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Einen Zuckerwürfel mit den Fingern teilen – Magie oder möglich?
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Einen Zuckerwürfel mit den Fingern teilen – Magie oder möglich?

Times mager

Zuckerwürfel

  • Judith von Sternburg
    VonJudith von Sternburg
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Kann man einen Zuckerwürfel mit den Fingern in zwei Hälften teilen?

Der junge Mann nimmt nur ein halbes Stück Würfelzucker im Espresso und bricht das Stück dafür durch. Mit den Fingern, genau in der Mitte, ganz fix. Hätte man es nur einmal gesehen, könnte es ein Zufall sein, so nicht.

Nun war es früher so, dass die Wahl der Oberbekleidung durch das Öffnen des Fensters bestimmt wurde. Heute sagt der Blick auf die Wetter-App, ob der Regenschirm über den Arm gehört. Das ist nicht einmal lustig, dies als Hinweis für die, die aus dem Micky-Maus-Heftchen noch die Späße über die Wettervorhersage kennen. Früher stimmte die Wettervorhersage nicht, schon beim Wort Wettervorhersage fingen die Ersten zu kichern an.

Aber darum geht es hier nicht, bloß um die Analogie. Früher hätte man nämlich zuerst einen Zuckerwürfel genommen und ausprobiert, ob er sich tatsächlich mit den Fingern glatt teilen lässt (überhaupt teilen). Heute schaut man ins Internet, stellt überrascht fest, dass das eine der wenigen Fragen zu sein scheint, die sich die Menschheit noch nicht gestellt hat, und trifft stattdessen sogleich auf den „Zaubertrick mit Zuckerwürfel“. Beim „Zaubertrick mit Zuckerwürfel“ erscheint eine Zahl auf der Hand der Versuchsperson, die diese vorher genannt hat. Zauberer oder Zauberin schreiben die Zahl mit Bleistift auf den Zuckerwürfel, den sie daraufhin in einem Glas Wasser auflösen. Die Versuchsperson hält die Hand über das Glas, auf der die Zahl nun zu sehen ist. Potz Blitz.

Der Trick besteht darin, dass es Zauberer oder Zauberin gelungen ist, den beschriebenen Würfel vor dem Wurf ins Wasser noch so anzufassen, dass sich der Buchstabe auf den eigenen Daumen abdrucken konnte. Nun gilt es, der Versuchsperson so die Hand übers Glas zu führen, dass sich der Abdruck dabei auf deren Handfläche überträgt. Dieser Trick ist offensichtlich überhaupt nicht exklusiv – das Ganze beruht einfach darauf, dass das Publikum vorher nicht so abwegige Dinge wie „Würfelzucker durchbrechen Trick“ gesucht hat. Gleichwohl scheint die Durchführung des Tricks, angefangen mit der Beschriftung eines Zuckerwürfels mit einem Bleistift, extrem kniffelig.

Während wir uns also mit einem Unterteller voller Zuckerwürfel und Bleistiften diverser Weichegrade zurückzogen, fiel uns noch ein, wie bewundernswürdig Menschen sind, die sich an Zaubertricks wagen. Und dass es in Friedenstagen wenig Schändlicheres gibt, als die Bloßstellung solcher Menschen. Dass Zaubertricks aber auch verdrießlich sind, ähnlich wie das glücklicherweise aus der Mode geratene Witzeerzählen. Gutmütigkeit gegenüber arglosen Unterhaltungsangeboten ist ein Gebot für das zivile Zusammenleben im Privaten.

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