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So kompliziert muss die Tasse Kaffee gar nicht zubereitet sein, über die man sich freut, wenn sie gelegentlich kostenlos ist.
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So kompliziert muss die Tasse Kaffee gar nicht zubereitet sein, über die man sich freut, wenn sie gelegentlich kostenlos ist.

Times mager

Wieder Wedel

Interessant, dass Festspielintendant Dieter Wedel in Bad Hersfeld jetzt eine Etaterhöhung bekommt. Wie hat er das geschafft? Und warum werden Menschen immer so ungleich behandelt?

Es ist auch nicht gerade unangenehm, sich vorzustellen, wie Dieter Wedel am Donnerstagabend unverfänglich als Zuschauer im Bad Hersfelder Stadtparlament saß, während dieses über die von ihm geforderte Erhöhung des Festspieletats beriet und abstimmte. Unter den 42 Anwesenden stimmten fünf dagegen, acht enthielten sich. Der Etat ist nun um 300 000 Euro höher als vorgesehen, fünf Millionen wären das insgesamt, zuvor hatten Sponsoren, wie man liest, bereits ihrerseits weitere 300 000 in Aussicht gestellt, wenn die Stadt sich ermannte.

Bedenkt man, dass Wedels Vorgänger Holk Freytag regelrecht geschasst wurde, weil er Sparauflagen angeblich nicht eingehalten hatte, obwohl er darauf wacker und schnell reagierte und zwar sehr sparsam, so ist das eine aparte Entwicklung. Man kann sie ohne größere Verbitterung beobachten, zumal Wedel seinen Vorgänger ja sogleich in seine Pläne einbezog und Regie führen lässt.

Zwei Richtungen sind dabei interessant: Die eine ist Wedels schon in Worms zur Genüge präsentiertes Geschick, die Oberen einer kleinen Stadt Mores zu lehren. Eine beneidenswerte Begabung (gepaart mit höflich drängender Anwesenheit). Die andere ist die Frage, warum Menschen immer ungleich behandelt werden.

Kostenloser Kaffee, aber für wen?

Das passt uns in diesem Fall besser in den Kram. Denn die britische Café-Kette „Pret A Manger“ verfolgt die Geschäftsstrategie, Angestellte kostenlos Kaffee an Kunden ausgeben zu lassen, und zwar just so, wie die Angestellten mögen. Daraufhin begann ein Rätselraten darüber, wer kostenlos Kaffee bekommt. Bittende? Lächelnde? Hübsche? Weinende? Beständige? Kunden, die noch nie kostenlos einen Kaffee bekommen haben, äußern sich verhalten und versichern, sie seien natürlich nicht beleidigt. Kunden, die schon einmal kostenlos einen Kaffee bekommen haben, äußern sich ebenfalls verhalten, räumen aber ein, dass das kein schlechtes Gefühl gewesen sei.

Letzten Ende stellte sich dann allerdings heraus, dass die Angestellten von „Pret A Manger“ einfach angehalten sind, eine bestimmte Menge Kaffee in einem bestimmten Zeitraum an die Frau und den Mann zu bringen. So dass es wurscht und zufällig sein dürfte, wer es ist. Seither äußern die ohne kostenlosen Kaffee eine gewisse Erleichterung, die mit sind jetzt doch enttäuscht.

Weil die Bad Hersfelder Stadtoberen aber keineswegs angehalten waren, eine bestimmte Summe Geldes in einem bestimmten Zeitraum an die Kultur zu bringen (o, das wäre eine süße Welt), so läuft es doch darauf hinaus, dass Wedel ein Fuchs ist.

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