Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Wen oder was zählen eigentlich Schafe, wenn sie nicht schlafen können?
+
Wen oder was zählen eigentlich Schafe, wenn sie nicht schlafen können?

Times mager

Zu Hause

  • Sylvia Staude
    VonSylvia Staude
    schließen

Schäfchen zählen? Pi-Stellen auswendig lernen? Gedanken zum Weltschlaftag und anderen Tagen.

Verflixt. Verflixt und zugenäht. Warum eigentlich hat noch niemand den Tag des beliebigen Nachfeierns erfunden? Oder den Alle Vergesslichen feiern heute, was sie wollen-Tag? Denn schon wieder sind uns – während wir auf Inzidenzen starrten, auf rasant abnehmende Schokoladeneier, dafür rasant steigende Pfunde auf der Anzeige der Waage – einige wichtige Feier- und Ehrentage durchgerutscht.

Das ganze Jahr haben wir zum Beispiel darauf gewartet, dass wir schreiben können: 3,141592653-58979323846264338 usw. usf. bis ans Ende dieser Glosse. Und wenn dann Sie, liebe Leserin, lieber Leser, an die Chefredaktion geschrieben hätten („Wissen Sie eigentlich, womit Ihre Redakteurinnen die Zeit verbringen?“), um Auskunft zu verlangen über diese unerklärliche Zahlenschlange in Ihrer Zeitung, hätten wir triumphierend erwidert: Heute ist Pi-Tag, also ehren wir das Pi mit so vielen Stellen hinter dem Komma, wie in eine Spalte passen.

Doch knapp vorbei ist leider der Pi-Tag, er war am 14. März. Jetzt noch eine Pi-Torte, ein offizielles Pi-Tags-T-Shirt, eine Pi-Tasse, Pi-Konfettikanone oder Pi-Bettwäsche zu erwerben, erschiene uns blamabel.

Außer wir erwerben die Pi-Bettwäsche für den Weltschlaftag am 19. März. Denn was könnte dem Einschlafen förderlicher sein, als möglichst viele Pi-Stellen auswendig zu lernen? Abgesehen natürlich vom Schäfchenzählen. (Frage: Wen zählen Schafe, wenn sie nicht schlafen können? Menschen? Jetzt vielleicht Menschen, die in einer Corona-Schlange stehen?) Apropos Corona. Wem ist derzeit nach einem Plane-alleine-zu-verreisen-Tag? Oder dem, ebenfalls US-amerikanischen, Zieh-dich-raus-Tag? Ganz zu schweigen vom Öffne-drinnen-einen-Regenschirm-Tag (und nein, wir haben ihn nicht erfunden), den ja wohl nur jemand lustig finden kann, der nicht zu Hause bereits ein Yogastudio, ein Theater, ein Café und eine Kneipe hat – oder vielmehr so tut, als ob er zu Hause ein Yogastudio, ein Theater, ein Café und eine Kneipe habe. Und so viele Vergnügungsmöglichkeiten, dass ihm so ein Weltschlaftag jetzt total ungelegen kommt.

Während der am selben Tag, 19. März, begangene Frühstück-am-Arbeitsplatz-Tag schon allein dadurch als Feiertag überflüssig geworden ist, da nicht wenige am Küchen- oder Esstisch quasi nahtlos vom Frühstücken übergehen zum Heimarbeiten. Zu den Schokoladeneiern. Zum Schäfchen-, äh, Pi-Stellen-Zählen. Zum Grübeln über die nächste Glosse. Zum Schließen des Regenschirms. Denn glücklicherweise ist man nicht ein armer Poet, sondern nur eine ratlose Schreiberin.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare