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Im Seehofer’schen Keller wird das Tableau um ein Transitzönchen mit Stacheldrahtzäunchen erweitert.
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Im Seehofer’schen Keller wird das Tableau um ein Transitzönchen mit Stacheldrahtzäunchen erweitert.

Times mager

Das Zönchen

  • Stephan Hebel
    VonStephan Hebel
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Der Bahnhof von Bayern wird um ein Transitzönchen im Maßstab 1:32 mit einem Stacheldrahtzäunchen erweitert, notfalls exterritorial unter Nutzung zum Beispiel eines Frühstücksbrettchens: Modelleisenbahn-Gedanken.

In der Kollegenrunde wurde wieder einmal die Geschichte vom zweijährigen B. aufgewärmt, der sein neu erworbenes Sprechvermögen gerne an zufällig vorbeikommenden Passanten ausprobierte, besonders an solchen, die ihn mit debil herausgequäkten Bemerkungen wie „Wasbistndufürnsüßer“ belästigten. B. sah die Passanten dann großäugig an und sagte: „Schieb ab!“

Es leuchtet unmittelbar ein, dass das Gespräch an dieser Stelle auf Horst Seehofer kam. Der Kollege S. erinnerte sich allerdings („Da wir schon von Kindern reden“) an eine Meldung vom Jahresanfang, die sich mit dem Hobby des CSU-Vorsitzenden befasste, seiner Modelleisenbahn.

Unter anderem hatte der Politiker erwähnt, die Playmobilfigur von Angela Merkel sei bei ihm „der Chef auf der Bahn“. Zudem gab er bekannt, es gebe bei ihm „jeweils einen Bahnhof für Bayern und Bonn“, worauf der Kollege S. umgehend den Titel „Ministerpräsident von München“ erfand.

Es stellte sich nun die Frage, wie sich das Tableau im Seehofer’schen Keller weiterentwickeln lasse, und das gemeinsam entwickelte Konzept lässt sich in etwa wie folgt zusammenfassen:

Der Bahnhof von Bayern wird um ein Transitzönchen im Maßstab 1:32 mit einem Stacheldrahtzäunchen erweitert, notfalls exterritorial unter Nutzung zum Beispiel eines Frühstücksbrettchens, das sich sicher leicht ans bayerische Hoheitsgebiet anbauen lässt. Darauf versammelt wird eine Vielzahl eher dunkler Playmobilfigürchen, von denen der eine oder andere dem einen oder anderen ein Mobiltelefönchen stiehlt oder ein filigranes kleines Drogenpäckchen überreicht.

Am Rande des Transitzönchens könnte zusätzlich ein Kopfbahnhöfchen entstehen, an dem die Asylbewerberchen durch ein Loch im Stacheldrahtzäunchen hineingeschleust werden. Am anderen Ende des Transitzönchens hätte das Zäunchen ebenfalls ein Loch, durch das die von Seehofer und seinen Freunden aussortierten Migrantchen fallen, und zwar auf den Boden. Das sieht zwar schmerzhaft aus, ist aber nicht schlimm, denn die wirkliche Welt ist ja rund, da passiert so einem kleinen Schübling nichts.

Am Rande des Kopfbahnhöfchens steht eine lebensechte Nachbildung von Horst Seehofer und sieht aus, als würde sie gleich am Lachen über einen eigenen Witz ersticken, alles wie in echt. Das Seehöferchen blickt in die ferne, sanfte, bayerische Hügellandschaft, wo sich Angela Merkel mit ein paar entkommenen Asylbewerberchen niedergelassen hat. Und wer die Ohren spitzt, hört den kleinen Seehofer in ihre Richtung rufen: „Schieb ab!“

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