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Monumentale Schokonikoläuse gibt es nach Weihnachten zum halben Preis - was willst du machen?

Times mager

Zucker

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Man kann ihn nicht vermeiden. Außerdem: Wohin sonst mit den Vorräten, bevor die ersten Hasen auftauchen?

Eine gesunde Idee ist es stets, in neuen Jahren keinen Zucker mehr zu sich zu nehmen. Oder sagen wir: vorsätzlich keinen. Denn Zucker, wissen wir, ist praktisch überall drin, und unser Körper, der schlaue Fuchs, verwandelt intern selbst eine Scheibe Brot oder eine Pellkartoffel ratzfatz in: Zucker. Im Handumdrehen. Na, im Magenumdrehen.

Insofern haben wir auf unseren eigenen Zuckerhaushalt erstens nicht den allergrößten Einfluss und zweitens auch keinen vollumfänglichen Zugriff, möchte der Zuckerfreund nun der Zuckerfreundin zuraunen und die nächste Packung kugelrunder Köstlichkeiten öffnen, die die Vornamen italienischer Weltklassemaler tragen.

Andererseits, sagt Giotto dann zu Rafaella, hat der Mensch natürlich vollumfänglichen Zugriff auf seinen Kühlschrank und die Naschschublade. Was befindet sich dort (Kühlschranktürquietschen, seufzendes Geräusch)?

Kühlschrank: Hier, edle Schokolade aus der Schweiz (vier Tafeln), mehrere monumentale Nikoläuse (gibt’s nach Weihnachten zum halben Preis, was willst du machen), Grießpudding.

Naschschublade: Da, Dominosteine (sollten per se auch in den Kühlschrank, ein uralter und grundlegender Richtungsstreit), Lebkuchenherzen (wann wird es sie je wieder im Handel geben, frühestens ab August, das ist unendlich lang hin), Marzipankartoffeln, kugelrunde italienische Weltklassemaler.

Es zeigt sich, dass der Mensch gut beraten ist, den Verzicht auf vorsätzlichen Zucker in neuen Jahren von langer Hand vorzubereiten. Am besten schon in alten Jahren. Fällt dir die gesunde Idee erst im Januar ein, stehst du mit Bergen von ungesunden Kohlenhydraten da, und zwar dumm.

Der Kalender freilich, der kluge Professor, hat das ganze Dilemma schon vor Ewigkeiten spitzgekriegt, zu Zeiten, als es noch gar keine runtergesetzten Schokonikoläuse und keine Paybackkarten gab. Aber er muss geahnt haben, dass beides kommen würde, so sicher wie die Dramen mit der Kirsche. Aus dem Piemont. Er führte daher, der Kalender, einst die Fastenzeit ein, mit genug Abstand zum Weihnachtsfest, auf dass der Mensch die Möglichkeit habe, all das böse Zeug noch zu vernichten, ehe die Phase der Entbehrung begänne.

Also sitzen nun im ganzen Land die Gutwilligen abends vor dem Fernsehapparat und hauen tapfer rein, was die Vorräte noch hergeben, denn ein hehres Ziel ist es, anschließend ganz bewusst auf Zucker zu verzichten. Vorbildlich. Lassen wir jetzt bitte diesen Hasen erst mal aus dem Spiel.

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