geht ein Kamel durch ein Nadelöhr als ein Vorsatz in die dritte Januarwoche. Eher war unser Name in Sachen potenzielle Haltbarkeit von Neujahrsvorsätzen Hase. Oder auch Grottenolm. Oder auch totes Pferd.

(Wir möchten an dieser Stelle betonen, dass für diese Glosse kein Pferd, kein Grottenolm und auch sonst kein Tier zu Schaden kam. Es kam noch nicht einmal zu Krokodilstränen, womit wir keinesfalls andeuten wollen, Krokodilstränen seien weniger wert als, zum Beispiel, Menschen- oder Komodowarantränen. Allerdings enthält diese Glosse möglicherweise Redewendungen, die respektlos gegenüber Tieren sind. Sie sollten hier aufhören zu lesen, wenn sie nichts hören wollen von Hunden, die irgendwo begraben sind, Mäusen, die gemolken, Bären, die jemandem aufgebunden werden; letztere Situation ist allerdings für beide Seiten verbesserungsbedürftig, nicht nur für den Bären, der immerhin die bessere Aussicht hat. Aber wir schweifen ab, womit wir Ihnen und uns einen Bärendienst – oh nein, einen Ranunkeldienst erweisen.)

Es liegt neuerdings nämlich da der Hase im Pfeffer, wo er nicht friedlich im grünen Klee lümmelt. Oder so ähnlich. Über die Tierrechtsorganisation Peta (People for the Ethical Treatment of Animals) hat sich – völlig zu Unrecht, wie wir finden, denn brauchen wir nicht mehr Rücksichtnahme unseren Mitwesen gegenüber – Hohn und Spott ergossen, als sie vor kurzem darum bat, keine Anti-Tier-Sprache mehr zu verwenden. Zu gängigen englischen Redewendungen machten die Tierschützer gleich Änderungsvorschläge, so dass nun keiner sagen kann, er habe die Katze im Sack gekauft und darum einen Bock geschossen. Und bitte sagen Sie jetzt nicht: Da wird doch der Hund in der Pfanne verrückt. Schon gar nicht: Da brat’ mir einer einen Storch! Sagen Sie: Da wird das Tofuschnitzel im Bräter schön braun.

Sagen Sie auch nicht: Ich plane, den Stier bei den Hörnern zu packen. Sagen Sie (bittet Peta): Ich werde die Rose bei den Dornen anfassen. Sagen Sie nicht: Ich möchte zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Bemühen Sie sich, zwei Fliegen gemeinsam ins Freie zu entlassen. Setzen Sie nichts in Gänsefüßchen, denn die Gänse möchten ihre Füßchen ja doch behalten. Haben Sie auf keine Fall einen Frosch im Hals, allenfalls eine Akazie. Lassen Sie sich auch keine Würmer aus der Nase ziehen, hauseigene Popel müssen genügen. Sie dürfen freilich über den grünen Klee loben, so lange die Pflanzenschützer (Petp?) nichts dagegen haben. Und zu allem dürfen Sie, zumindest im Feuilleton, dabei ein Affentheater machen.

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