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CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer ist Zukunftsoptimistin.

Times mager

AKK macht sich Gedanken um die Zukunft

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Vergessen Sie Ihren Vergangenheitsoptimismus, lassen Sie den schnöden Gegenwartsoptimismus fahren! Machen Sie es wie Annegret Kramp-Karrenbauer.

Die Sache mit dem Klima brennt uns ja alle auf den Nägeln, mindestens, schauen Sie nur mal auf das Thermometer, falls Ihr Kreislauf das noch zulässt.

A propos Kreislauf: Keine Geringere als die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer hat vor ein paar Tagen einen Artikel über die Zukunft geschrieben, und was soll man sagen, sie hatte eine Idee: „Die neue Denkrichtung, die wir meinen, muss vom Gedanken des Kreislaufes ausgehen. Der Kreislauf der Natur muss Richtschnur unseres künftigen Wirtschaftens und unserer Lebensweise werden – nicht nur bei uns in Deutschland, sondern in enger europäischer und internationaler Verzahnung.“ Und logisch, wer schon verzahnt, kann ruhig auch integrieren, und flugs entsteht „eine neue Integration von Wirtschafts-, Umwelt- und Sozialpolitik, die die Kreisläufe der Natur intakt erhält“.

„Wir glauben an neue Ideen, Tatendrang und Zukunftsoptimismus“

Nun werden Sie gleich meckern: Und was bedeutet das konkret? Wie soll das laufen mit dem „Umstieg von fossilen Rohstoffen auf nachhaltig erzeugte biologische Rohstoffe“? Was heißt hier „Innovationsoffensive“? Aber das wäre ungerecht. So eine halbe Zeitungsseite ist nicht die Welt, und bis man mal gesagt hat, dass es irgendwie um die „Zukunft“ geht, ist der Platz praktisch weg.

Tatsächlich spielt die Zukunft in Kramp-Karrenbauers jüngstem Werk eine erfreulich große Rolle. Das ist echt wichtig, denn die jungen Leute haben ja möglicherweise eine, das verlangen sie jedenfalls, und da wird man ja mal sagen dürfen, dass die Dinge „zukunftsfähig“ (Marktwirtschaft, Finanzpolitik), „zukunftsorientiert“ (Industrie- und Technologiestandort Deutschland) bzw. sogar „zukunftsweisend“ (Klima- und Umweltpolitik) sein sollten.

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Und jetzt wieder Sie: Blabla, alles unkonkret, wie soll das gehen? Hier ist die Antwort: mit „Zukunftsoptimismus“! „Wir glauben an neue Ideen, Tatendrang und Zukunftsoptimismus.“ Das ist sicher die schönste Formulierung in dem schulmäßigen Aufsatz über die Zukunft, der angemessenerweise in einem Publikationsorgan namens „Die Zeit“ erschien. Da muss man erst mal drauf kommen, den Optimismus auf die Zukunft zu beziehen! Sie, liebe Leserinnen und Leser, mögen nun wieder einwenden, dass man besonders Ideen und Tatendrang lieber haben sollte als daran zu glauben. Aber besser wäre es, Sie nähmen sich ab sofort ein Beispiel an Annegret Kramp-Karrenbauer.

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Vergessen Sie Ihren Vergangenheitsoptimismus, lassen Sie auch den schnöden Gegenwartsoptimismus fahren! Versuchen Sie etwas Neues, konzentrieren Sie Ihren Optimismus ganz auf die Zukunft. Und wenn Sie zu viel Kramp-Karrenbauer gelesen haben: Das geht auch mit Pessimismus.

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