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Times Mager

Der Zwang

  • VonChristian Schlüter
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Facebook - sie wollen dabei sein. Auch um den Preis des Verlustes der Privatsphäre. Allenfalls ist damit zu rechnen, dass ein wenig Versteck gespielt wird. Von Christian Schlüter

Wie blöd muss man eigentlich sein: Bei Facebook ein gesteigertes Interesse für den Schutz der Privatsphäre zu vermuten. Warum sollte diese Website mit dem vorrangigen Zweck, soziale Netzwerke zu bilden, zu unterhalten und vor allem kommerziell zu nutzen - warum sollte Facebook ausgerechnet das einschränken, was es zu dem macht, was es ist? Warum also sollte Facebook die Privatsphäre gegen ihre Vernetzung und Vernutzung schützen, wo es doch so viele - nicht nur kommerzielle - Begehrlichkeiten gibt?

Noch blöder, als auf den Schutz seiner Privatsphäre zu hoffen, ist nur, auf Facebook für den Schutz seiner Privatsphäre zu kämpfen. Das hat jetzt unmissverständlich der Chef von Facebook, Mark Zuckerberg, erklärt: "Menschen sind einverstanden damit, Informationen über sich mit anderen zu teilen und werden immer offener zu immer mehr Menschen." Und das wiederum versteht Zuckerberg als gesellschaftlichen Trend, dem man als Dienstleister Rechnung zu tragen habe: "Wir sehen es als unsere Rolle in dem System an, ständig Veränderungen umzusetzen und unsere Software so anzupassen, dass sie widerspiegelt, wie die sozialen Normen gegenwärtig sind."

Selbstverständlich heißt das nicht, dass alle, unter bestimmten Zusicherungen beim Onlineportal hinterlegten "privaten" oder "persönlichen" Daten vollkommen schutzlos der Neugier anderer ausgeliefert wären. Aber man kann, wie jetzt geschehen, die Geschäftsbedingungen so ändern, dass Dritte ungehinderten Einblick in das Profil haben, also den Namen sehen, das Profilbild und Geschlecht, den Wohnort, die Liste der eigenen Facebook-Kontakte, die Zugehörigkeit zu Netzwerken und Fan-Seiten

Dagegen erhebt sich Protest: Facebook diene nicht etwa gesellschaftlichen Bedürfnissen, sondern wecke diese erst und befördere damit den Ausverkauf alles Privaten. An dieser Stelle aber wollen wir wetten: Wegen der Zwangsentblößung wird es nicht zu massenhaften Austritten bei Facebook kommen. Die unverdrossenen Facebooker werden, wenn überhaupt, ein wenig Versteck spielen. Und dabei bleiben. Als folgten sie einer Art zwanglosem Zwang.

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