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Ein Parkhauswächter in schmucker Uniform.
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Ein Parkhauswächter in schmucker Uniform.

Times mager

Woanders

  • Judith von Sternburg
    VonJudith von Sternburg
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Elefanten in Form von Schafen, Parkhauswächter in schmucken Uniformen: Was es woanders zu sehen gibt.

Woanders ist wie immer einiges anders. Im Parkhaus arbeiten sonntags sechs Männer in Uniformen, woraufhin die Auswärtige Dinge denkt wie: Na, hier gibt es wohl nichts zu tun, dann kann man sich auch zu den anderen Männern stellen und beim Nichtstun wenigstens passabel aussehen. Außerdem denkt die Auswärtige, die offensichtlich nicht ihren hellsten Tag hat, dass es doch sehr schwierig sein muss, da hinten ein Auto herauszubekommen. Das Parkhaus ist nicht so, wie die Auswärtige sich ein Parkhaus vorstellt, eher wie das Autodeck einer großen Fähre. Einer großen Fähre, die in eine kleine Stadt geklemmt wurde, denn die Gasse vor dem Parkhaus ist schmal wie eine Bobbahn, auf der vor, hinter und neben den Autos Motorroller, Fahrräder und Menschen herumflitzen. Autos haben hier an sich nichts zu suchen, aber sie suchen ja das Parkhaus, das wir jetzt doch nicht mehr Parkhaus nennen wollen und nicht Fähre nennen können, also ist es ein Autoasyl. Denn eine Fähre erreicht ihr Ziel, und alle Autos fahren glücklich an Land. Hier aber soll jetzt bloß ein einziger Opel von Deck. Vor lauter Autos ist er nicht zu sehen.

Die Parkhausuniformen sind schmuck, aber nur einer ist der Chef. Wie er winkt mit dem Finger, öffnet sich kein Zwinger, sondern die anderen fünf springen in fünf Autos, fädeln sie heraus und sausen mit ihnen davon. Für Autos, die nicht im Autoasyl ausspannen, ist es eine Nichts-wie-weg-Gegend, keine Minute kann hier ein Auto stehen, damit ein anderes, drittes, viertes, fünftes hinausschlüpft, um den Opel zu befreien.

Das Autoasyl erweist sich als Autohaftanstalt, sobald ein Auto hinausmöchte. Ist es aber hinaus, muss es schnell fort von hier. Darum drehen die sehr wichtigen Mitarbeiter des Autoasyls ein paar Runden. Daheim heißt das „um die vier Ecken“, aber das Viereckige und der Stadtplan stehen woanders vielleicht in keinem Zusammenhang.

Auf der Straße sind Groß und Klein für Halloween zurechtgemacht, nett mit Glitzerspinnen im Haar und unbeängstigenden Äxten im Kopf. Junge Vampire schlafen im Arm ihrer Zombie-Väter. Frommen Zombie-Vätern, auch sie biegen in die Kirche ein und bekreuzigen sich am Eingang, die kleinen Hexen bekommen gezeigt, wie das geht. Auf den Fresken ist alles zu sehen, was man sich vorstellen kann, auch ein Elefantenpaar, das in die Arche spaziert. Die Elefanten haben die Form von Schafen, die sich mit Schlauchnasen als Elefanten verkleidet haben. Natürlich hat der Maler nie im Leben einen Elefanten gesehen.

Was aber gibt es Ermutigenderes als Menschen, die sich mit ihren Unzulänglichkeiten und denen der Welt vernünftig und friedlich arrangieren.

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