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Auch in Romanform ist James Bond zurück.
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Auch in Romanform ist James Bond zurück.

Times mager

Zombies

  • Sylvia Staude
    VonSylvia Staude
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Die Rückkehr in Ehren verstorbener Krimi- und Thrillerhelden und ihrer Autoren wird zum Trend. Auch Hercule Poirot ist wieder da. Jetzt fehlt nur noch Peter Ustinov. Schlimmes ist zu befürchten.

Oh, nein, nein. Oh, Monsieur Poirot! (...) Diese Namen zu hören hat mich verstört. Ob sie tot sind oder leben, spielt für mich keine Rolle, solange ich nicht an sie denken muss.“ Die Sprecherin, eine Künstlerin und „ungewöhnlich schöne Frau“, ist allerdings nur in Maßen verstört – damals bewahrte man eben gern die Contenance.

Besonders in Häusern, in denen junge Dienstmädchen „mit gestärkter Schürze“ die Tür öffnen. Und selbst wenn in einem feinen Hotel gleich drei einem persönlich bekannte Leute ins Gras beißen müssen.

 Ja, es handelt sich bei dem eingangs Angesprochenen um DEN Hercule Poirot. Oder vielmehr: soll sich um ihn handeln. Denn nein, Sie haben als, möglicherweise, Verehrerin der Werke Agatha Christies nicht unerklärlicherweise einen Fall verpasst. Einen Fall, der das feine Bloxham Hotel zum Triple-Tatort macht und in dem Poirot „zum ersten Mal in seinem Leben (...) nicht die eleganteste Person im Raum“ war (die ist nämlich die schöne Künstlerin).

Nach James Bonds Wiederkehr in Romanform (William Boyd, „Solo“), nach Nikolai Hels (der Kampfkunst-Killer-Agent aus Trevanians „Shibumi“) Wiederauferstehung mit Hilfe von Don Winslow („Satori“), hat sich nun die englische Autorin Sophie Hannah darangemacht, Hercule Poirot neues Papierleben einzuhauchen („Die Monogramm-Morde“).

Mit, wie auch hier wieder betont wird, Zustimmung der Nachlassverwalter. Mit, würde die Rezensentin behaupten, Begeisterung der Nachlassverwalter, die für die Rechte ein gutes Taschengeld erhalten haben dürften.

Wären die Nachlassverwalter doch hart geblieben

In allen drei Fällen würde man sich freilich wünschen, die Nachlassverwalter wären hart und stark geblieben wie Superagenten und hätten es sich verbeten, die Figuren ihres Vorfahren aus dem Grab zu zerren.

Im Fall von James Bond sind die Filme ein angemessener, ausreichender Spaß. Boyd wollte im Roman doch arg politisch korrekt sein. Nikolai Hel ist gewissermaßen vom Hoch- ins Mittelgebirge versetzt worden. Und Sophie Hannah ist eine geschmeidige Schreiberin, aber man möchte doch nach halber Lektüre von „Die Monogramm-Morde“ ihre Formulierung abwandeln: Ob Poirot tot ist oder lebt, spielt für mich keine Rolle, solange ich keinen neuen Fall von ihm lesen muss.

Wie ein Zombie kommt er einem vor, schon gar, wenn man den unvergleichlichen, unersetzlichen Peter Ustinov als Poirot vor sich sieht. Aber es ist zu befürchten, dass irgendwo irgendwer schon emsig daran arbeitet, aus der DNA des Schauspielers einen Klon aus der Retorte zu züchten.

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