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Eng beieinander: Ottern im Zoo.
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Eng beieinander: Ottern im Zoo.

Times mager

Zoo

Endlich wieder mal im Zoo gewesen, um zu gucken, wie die anderen Lebewesen ihre Zeit verbringen.

Es war wieder höchste Zeit, in den Zoo zu gehen. Hier möchte man etwas lernen und so weiter, aber man möchte auch anderen Lebewesen beim Leben zuschauen. Denn es ist doch sehr interessant, wie andere Lebewesen ihre Zeit verbringen.

Die halbstarken Bären balgten sich im halbernsten Kampfspiel. Die Warane lagen schlapp in der liebevoll gestalteten Wüstengegend, allerdings deutete die Tafel am Kastenrand an, dass keiner Maus zu empfehlen ist, arglos vorüberzutrippeln.

Die Wasserschildkröten klebten derart aufeinander, dass es verlegenen Erwachsenen nur recht sein konnte, dass die aus Alibigründen freundlich mitflanierenden Kinder ganz auf die Pinguine konzentrierten. Die Pinguine schwammen minimalistisch.

Die Springhasen flitzten. Der Tiger tigerte auf einem deutlich engeren Raum, als ihm zur Verfügung stand. Das Nilpferd regte sich ruckhaft, aber gewaltig wie im Traum. Das Nashorn stapfte schläfrig auf den Boden. Die Kamele standen energiesparend umher und sahen sich ähnlich mit ihren unverbindlich freundlich geöffneten Lippen.

In der U4 knallten die Küsse

Es war dann wieder höchste Zeit, sich quer durch die Stadt zu schlagen.

Die halbstarken Jungen schmissen mit derben Worten und der Mütze ihres Freundes herum, weshalb dieser, um sie noch rasch aus dem hinteren Zugteil zu fischen, fast nicht mehr rechtzeitig zum Ausgang gekommen wäre. Die schönen jungen Mädchen beobachteten ungerührt, aber aufmerksam die schönen jungen Männer (nein, nicht die weit Abgeschlagenen mit der Mütze).

Das Pärchen benötigte dicht vereint und für seine knallenden Küsse nur einen Sitzplatz in der U4. Das Cabrio fuhr minimalistisch, damit auch alle hinschauen konnten. Wohingegen die manipulierte Vespa flitzte, aber hin und her, damit auch alle hinhören mussten.

Der Arbeitnehmer trabte, angespannt ins Handy schnauzend, ebenfalls hin und her, denn ihn störte die geringfügige Bahnverspätung, die vor dem großen Ausgehen am Wochenende sonst kaum einen betrübte. Der Obdachlose schreckte aus seinem Schlafsack auf und schimpfte sehr, weil ein schläfriger Kumpan eine Bierdose neben ihn fallen ließ.

Die Familie, die zurückgelegte Wanderroute höchst kritisch resümierend, war sich sicher nicht bewusst darüber, wie sehr der eine Spur offen stehende Mund des Vaters als Phänotyp auf alle drei Kinder durchgeschlagen hatte.

Im Grunde liegt der Unterschied nur darin, dass man die eigene Art besser versteht, manchmal. Auch scheinen die Arten, die im Zoo wohnen, leiser zu sein, als die, die sich den Zoo ausgedacht haben. So verging der Samstag und es wurde Sonntag.

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